Eintracht Trier: Enttäuschung nach 1:1 – Abelski kämpft um Rückkehr

Von Florian Schlecht

Nach dem 1:1 bei Fortuna Düsseldorf II haben Thomas Drescher und Torge Hollmann das Kapitel „Aufstieg“ abgehakt. Sie schauen nun auf den Rheinlandpokal. Alon Abelski will in zwei Wochen ins Mannschaftstraining einsteigen.

"Der letzte Funke Hoffnung ist wohl ausgegangen", sagt Thomas Drescher. Foto: Anna Lena Grasmück

Thomas Drescher war nach dem 1:1 bei Fortuna Düsseldorf II maßlos enttäuscht. Und auch einen Tag später zeigte sich der Linksverteidiger von Eintracht Trier bedient. Der Routinier ist ehrgeizig, er lebte den Aufstiegstraum, aber nach drei sieglosen Spielen im Jahr 2012 ist er Realist. „Wenn man immer noch den kleinsten Funken Hoffnung hatte, Lotte noch angreifen zu können, dürfte der nun wohl ausgegangen sein.“

Ähnlich sah es Torge Hollmann, der 90 Minuten nur auf der Bank saß. „Wir müssen uns jetzt den Fans und uns selber gegenüber vernünftig präsentieren, es geht hier auch um die Zukunft“, fordert er. „Der Rheinlandpokal hat eine große Bedeutung für den Verein. Die Sicherheit, um da gestärkt reinzugehen, müssen wir uns über die Punktspiele erarbeiten.“ Schlecht gelaunt war der Kapitän auch, weil er in Düsseldorf gar keine Rolle spielen durfte. Er gehörte mit Fahrudin Kuduzovic, Benjamin Pintol und Wojciech Pollok zu den vier Spielern, die nach der 1:3-Heimpleite gegen den 1. FC Köln aus der Anfangsformation genommen wurden.

„Offensichtlich war der Trainer nicht zufrieden mit meiner Leistung und hat mich deshalb draußen gelassen“, so Hollmann. „Ich hätte natürlich gerne gezeigt, dass ich es besser kann. So muss ich jetzt das nötige Vertrauen zurück erlangen, um mich wieder in die Mannschaft zu spielen.“

Kapitän Torge Hollmann saß in Düsseldorf nur auf der Bank. Foto: Anna Lena Grasmück

So sah der Capitano nur beim Warmlaufen, wie Eintracht Trier die Führung aus der Hand gab. Bereits zum fünften Mal in dieser Spielzeit gelang es nicht, einen 1:0-Vorsprung als Sieg über die Zeit zu retten. Und auch ansonsten waren die 90 Minuten ein Spiegelbild der Saison, das deutlich vor Augen führte, was zu Spitzenmannschaften wie Lotte und Mönchengladbach II fehlt. Die desolate Chancenverwertung war in Düsseldorf eine Schwäche, die sich zum wiederholten Male rächte.

„Wir haben uns dilettantisch angestellt und nur ein Tor aus zehn Möglichkeiten gemacht“, meinte Drescher und traf den Nagel auf den Kopf. Zwar trat der Regionalligist in der ersten Halbzeit spielerisch überlegen und aggressiv auf, allerdings auch gegen erschreckend harmlose Düsseldorfer, die entgegen erster Befürchtungen ohne eine Verstärkung aus der 2. Bundesliga antraten. Der Lohn für die Mühe blieb aber aus. Es ist ein altes Leid. Schon in Koblenz (0:0) und Bochum (1:1) wurden wertvolle Zähler verschenkt, weil im entscheidenden Moment der abgezockte Abschluss fehlte.

„Im Stile einer Jugenmannschaft“

Denny Herzig war unglücklich über das 1:1 in Düsseldorf.

Im zweiten Durchgang ging die Seitz-Elf hingegen nicht mehr konsequent auf die Vorentscheidung und wurde bestraft. „Wir haben uns im Stile einer Jugendmannschaft präsentiert“, schimpfte Drescher. „Sonst haben die Amateurteams 90 Prozent Ballbesitz und wir kontern sie aus, nun beherrschen wir das Spiel und uns wird der Schneid von Düsseldorf II abgekauft.“ Nach dem Ausgleich verlor Trier den Faden, während die Fortuna leidenschaftlich kämpfte und sich den Punkt „redlich verdiente“, wie der Außenverteidiger unzufrieden anmerkte. Das zweite Gesicht wurde der Eintracht erneut zum Verhängnis. Nur fünf von möglichen 15 Punkten fuhr die Mannschaft von Roland Seitz gegen die letzten drei Teams der Tabelle ein.

Gab es nach dem 3:2-Sieg in Lotte noch viel Lob, wurde seitdem von den vergangenen fünf Partien nur noch eine gewonnen und lediglich drei magere Tore geschossen. Vielleicht auch ein klares Zeichen dafür, wie abhängig das Offensivspiel von Jeremy Karikari und Alon Abelski ist. Doch Denny Herzig bekannte ebenso: „Entweder haben wir Spiele, in denen wir die Chancen nicht nutzen oder in denen die nötige Einstellung fehlt.“ Ein meisterreifes Zeugnis sieht anders aus.

„Klar bin ich enttäuscht, der Aufstieg war das große Ziel“, betont Drescher, der die Saison aber nicht abhakt. „Jeder einzelne schuldet es seinen Mitspielern, bis zur letzten Sekunde Gas zu geben und sich von seiner besten Seite zu zeigen.“ Oder, wie Hollmann bekräftigt, um die Planungen zur neuen Saison zu erleichtern. Alleine die Qualifikation für den DFB-Pokal würde ganz wichtige 100.000 Euro in die Vereinskasse spülen.

+++++Eintracht in Kürze+++++

Abelski kämpft um Rückkehr – Derweil kämpft Alon Abelski im Sporttherapiezentrum von Bernd Restle um seine Rückkehr in den Regionalliga-Alltag. Der Mittelfeldspieler von Eintracht Trier ist nach einem Teileinriss des Syndesmosebandes auf dem Wege der Besserung. „In zwei Wochen würde ich gerne wieder am Mannschaftstraining teilnehmen, aber übereilen werde ich nichts“, betont der 21-Jährige, ohne sich voreilige Ziele zu setzen.

Abelski zog sich die Verletzung Anfang Februar auf dem vereisten Kunstrasenplatz zu, als er nach einer Finte wegrutschte. Sah es erst nach einer Zerrung aus, war die Diagnose für ihn „niederschmetternd“. Bis zu vier Stunden am Tag arbeitet er nun in Düsseldorf in der Reha mit Lauftraining, Krankengymnastik und Muskelaufbau. „Ich bin in guten Händen.“ Mit Marcel Heller vom MSV Duisburg, der ebenfalls am Syndesmoseband behandelt wird,  geht er regelmäßig essen, im Mehrfamilienhaus seiner Eltern hat Abelski eine eigene Wohnung. Dazu wohnen noch einige Kumpels in seiner näheren Umgebung. So wie auch Dennis Dowidat, der für Borussia Mönchengladbach II spielt und am Dienstag mit im Paul-Janes-Stadion war. „Wir sind die besten Freunde.“

Über die sportliche Entwicklung bei Eintracht Trier informiert sich der Regisseur täglich. „Ich telefoniere viel mit Thomas Drescher, Thomas Kraus und Oliver Stang. Wir dürfen uns jetzt gar nicht darum kümmern, wie die Tabelle aussieht, sondern müssen wieder stabiler und konstanter werden.“

Pagenburg und Asma nicht im Kader – Chhunly Pagenburg und Tolgay Asma traten die Reise nach Düsseldorf nicht an. Zumindest Asma war überrascht von der Entscheidung. „Verletzt bin ich nicht, vielleicht lag es am körperlichen Zustand, wobei ich mich immer besser fühle“, so der Mittelfeldspieler, der nach einer langen Verletzungspause den Anschluss in den Regionalliga-Alltag finden will. Er sagt: „Natürlich bin ich enttäuscht von der Entscheidung, aber ich habe sie zu akzeptieren. Ich werde im Training weiter Gas geben.“

Spiel an der Hafenstraße eine halbe Stunde später – Das Regionalliga-Spiel von Eintracht Trier bei Rot-Weiss Essen am Mittwoch, 11. April, wurde um eine halbe Stunde verlegt. Anpfiff an der Hafenstraße ist nun um 19.30 Uhr. Das teilte der Verein auf seiner Homepage mit.

Samstag in Elversberg – Am kommenden Samstag tritt Eintracht Trier beim SV Elversberg an. Anstoß ist um 14 Uhr im Waldstadion an der Kaiserlinde.

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Kommentare (2)

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  1. schustermanni sagt:

    so nun habe ich wahrscheinlich, als einer der wenigen optimisten auch die faxen dicke, mit diesen leistungen und der einstellung, die unsere profis bringen kann mann keine spiele gewinnen , in firmen würde dies abmahnungen hageln, unsere einzige chanse den karren noch aus dem dreck zuziehen ist der rheinlandpokal, denn sonst gehen bei uns die lichteraus gruß manni

  2. Sievo sagt:

    Das ist ein sehr interessanter Bericht, bei dem in zwei Passagen erwähnt wird, „dass die Mannschaft nach dem Ausgleich den Faden verlor“ und „die nötige Einstellung fehlte“.

    Wenn die Mannschaft den Faden verliert, dann ist es Sache des Trainers, die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen.

    Wenn die nötige Einstellung fehlt, dann ist es Charakterschwäche der Mannschaft.

    Ich glaube nicht, dass man dem Trainer die nötige Fachkompetenz und der Mannschaft die erforderliche Einstellung so einfach absprechen kann.

    Ich denke daher eher, dass die Mannschaft Konditionsschwächen hat. Eindeutiger Beweis hierfür scheint doch die Tatsache zu sein, dass man bisher schon fünfmal 1:0 geführt hat und das Spielfeld nicht als Sieger zu verlassen.

    Vielleicht wäre es angebracht, einen ausgebildeten Konditionstrainer für die Mannscchaft zu verpflichten, dann würde sie möglicherweise nicht so oft einbrechen.

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