„Für uns ist das Duell richtungsweisend“

Von Stephen Weber

Im Spitzenspiel der Regionalliga Südwest reist Eintracht Trier am Wochenende zur Reserve der TSG Hoffenheim. SVE-Trainer Roland Seitz erwartet eine interessante Partie und hegt eine ganz besondere Hoffnung. Anpfiff ist am Sonntag im Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim um 14 Uhr.

Roland Seitz geht von einem richtungsweisenden Spiel aus (Foto: Anna Lena Grasmück)

Es könnte das Schlüsselspiel der Saison für Trier werden. Ihr Gegner Hoffenheim steht zurzeit mit Elversberg an der Spitze der Tabelle und beide Vereine verfügen über einen sieben Punkte Vorsprung auf die Eintracht. Mit einem Sieg würden die Moselstädter den Vorsprung zufahren, mit einer Niederlage die zwei Kontrahenten abreißen lassen. So ist sich Coach Roland Seitz der anstehenden Bedeutung des Duells in Hoffenheim bewusst: „Wir haben ein schönes und interessantes Spiel vor der Brust. Mein Team hat sich die Ausgangslage stark erarbeiten und wir stehen zurecht im Fokus der Öffentlichkeit mit der Begegnung. Für uns ist das Duell richtungsweisend und umso mehr freuen sich Mannschaft und Trainerstab auf die Herausforderung.“

Die Serie als Serienkiller

Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit kein leichtes Unterfangen gegen die heimstarke zweite Mannschaft der Hoffenheimer: Die junge Truppe aus dem Kraichgau ist in der aktuellen Spielzeit auf dem heimischen Grün noch ungeschlagen und stellt ferner mit 38 Treffern den produktivsten Sturm der Regionalliga Südwest. „Hoffenheim bietet absolut Qualität auf dem Platz. Sie haben einen breiten Kader, viele talentierte Spieler und jeder spielt da mit dem Ansporn, irgendwann in der Bundesliga auflaufen zu dürfen“, warnt Seitz vor dem Gegner, aber hofft im selben Atemzug. „Wieso sollen sie am Wochenende nicht mal reif für die erste Heimniederlage sein? Wir haben in der Vergangenheit einige Serien von Topmannschaften beendet, das ist auch am Sonntag möglich.“

Allerdings sind die Trierer gewarnt: Denn im Kader des Tabellenführers finden sich bekannte Gesichter und Namen wieder, die schon mehr als einmal Bundesligaluft schnuppern durften. So standen beim 4:1 gegen Eschborn mit Denis Streker und Tobias Weis zwei Spieler in den Reihen der TSG, die in dieser Spielzeit bereits in der obersten Spielklasse aktiv waren. „Hoffenheim spielt bis zum Schluss überlegt und ohne Hektik und sie werden oftmals für ihre ruhige Spielweise belohnt. Ihre qualitative Stärke ist enorm und sie sind unberechenbar, da immer andere Jungs auf dem Platz stehen. So ist es schwer, sie richtig auszurechnen“, analysierte Seitz den anstehenden Gegner.

Keine Freigabe für Pagenburg

Erhält keine Freigabe von seinem Coach: Chhunly Pagenburg (Foto: Anna Lena Grasmück)

Vor allem baut der Oberpfälzer wieder auf die Torjägerqualitäten von Chhunly Pagenburg, der allerdings wegen Meniskusproblemen nicht am wöchentlichen Trainingsbetrieb teilnehmen konnte, aber am Sonntag wohl einsatzbereit ist. Definitiv ausfallen wird hingegen Markus Fuchs, der aufgrund von Leisten-Adduktoren-Problemen gar nicht erst mit nach Hoffenheim reisen wird. „Der Rest steht zur Verfügung. Wir werden bereits am Samstag nach Hoffenheim fahren und vor Ort unsere Hausaufgaben machen“, verriet der Coach auf der Pressekonferenz.

Das andere Thema, das zurzeit das Trierer Umfeld auf Trab hält, sind die Wechselgerüchte um 14-Tore-Mann Chhunly Pagenburg in der kommenden Winterpause. Nur für Roland Seitz stellt dieses Thema keinen Nährboden für Diskussionen dar: „Diese Meldungen beschäftigen mich nicht. Zum einem würde er von mir eh keine Freigabe erhalten, zum anderen denke ich nicht, dass irgendein Verein das nötige Geld für eine Ablöse im Winter in die Hand nehmen könnte.“ Klare Worte.

Vielmehr beschäftige ihn, die anstehende Begegnung und die Möglichkeit, sich bis zur Winterpause an die Aufstiegsregion festzubeißen. Der nächste große Schritt dahin kann am Sonntag um 14 Uhr im Dietmar-Hopp-Stadion erfolgen.

+++Eintracht in Kürze+++

Erneute Hiobsbotschaft für Christoph Anton – Bittere Nachricht für Christoph Anton. Der 21-jährige Mittelfeldspieler des Südwest-Regionalligisten SV Eintracht Trier 05 wird in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen können. Das ergab eine Untersuchung bei Mannschaftsarzt Dr. Bernd Vogt am Freitag Morgen. Zuvor hatte sich Anton einer MRT (Magnetresonanztomografie) unterzogen. Gerade waren die Bänderrisse im Sprunggelenk, die er sich Ende August im Training zugezogen hatte, ausgeheilt, da machten sich Achillessehnenbeschwerden bemerkbar. Inzwischen wurden Knochenödeme (Wassereinlagerungen) beim Schodener festgestellt.

Vortrag von Ronny Blaschke  – Sportjournalist Ronny Blaschke sprach am Donnerstag vor 25 Zuhörern im Exhaus darüber, wie Rechtsextremisten den Fußball missbrauchen und zeigte Codierungen auf, mit denen Nazis in Stadien arbeiten. Von Seiten der Vereine und Verbände verlangt der Buchautor mehr Initative. „Es gibt viele Beispiele, wie der Fußball als Plattform genutzt wird. Mir geschieht zu wenig, um das Problem wirklich anzugehen.“ Der Experten-Vortrag schloss die Aktionstage rund um „Tatort Stadion 2“ ab , wo Formen von Diskriminierung und Rassismus im Sport aufgezeigt wurden. Thomas Endres vom Fanprojekt Trier war mit der Resonanz zufrieden: „In der Woche haben sich 250 Leute die Ausstellung im Null Fünf angesehen.“ Zum Heimspiel von Eintracht Trier gegen den SSV Ulm wurden die Schautafeln im Moselstadion aufgebaut.

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