Eintracht Trier: „Gewinnen in Elversberg – ohne wenn und aber“

Von Florian Schlecht

Eintracht Trier will in Elversberg (Samstag, 14 Uhr) wieder auf Kurs kommen. Trainer Seitz wird dabei wohl an seinen Änderungen aus Düsseldorf festhalten – Kapitän Hollmann droht so erneut die Bank.

Roland Seitz steht zu seinen Umbauten in Düsseldorf. "Es ging weniger um Einzelschicksale als um das Gesamte."

Roland Seitz ist Fußballer aus Leidenschaft, die sportliche Durststrecke und die Rückschläge im Aufstiegsrennen sind auch an dem Trainer von Eintracht Trier nicht spurlos vorüber gegangen. “Natürlich stört und nervt mich das, ich will ja jedes Spiel gewinnen, ob im Training, im Pokal oder in der Meisterschaft”, bekennt er. Doch vor der Tour zum SV Elversberg am Samstag (14 Uhr) baut der Oberpfälzer darauf, einen Strich hinter die Vergangenheit mit den enttäuschenden Heim-Auftritten gegen den SC Idar-Oberstein (0:1) und den 1. FC Köln II (1:3) zu setzen. “Wir dürfen nicht zurückschauen, sondern müssen alles dafür tun, unsere nächsten Spiele zu gewinnen”, so Seitz. “Vielleicht”, so der Fußballlehrer und weiß um den 0:0-Ausrutscher der Sportfreunde Lotte in Koblenz, “können wir dann in vier Wochen wieder über andere Themen reden”. Abgehakt hat er höhere Ziele noch lange nicht.

Seine Ruhe bezieht Seitz aus dem 1:1 bei Fortuna Düsseldorf II, wo er mit dem Auftritt zufrieden war und lediglich die Chancenverwertung bemängelte. “Die gleiche Power, das gleiche Engagement, die gleichen spielerischen Elemente müssen wir wieder abrufen.” Mit einem erheblichen Unterschied, so sein Wunsch. “Wir sollten diesmal schon einen Sieg einfahren. Denn im Fußball zählt nur das blanke Ergebnis.”

Kapitän Hollmann droht weiter die Bank

Kapitän Torge Hollmann droht weiter die Ersatzrolle. Trainer Seitz will aber mit seinem Kapitän verlängern.

In der Anfangsformation dürfte nicht mit großen Veränderungen zu rechnen sein. Am Mittwoch stand nur eine kurze Einheit auf dem Plan, am Donnerstag gab Seitz den Spielern frei. Im Umkehrschluss bleibt es damit wohl bei den Änderungen, für die er sich entschieden hatte. Wie bei dem Gedanken, Torge Hollmann nur auf die Bank zu setzen. “Ich habe großes Vertrauen zu Oliver Stang und Denny Herzig in der Innenverteidigung. Jeremy Karikari ist im defensiven Mittelfeld wichtig für uns, fußballerisch haben wir mit ihm und einem läuferisch und kämpferisch starken Daniel Bauer wohl das beste Spiel 2012 gezeigt“, begründete der Trainer den Schritt.

“Ich habe im Sinne der Mannschaft gehandelt, es ging weniger um Einzelschicksale als um das Gesamte.” Dennoch ist es ein sensibles Thema, den Kapitän auf die Bank zu setzen. “Vielleicht trauen sich andere Trainer in der Bundesliga das nicht, weil sie Angst vor Boulevardmedien haben”, reagierte Seitz auf die entsprechende Frage. Eine Vertragsverlängerung mit dem Spielführer, der seit Sommer 2010 für die Eintracht aufläuft, wünscht er sich dennoch. “Jeder möchte, dass Torge hierbleibt, ich urteile nicht nach einer Momentaufnahme, das wäre nicht fair. Mit ihm und Thomas Drescher, unseren beiden Kapitänen, habe ich zuerst über die Zukunft gesprochen, das haben sie verdient.”

Auch mit Cataldo Cozza und Jeremy Karikari gab es Unterhaltungen, beide signalisierten laut Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi, gerne in Trier bleiben zu wollen (5vier berichtete). Weitere Kräfte aus dem Kader sollen bald zu weiteren Gesprächen in das Büro des Trainers geladen werden. “Wobei das zweite Gespräch”, lächelt Seitz und meint das mit dem Verein über die finanziellen Aspekte, “meistens das schwerere ist”.

„Gewinnen – ohne wenn und aber“

Fahrudin Kuduzovic (Foto) muss sich in den nächsten Wochen wohl erst einmal wieder anbieten. Der Mittelfeldspieler, der seit Monaten unter seiner Form spielt, wurde von Seitz zuletzt erstmals aus der Startelf genommen. “Wir wissen um sein Herz, seinen Willen, er gibt alles, in den letzten Spielen war ich nicht zufrieden mit ihm. Deswegen hat er einen Denkzettel bekommen.”

Ob Tolgay Asma, der nach langer Verletzungspause wieder angreift, und der lange angeschlagene Chhunly Pagenburg in den Kader zurückkehren, ist unwahrscheinlich. Beide saßen auf dem Weg nach Düsseldorf nicht im Mannschaftsbus. “Tolgay kämpft immer wieder mit Rückschlägen und ist körperlich nicht fit”, begründete Seitz. “Chhunly habe ich immer unterstützt. Ich möchte, dass er sagen kann, zu 110 Prozent fit zu sein, dann wird er uns auch wieder zur Verfügung stehen.”

In Elversberg will Seitz über fußballerische Mittel zum Erfolg kommen. Die Mannschaft von Jens Kiefer hat in der Winterpause einige Spieler abgegeben, “hat aber nun eine Truppe, die von der ersten bis zur letzten Minute alles gibt”, glaubt der Eintracht-Trainer. Nach dem 0:4-Debakel gegen Rot-Weiss Essen sind die Saarländer zudem auf Wiedergutmachung aus. Das weiß auch Seitz. “Wenn wir aber unsere spielerische Qualität einbringen, gehe ich davon aus, dass wir das Ding gewinnen. Ohne wenn und aber.”

+++++Eintracht in Kürze+++++

5vier im Gespräch mit Roland Benschneider – Im Vorfeld des Regionalligaspiels von Eintracht Trier hat 5vier mit Roland Benschneider gesprochen. Der 31-Jährige ist Sportdirektor beim SV Elversberg und ist 2002 mit Trier in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Hier geht es zum Bericht.

Karikari und Cozza geben „positive Signale“ – Gut scheinen die Chancen auf eine Vertragsverlängerung mit Jeremy Karikari und Cataldo Cozza zu stehen. Einen ausführlichen Bericht dazu gibt es hier.

Alon Abelski und Michael Dingels fehlen in Elversberg – Auf Alon Abelski (Teileinriss des Syndesmosebandes) und Michael Dingels (Hüftprobleme) muss Trainer Roland Seitz in Elversberg verzichten. Ansonsten stehen alle Spieler zur Verfügung.

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Kommentare (2)

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  1. Sievo sagt:

    manuted,
    das ist nicht korrekt, die Niederlage an Cozza festzumachen. Dieses Malheur hatten wir doch letztes Jahr auch, als wir noch keinen rechten Mittelfeldspieler hatten, der die rechte Seite zumachte. Das schafften wir erst, als Kraus vor Cozza gestellt wurde. Und jetzt, da Kraus wieder im Sturm spielt, haben wir dieses Dilemma eben wieder. Es fehlt uns ein rechter MIttelfeldspieler, der auch konsequent nach hinten arbeitet. Bis auf Kraus waren bisher alle Spieler überfordert.

  2. manuted sagt:

    ach du scheiße schon wieder 2 zu 0 zurück!!! und anscheinend cozza an den gegentoren beteiligt und es gibt einfach keine alternative auf dieser position und dieser spieler, der seit einigen spielen unterirdisch spielt, steht jedes mal wieder auf dem platz!
    dann wird mit so einem noch als erstes über verlängerung gesprochen! bitte herr seitz suchen sie eine BESSERE alternative!!! einfach nur traurig……………….

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