Eintracht Trier gewinnt das „Riesengeduldsspiel“

Regionalliga Südwest

Pflichtaufgabe erfüllt: Mit dem 3:0 (1:0) bei Aufsteiger SV Saar 05 Saarbrücken hat die Trierer Eintracht am Samstag Nachmittag ihren ersten Dreier in der noch sehr jungen Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest eingefahren. Addiert man den insgesamt souveränen Auftritt im Ludwigsparkstadion mit dem einen Punkt und der zumindest nach der Halbzeit starken Vorstellung zum Auftakt gegen Titelfavorit SV 07 Elversberg (2:2) ist der Start der Blau-Schwarz-Weißen als gelungen einzustufen.

Saarbrücken. „Es ist immer gut, ohne Anlaufprobleme in eine neue Saison zu kommen“, weiß Eintracht-Coach Peter Rubeck nur allzu gut. Zufrieden zeigte sich der Trierer Übungsleiter kurz nach dem Abpfiff der Partie in der saarländischen Landeshauptstadt nicht nur mit den vier Zählern aus den beiden ersten Spielen, sondern unterm Strich auch mit dem Auftritt seiner Schützlinge: „Wir hatten zwar am Anfang Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind, mit zunehmender Spielzeit haben wir es dann aber gut gemacht. Es war klar, dass es hier ein Riesengeduldsspiel wird.“

Mit ihren schnellen Kontern hätte die Saarbrücker, die aus Sicherheitsgründen nicht in ihrem heimischen Stadion am Kieselhumes spielen konnten, die Gäste von der Mosel am Anfang fast düpiert:  Jesus Alfonso Marte (11.) und Lars Anton (12.) verpassten das Ziel nur ganz knapp. Dadurch aufgerüttelt, tat sich auch was in der Trierer Offensive. Zunächst wurde Christoph Anton im letzten Moment gestoppt (13.), dann parierte Saar-05-Schlussmann Marc Birkenbach beim Kopfball von Kapitän Michael Dingels (15.).
Die Eintracht wählte gegen dicht gestaffelte und aufopferungsvoll verteidigende Saarländer in der Folge weiter oft die falschen Mittel, bewegte sich zu wenig und ließ Kreativität vermissen.
Erst nach gut einer halben Stunde ergaben sich die nächsten Chancen der zwischenzeitlich wacheren und agileren Trierer (Mario Müller scheiterte per Freistoß an Birkenbach, dann fand auch Julian Bidon seinen Meister in dem gut aufgelegten saar-05-Schlussmann, 32., 34. Minute). Wiederum nur zwei Minuten später hatte Birkenbach auch keine Mühe, den Ball nach dem 30-Meter-Feistoß von Christian Telch weg zu boxen.
Jener Telch machte auch das Trierer 1:0 in der 44. Minute. Birkenbach hatte bei Antons Schuss zunächst noch abwehren können, war dann aber gegen das Nachsetzen des zentralen Mittelfeldspielers machtlos.
Birkenbachs Gegenüber Chris Keilmann konnte sich in der 56. Minute auszeichnen: Dominik Engel hatte nach eine Abspielfehler von Christopher Spang (war für Silvano Varnhagen in die Startelf gerückt, außerdem ersetzte Julian Bidon den angeschlagenen Dennis Gerlinger) drauf gehalten, der SVE-Torwart tauchte aber ab und lenkte die Kugel gerade noch zur Ecke.
Acht Minuten später markierte Bidon aus abseitsverdächtiger Position („Ich hatte selbst auch das Gefühl, dass es abseits gewesen sein könnte.“) das 0:2, als die Saar-05-Abwehr nach einer Trierer Ecke unsortiert wirkte. Die wackeren und gegenüber der voran gegangenen 1:6-Pleite zum Start in Hoffenheim deutlich verbesserten Saarbrücker kämpften weiter, hatten durch den eingewechselten Christoph Fuhr noch eine gute Chance aus der zweiten Reihe (78.), mussten aber im Gegenzug noch das 0:3 hinnehmen. In der Schlussminute vollendete Patrick Lienhard einen Konter zum 0:3-Endstand.
„In der zweiten Halbzeit haben wir das Ganze etwas zu viel verwaltet, was aber mit einem 2:0 im Rücken durchaus passieren kann“, merkte Coach Rubeck an. Die Erleichterung war dem Coach anzumerken, schließlich hatte die Trierer Mannschaft in der vergangenen Saison allzu oft riesengroße Probleme mit der Favoritenrolle und so viele Punkte leichtfertig vergeben.
Nicht nur spielerisch scheint das SVE-Team weiter zu sein, auch der Zusammenhalt scheint mehr denn je zu stimmen. „Dass die Jungs schon jetzt einen Kameradschaftsabend machen, spricht dafür, wie schnell sie zusammen gefunden haben“, so Rubeck. Nur für den Fall eines Sieges im ersten Auswärtsspiel der Saison hatte er seinen Schützlingen nach dem Teamabend einen trainingsfreien Sonntag in Aussicht gestellt. „Das war mein Druckmittel“, lachte Rubeck in der Pressekonferenz.
Bei aller Feierlaune hatte Kapitän Michael Dingels schon kurz nach dem Saar-05-Match die nächste Aufgabe im Blick: „Jetzt freuen wir uns alle riesig auf das Heimspiel gegen Waldhof Mannheim. Da holen wir die nächsten drei Punkte.“ Red
 
Aufstellung Saar 05: Birkenbach – Löber, Britz, Holste (58. Schug), Gornik – Engel, Seibert, Cissé, Marte (72. Fuhr)– Anton (60. Hertel), Dausend.
Eintracht Trier: Keilmann – Fiedler, Dingels, Laux, Müller – Anton (86. Garnier), Spang, Telch (88. Hollmann), Bidon (72. Karpuz)– Lienhard, Koep.
Schiedsrichter. Patrick Hartmann (Groß-Zimmern)
Zuschauer: 700
Tore: 0:1 Telch (44.), 0:2 Bidon (64.), 0:3 Lienhard (90.)

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