Eintracht Trier: Fan-Unmut über Testspiel gegen RB Leipzig

Vom 17. bis 20. Januar absolviert Eintracht Trier ein Kurztrainingslager in Leipzig und tritt dann zum Testspiel gegen RB Leipzig an. Bei vielen Fans stößt das auf Kritik – die von einem Brausehersteller unterstützten Leipziger gelten „als reines Marketingkonstrukt“ und „als Gefahr für Traditionsvereine“. 

Der Winter-Vorbereitungsplan von Eintracht Trier nimmt Formen an – doch die konkreten Planungen stoßen bei vielen Fans nicht auf Gegenliebe.  Vom 17. bis 20. Januar absolviert der Fußball-Regionalligist ein Kurztrainingslager in Leipzig und trifft dabei am 18. Januar auf das vom Österreicher Peter Pacult trainierte RB Leipzig, dessen Infrastrukturen auch während des Camps genutzt werden. Das Testspiel sorgt jedoch auf Kritik, was am ungeliebten Gegner liegt.

Die vom Brausehersteller „Red Bull“ gegründeten und mit viel Geld unterstützten Leipziger genießen vor allem unter Fans von Traditionsvereinen keinen guten Ruf. „Bei RB Leipzig handelt es sich um keinen ’normalen Verein‘, sondern um ein reines Marketingkonstrukt, dem es darum geht das Produkt Red Bull bekannt zu machen“, schreiben die Ultras von Insane Trier in einer Mitteilung auf ihrer Internetseite. Sie warnen vor dem Geschäftsmodell von RB Leipzig, weil dadurch „Traditionsvereine wie unsere Eintracht, aber auch andere Traditionsvereine ans existenzielle Aus geschleudert“ würden. Durch das Testspiel werde das Konstrukt von Red Bull unterstützt – die Ultras erhoffen sich in ihrem Schreiben eine Absage der Partie, was in der Vergangenheit schon der Hamburger SV, Hessen Kassel und Union Berlin vorgemacht hätten. Auch der „Supporters Club Trier 2001“ sprach sich am Montagabend in einer Mitteilung auf der eigenen Facebook-Seite gegen den Test gegen RB Leipzig aus.

Im Fanforum waren die Meinungen gespalten. Während einige Fans eine Absage des Spiels befürworteten, zeigten wiederum andere Verständnis für die Möglichkeit, in Leipzig ein kostengünstiges Trainingslager absolvieren zu können. Eine längere Reise in südliche Gefilde war aus finanziellen Gründen nicht möglich (5vier berichtete), in Leipzig erhoffen sich die Trierer für wenige Tage gute Infrastrukturen bei der Vorbereitung auf das Titel-Rennen mit Lotte und Mönchengladbach II. „Wichtig ist, dass die Eintracht unter guten Bedingungen trainieren kann und dann ein gutes Testspiel gegen einen Aufstiegsfavoriten machen kann“, schrieb ein User im Forum. „RB kam auf uns zu und bot ein Testspiel an, um einmal einen interessanten Quervergleich mit einer der führenden Mannschaften aus einer anderen Regionalliga zu haben“, berichtete Geschäftsstellenleiter Dirk Jacobs in einer Mitteilung des Vereins.

Im Sommer 2009 wurde RB Leipzig mit seinem finanzkräftigen Investor im Rücken gegründet, indem das Startrecht des seinerseits fünftklassigen Oberligisten SSV Markranstädt übernommen wurde. Mit teuren Einkäufen um Ex-Bundesligaspieler wie Timo Rost (Cottbus) stiegen die Leipziger direkt in die Regionalliga auf, wo sie im ersten Jahr den Durchmarsch in die 3. Liga anpeilten. Das Projekt scheiterte – trotz kostspieliger Verpflichtungen wie Trainer Thomas Oral und Manager Dietmar Beiersdorfer.

Zur Winterpause dieser Saison stehen die Bullen hingegen auf Platz eins der Regionalliga Nord vor Holstein Kiel – mit Fußballern wie Pekka Lagerblom und Trainer Peter Pacult. Der Kader hat laut Transfermarkt einen Wert von 5,2 Millionen Euro. Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz sprach in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mal davon, dass die Champions-League-Teilnahme mit den Leipzigern planbar und auch ein Gewinn der Landesmeister-Trophäe nicht auszuschließen sei. Der Brausehersteller betreibt auch Fußballklubs in Salzburg und New York. Auf Dauer soll der Klub aus Leipzig jedoch das Aushängeschild im Marketingkonzept des Konzerns werden.

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Kommentare (16)

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  1. Wladimir sagt:

    @bam Die weltbewegende Thematik eines Testspiels zw. zwei Viertligisten ist hier im Forum mehr als ausreichend ausdiskutiert und jetzt offiziell abgeschlossen. Schöne Feiertage und einen guten Rutsch!

  2. bam sagt:

    ob man das jetzt kultur oder sonst wie nennt kann man natürlich drüber streiten. dass eine kultur 1000e jahre braucht bestreite ich aber sehr. aber seis drum. mir ging es nur darum, dass man die kritik ernst nehmen soll. wenn jemand etwas kritisiert, soll man nach möglichkeit verstehen, warum derjenige das kritisiert. den kritiker aber zu entgegnen, dass er scheinbar einen an der klatsche hat, find ich respektlos. das hat sievo getan. er hat insane ultra kritisiert, u. a. weil sie sich für eine kampagne einsetzen, das bundesweit das erste paradebeispiel ist, dass die ultras auch mal versuchen, durch dialog etwas zu entwickeln und eben nicht (wie allzu häufig) die starrköpfigkeit walten zu lassen.

  3. treverer sagt:

    @bam; wenn ich Deinen Einspruch gegen @sievo richtig verstehe,redest Du von einer Fankultur beim Abbrennen von Pyrotechnik, sowie es ja hier um Traditionsvereine gehen soll.
    Leider ist kein Alter von den hier betroffenen Personen feststellbar, denn dann könnte man feststellen, wann einige Fankulturen bzw. Traditonen erfunden wurden.
    Ich denke, ich bin seit über 40 Jahren, bei meinen Lieblingsvereinen auch etwas näher an Fanclubs und Supportern.
    Ich finde es leider etwas überzogen wenn man bei Traditionen von 100 Jahren aus geht, Kulturen aber in vielleicht 20 Jahren entstehen sollen.
    Ich habe in der Schule gelernt das Kulturen vor Tausenden von Jahren entstanden sind!

  4. bam sagt:

    ich versuche mal das kunststück, alle beiträge in kürzester form was entgegenzusetzen, damit man mal mehr die andere seite versteht, als einfach nur immer gegen die andere meinung zu sein:
    @sievo: deine ersten kommentare disqualifizieren sich eigentlich als kenner der fanszenen. pyrotechnik ist für einen beträchtlichen teil der fans ein wichtiger baustein der fankultur, nicht nur für ultras. mach dich auf der entsprechenden homepage der initiative „pyrotechnik legalisieren – emotionen respektieren“ erstmal schlau.
    @klara: „Der Profifußball ist von oben bis unten mit Kommerz durchsetzt – kümmert euch doch darum die Spielregeln des kommerziellen Fußballs zu ändern“ – wie soll das gehen, außer durch bspw boykott solcher vereine? natürlich, in diesem fall ist rb leipzig das bauernopfer (das wort passt eigentlich gar nicht), so wie wulff jetzt das bauernopfer für sämtliche politikereliten ist. schade für den jeweiligen betroffenen, aber ein strukturelles problem muss eben durch einen allerersten anfang versucht werden gelöst zu werden.
    @andreas: dass fußball von traditionen und rivalitäten lebt finde ich sehr kurzsichtig. in der utopie lebt fußball von herz und hirn, nicht von rivalitäten, hass usw.
    @wladimir: steh vielleicht aufm schlauch, aber der sinn dieses beitrags erschließt sich mir nicht.
    @tino: mag sein, aber du musst zugeben, es ist schon irgendwie traurig, dass so eine stadt wie leipzig von „fremden“ (man verzeihe mir den latenten rassismus) abhängig ist, nochmal in würdige gefilde zu rücken.
    @treverer: niemand sagt was gegen sponsoren, so naiv ist wirklich niemand. aber es ist eben ein unterschied, ob der sponsor es „nur“ zu globalen marketingzwecken angeht oder ob tatsächlich ein regionaler bezug besteht. ich meine, bitburger ist da ein super beispiel, dass da große wie kleinste vereine aus der region in verschiedenster form unterstützt. da hätte wohl niemand was dagegen, wenn sie millionen reinstecken würden.

  5. Sievo sagt:

    treverer,
    du hast es mit wenig Worten auf den Punkt gebracht.
    Genauso ist es.

  6. treverer sagt:

    Ich kann die ganzen Schwachsinn hier nicht mehr ertragen. Wenn morgen ein Sponsor nach Trier kommt und Millionen auf den Tisch legt sagen wir nein Danke, wollen wir nicht.
    Wie eingeschränkt ist Euer Denken, wie Fussball heute funktioniert.
    “ Ohne Moos, nix los“
    Ihr könnt ja den Verein mit Eintrittsgeldern von 50 € pro Spiel finanzieren.
    Was haltet Ihr denn davon?
    Geht mal in noch tiefere Klassen, wo leider schon das Geld regiert( siehe z. B Salmrohr oder Mehring ).
    Mein Wunsch, träumt einfach weiter, das Ihr das Rad der Zeit aufhalten könnt.

    Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

    PS. Ihr könnt der Eintracht ja schon mal ein Paar Weihnachtsgeschenke in Form von Schecks machen.

    Nur der SVE

  7. Klara Müller sagt:

    @Andreas: ich zitiere dich „Ich genieße es, mich mit Freunden aus allen Generationen beim Spiel zu treffen, über Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit des Vereins auszutauschen und Spiele Revue passieren zu lassen, die 20, 30 oder 40 Jahre zurückliegen und an denen ich womöglich gar nicht teilgenommen habe.“

    lieber Andreas, wie kommst du darauf, dass wir dies in leipzig nicht tuen? wir sind hier mit rb nicht neu geboren… auch wir haben im leipziger zentralstadion fußballgeschichten erlebt, die wir uns noch heute erzählen. die tradition liegt nicht allein bei einem verein, sondern auch in unserer stadt, bei uns menschen selbst. im osten gab es soviele brüche, dass es nur wengie vereine mit durchgehender tradition gibt. nach dem krieg wurden alle fußballvereine von der militärverwaltung aufgelöst und enteignet, in den 60zigern gründeten sich in der ehemaligen DDR auf SED Beschluss Fußball-Leistungszentren die seit dem Krieg dazu führten, dass die gewachsenen Vereinsstrukturen geschwächt wurden und die besten Spieler zu den neuen Vereinen abgezogen wurden. Dies waren dann Vereine wie Dynamo oder Lokomtotive etc. Die Wende brachte erneut einen Umbruch – viele Vereine verschwanden, denn die finanzierung war an die betriebe oder institutionen gebunden, die es jetzt nicht mehr gab. schau dir die fußballlandkarte von deutschland an – da siehst du, dass der osten im spitzenfußball sehr schwach vertreten ist. dies hat auch etwas mit der schwachen wirtschaftlichen allgemeinsituation zu tun. hier gibt es nicht die großen sponsoren wie im westen.

    zum „Kulturgut“ Fußball – ich glaube da machst du dir etwas vor – sicher kann fußball im amateurbereich solch ein von dir genanntes Kulturgut sein – allerdings solltest du mal die Augen aufmachen – der Spitzenfußball ist ein durch und durch kommerzielles Geschäft

  8. Tino sagt:

    Hi zusammen erstmal ich weis net was alle für ein Problem mit unserem Verein haben ich komme aus Leipzig und was RBL auf die Beine stellt hätten vor Jahren schon unsere „Traditionsvereine“ Lokomotive Leipzig & FC Sachsen LEipzig mit einer Fusion machen können . Es wäre sicherlich hilfreich für den Fussball im Osten bzw Leipzig gewesen.
    Mittlerweile is ein Verein abgewickelt und der andere mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden .
    Es ist meiner Meinung nach ein Segen das da ein Mensch mit Geld kommt und investiert um eine erfolgreiche Fussballmannschaft auf zu bauen die !!! einen enormen Fanzuspruch hat und vieleicht sich auch in 20 jahren „Traditionsverein“ nennen darf jeder verein fängt mal klein an .
    Ich persönlich freue mich auf das Testspiel gegen Trier

    sportliche Grüße Tino RBL!!!

  9. Sievo sagt:

    Die Streitkultur bei uns in Trier ist einfach einmalig: Da gibt es nichts Wichtigeres als Parken auf Gehwegen während der Spiele, Legalisierung von Pyrotechnik in Stadien, Spielerabgang ohne Fanverabschiedung, mysteriöse Testspiele usw.
    Ich glaube, wie leben hier bei der Eintracht in einer heilen Welt, wenn wir keine anderen Probleme haben.
    Aber da gibt es Leute, die finden kurioserweise immer wieder welche.
    Manchmal schäme ich mich fast zu sagen, wo ich herkomme.

  10. Wladimir sagt:

    Ah Klara. Nicht böse sein. Die Menschen hier haben bloß keine Ahnung, wie die Fußballsituation in Leipzig so ist. Oder meinst du, dass die wissen, dass z.B. Lok-Fans sich bei einem Jugendspiel mal in Hakenkreuzformation aufstellten? Ich glaube nicht. … Also…„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“. Wenn das Spiel nicht zustande kommt ist doch auch kein Beinbruch.

  11. Andreas Gniffke sagt:

    @Klara: Wir haben da glaube ich völlig unterschiedliche Auffassungen vom Fußball. Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie man sich so sehr und um jeden Preis nach höherklassigem Fußball sehnen kann. Für mich ist Fußball ein Kulturgut. Ich genieße es, mich mit Freunden aus allen Generationen beim Spiel zu treffen, über Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit des Vereins auszutauschen und Spiele Revue passieren zu lassen, die 20, 30 oder 40 Jahre zurückliegen und an denen ich womöglich gar nicht teilgenommen habe. Aber diese Spiele sind allen präsent, weil sie zum kulturellen Gedächtnis der Menschen einer Stadt und Region gehören. Wenn ich mich berieseln und unterhalten lassen will, gehe ich ins Kino.

  12. Klara Müller sagt:

    @Andreas: Warum sollten wir Angst haben, dass der Sponsor mal aussteigt – dies wäre doch eine ganz normale Geschichte. Weniger Fußball als jetzt würde es für Leipzig auch dann nicht bedeuten. RB baut hier in Leipzig einen 1A Fußballtrainigszentrum und unterstützt einige Amateurvereine. Wenn RedBull mal geht, bleibt auf jedenfall mehr als vorher war.

  13. Andreas Gniffke sagt:

    @Klara: Herr Mateschitz hat sicher in Österreich gesessen und dicke Krokodilstränen vergossen, als er jedes Wochenende im Videotext die traurige Situation des Leipziger Fußballs vor Augen geführt bekommen hat… Fußball lebt von Emotionen, von gewachsenen Rivalitäten und Traditionen, im Osten der Republik vielleicht sogar noch mehr als im Westen. Nimmt man Hass und Wut gegenüber einem Marketingkonstrukt wie Rasenballsport Leipzig einmal aus, bleibt davon nichts außer einem überdimensionierten WM-Stadion. Unter Marketinggesichtspunkten war die Wahl des Standortes sicherlich geschickt gewählt, aber was, wenn das Experiment die Firma nicht in die Bundesliga führen sollte? Sucht sich RB dann nach amerikanischem Vorbild einen neuen Standort mit besseren Entwicklungschancen? Alles kein Problem, kann man ja einfach verpflanzen! Ich würde Emden empfehlen, nach der Insolvenz der Kickers dürstet man im ganz hohen Norden sicherlich nach der Champions League!

    Natürlich kann ich die Position des Vereins Eintracht Trier durchaus verstehen, so günstig kommt man wahrscheinlich nie wieder an ein Trainingslager unter den entsprechenden professionellen Bedingungen. Vielleicht lassen sich ja auch noch weitere Kooperationen knüpfen, so könnte die Eintracht beim befürchteten Durchmarsch von RB zur Ausbildungsfilliale der Leipziger werden und ambitionierte Spieler an den höherklassigen Fußball heranführen. Was für eine Vision, für einen Traditionsverein…

  14. Klara Müller sagt:

    …lächerliche Trittbrettfahrer. Der Profifußball ist von oben bis unten mit Kommerz durchsetzt – kümmert euch doch darum die Spielregeln des kommerziellen Fußballs zu ändern. Wenn RB in Leipzig investiert, tut der Konzern dies nicht auf der grünen Wiese, sondern in der traditionsreichsten Sportstadt des Ostens mit 520.000 Einwohner und in einer Region mit mehr als 1 Millionen Menschen + WM Stadion. In Leipzig wurde immerhin der DFB gegründet und aus Leipzig kommt der 1. dt. Meister. Ledier gibt es weit und breit in Mitteldeutschland kein 1. Ligaverein – dies liegt auch an den mangelnden Sponsoren. Bereits jetzt kommen durchschnittlich mehr als 9.000 zu den 4. Ligaspielen von RB Leipzig – davon sdind 2.000 bis 2.500 aktive Supporter.

    Leverkusen als Referenz anzuführen ist ja der Gipfel der Janosköpfigkeit. Bayer ist ein Chemniekonzern und der Verein trägt aus „Tradition“ diesen Namen. Im Vergleich zum Chemiekonzern stelll RB nur Limonade her und hat keine NS-Vergangenheit wie der ex-IG-Farben-Konzern
    RB Leipzig ist kein Kommerzzombie der über den Traditionsfußball herfällt. Ich glaube es ist sehr sehr einfach Parolen nachzuplabbern. Leipzig ist die Stadt im Osten mit der größten Sport- und Fußballtradition – leider konnte an dies Tradition kein regionaler Verein im höherklassigen Fußball anknüpfen.

    Nach dem Krieg wurden auf Beschluss der sowjetischen Militärverwaltung alle Fußballvereine aufgelöst und enteignet – darunter auch der VfB Leipzig (erster dt. Meister). Leider konnte kein Leipziger Verein (auch nicht Lokomotive Leipzig) an diese Tradition anknüpfen. Die schärfsten Gegener von RB kommen ja aus dem LOK Lager – sie treten in Internetforen etc. regelmäßig als Aufheizer gegen RB auf. Aber auch LOK wurde nicht von Fußballspielern oder Fans aus der Taufe gehoben, sondern war eine Gründung auf Funktionärsbeschluss der SED und des DTSB – hier wurde auch ziemlich viel staatliches Geld investiert. Die Leistungsträger aus der Region wurden unter Protest der anderen Fußballvereine und der Fans zu LOK abgezogen. Zur Tradition gehören halt immer zwei Seiten. Nach den Wirren der Nachwendezeit, den Krawallen einer teilweise von Gewalttätigen und Nazis beschädigten Fansszene, haben viele Leipziger aufgegeben an diesen Verein und auf höherklassigen Fußball zu glauben. Ich behaupte mal, dass zu RB jetzt mehr ehemalige LOK-Anhänger gehen, wie gegenwärtig dort noch aktiv zu Spielen gehen. Die große Sporttradition in Leipzig liegt nicht allein bei einem Verein, sondern auch in der Stadt und ihren Menschen – dass RB hier erfolgreich anknüpft, sieht man am Zuspruch (9000 Zuschauer im Schnitt). Übrigens ist RB fair zur Stadt, zur Region und dem Fußball dort. Die anderen Vereine wurden nicht über den Tisch gezogen – sondern RB hat etwas für den Fußball (auch Traditionsfußball) getan.

    Zitat aus einer Zeitung mit 4 Buchstaben: “SSV Markranstädt: Der Klub (im Moment 6. Liga) trat den Bullen 2009 das Oberliga-Spielrecht ab – und erhält dafür jährlich rund 100000 Euro. Präsident Holger Nussbaum (41): ‚Wir haben nun Spieler, die sonst nie bei uns gespielt hätten, ich denke da nur zuletzt an Patrick Bick. Unser mittelfristiges Ziel ist die Regionalliga. Die Rand-Leipziger dürfen sich auch künftig weiter über das Vorrecht bei Transfers oder Spielerausleihen freuen. ESV Delitzsch: 2010 trat der Bezirksligist sein Spielrecht an die RB-Reserve ab. Als Gegenleistung gabs nun einen Kunstrasenplatz mit Flutlicht. ESV-Abteilungsleiter Ralph Zahn (46): ‚Der hat 250 000 Euro gekostet, RB hat einen Teil davon übernommen. Alleine hätten wir uns das nie leisten können.‘ Im Nachwuchs wollen beide Klubs weiter kooperieren, Fußballcamps sind geplant. BSV Schönau: Für das RB-Trainingsgelände am Cottawag trat der Verein einen Teil des eigenen Areals ab, bekam aber als Ausgleich einen neuen Rasenplatz, ein Kunstrasen soll noch folgen. BSV-Chef Andreas Kluge (55): ‚Wir sind zufrieden, der Rasen sieht top aus. Auf drei Jahre ist eine Zusammenarbeit im Nachwuchs angelegt. Die U10 bis U13 von RB spielt und trainiert beim BSV.'“

  15. Sievo sagt:

    Um Gottes willen, jetzt habe ich diese Seite der Insane Ultras noch mal aufgemacht und angefangen, den Bericht zu lesen. Da wird doch tatsächlich geschrieben: „Mit Erschrecken haben wir, Insane Ultra, am heutigen Nachmittag festgestellt, dass unser geliebter Verein am 18. Januar ein Testspiel gegen RB Leipzig bestreiten wird.“
    Wirklich wahr, da steht tatsächlich „geliebter Verein“!!! Dann sollten diese Insane Ultras ihrem geliebten Verein auch mal den entstandenen Schaden erstatten, den sie durch ihr unerlaubtes Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen verursacht haben. Von moralischem Schaden durch irgendwelche Spruchbänder möchte ich gar nicht reden.

  16. Sievo sagt:

    Jeder darf zu diesem Thema seine Meinung vertreten, aber als ich durch den Link in diesem Bericht auf eine seltsame Seite der „Insane Ultra“ geleitet wurde, dachte ich, mir haut es den Vogel raus. Gleich auf der ersten Seite sind vermummte Autonome zu sehen mit dem Hinweis „Pyrotechnik legalisieren“. Wie gesagt, jeder kann denken was er will, aber wenn ich unter den zwei Möglichkeiten „Pyrotechnik legalisieren“ und „Testspiel gegen RB Leipzig“ wählen müsste, wäre ich jedenfalls für das Testspiel.

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