„Ich glaube an meine Mannschaft“

Von Florian Schlecht (Text)

Selbstkritik und der Blick nach vorne: Auch mit einigen Tagen Abstand rätseln die Regionalliga-Fußballer von Eintracht Trier über die Gründe des 1:6-Debakels bei Eintracht Frankfurt II. Torhüter Stephan Loboué glaubt aber an eine Reaktion. „Wir wollen zeigen, dass das Spiel ein Unfall war, der so nicht wieder vorkommt.“

„Druck gibt es in Bereichen, wo man keinen Job hat und eine Familie mit zwei Kindern ernähren muss. Wir gehen unserem Hobby nach.“

Im Profifußball mit all seiner Hektik und Nervosität gibt es manchmal Spieler, die der Schwarz-Weiß-Malerei des Geschäfts kritisch gegenüber treten. Stephan Loboué ist einer von den Charakteren, die so schnell nicht in überzogene Euphorie und auch nicht in voreilige Panik ausbrechen. Der Torwart von Eintracht Trier findet so auch zum 1:6 bei Eintracht Frankfurt II klare Worte, bleibt ansonsten aber seinem entspannten Naturell treu und baut auf eine Antwort der Mannschaft. Besonderen Druck verneint er so vor dem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt II am Freitag (19 Uhr). „Druck gibt es in Bereichen, wo ein Mensch keine Arbeit hat und eine Familie mit zwei Kindern ernähren muss. Wir sind Fußballer und gehen gerne unserem Hobby nach“, sagt Loboué so klar und deutlich.

Der Keeper gehörte am Samstag zu den Wortführern, als in der Kabine über die Ursachen und Mängel der hohen Klatsche am Main diskutiert wurde. Er zählte aber auch zu den Spielern, die schnell aufmunternde Worte fanden und zuversichtlich nach vorne blickten. „Wir haben einen guten Charakter in der Truppe, ich glaube an die Mannschaft“, bekräftigt er. „Wir haben die Erfolge zusammen gefeiert, jetzt müssen wir auch die berechtigte Kritik zusammen einstecken.“ Beim Optimismus, der ihm inne wohnt, hilft Loboué seine lange Erfahrung, an denen er seine Mitspieler teilhaben lässt. „Solche Drecksspiele gibt es im Fußball einfach. Werder Bremen hat am Wochenende auch bei einer B-Mannschaft von Bayern München mit 1:6 verloren, auch wenn das vielleicht nicht vergleichbar mit unserer Situation ist.“ Klar ist für den Torhüter, dass die Reaktion auf ein solches Debakel in mehrere Richtungen gehen kann. „Ein solches Spiel kann eine Mannschaft zusammenschweißen oder sie kaputt machen.“

„Ein Unfall, der nicht wieder vorkommt“

Foto: www.5vier.de

Loboué vertraut dabei auf den ersten Fall, den er in der Saison 2004/05 schon beim SC Paderborn erlebt hat. Damals verlor die Spitzenmannschaft nach einer langen Serie ohne Niederlage mit 0:6 bei Borussia Dortmund II. „Das war ein zündender Moment, durch den wir am Ende sogar den Aufstieg gepackt haben“, erinnert sich der Deutsch-Ivorer, der aber mit Parallelen zur Gegenwart vorsichtig ist. „Ich will nicht großartig was erzählen. Wichtig ist zunächst mal, als Mannschaft am Freitag zu zeigen, dass das Spiel in Frankfurt ein Unfall war, der nicht wieder vorkommt. Wenn es uns gelingt, die Scharte auszuwetzen, läuft der Karren wieder. Und dann interessiert das 1:6 keinen Menschen mehr.“

„Das hat tiefer gesessen als andere Niederlagen“

Auch am Dienstag taten sich die Spieler schwer, Ursachen für die Pleite zu finden. Nach internen Worten in der Kabine folgt in der Woche noch eine ausführliche Videoanalyse. „Die Aufarbeitung dann ist das A und O“, glaubt Fouad Brighache, der auch noch an dem schwarzen Abend knabbert. „Das hat tiefer gesessen als andere Niederlagen. Wir wurden von einer mittelmäßigen Leistung von Eintracht Frankfurt II überrollt. Die ganzen Mechanismen haben nicht gegriffen“, meint der Kapitän, der nun einfordert, dass sich die Mannschaft erst einmal wieder auf die kleinen und zugleich essentiellen Dinge des Fußballs konzentrieren soll.

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„Jetzt müssen wir erst mal wieder die Basics in unser Spiel kriegen und dürfen es den Gegnern nicht so leicht machen, ein Tor gegen uns zu machen. Wir waren schlecht, keine Frage. Jetzt müssen wir die Sache aber abhaken, die Fehler einstellen und kompakter agieren.“ Das ist auch die Grundlage, die der Kapitän für das Heimspiel gegen den FSV Frankfurt verlangt. Geduld, Geschlossenheit und Aggressivität. Keinen blinden Hurra-Fußball, der von der Wut über das 1:6 angestachelt ist. Brighache: „Wir werden da nicht wie wild rumtänzeln, sondern müssen mit einem kühlen Kopf reingehen.“

+++Regionalliga in Kürze+++

Homburg-Heimspiel am 20. März, Derby in Koblenz vorverlegt – Jetzt ist es fix! Die am 16. Februar wegen widriger Platzverhältnisse abgesagte Regionalliga-Südwest-Partie zwischen dem Eintracht Trier und dem FC Homburg soll am Mittwoch, 20. März, ab 19 Uhr, im Moselstadion nachgeholt werden. Bestätigt hat Regionalliga-Geschäftsführer Sascha Döther inzwischen auch den Termin des Auswärtsspiels bei der TuS Koblenz: Das Derby auf dem Oberwerth findet am Samstag, 30. März, ab 14 Uhr, statt. Ursprünglich war das Match auf Ostersonntag, 31. März, angesetzt worden.

Mainz II verlängert mit Trainer Schmidt – Mit 2:1 bezwang Mainz II am Wochenende den SC Freiburg II. Trainer Martin Schmidt durfte sich über eine furiose Offensivabteilung auf dem Platz freuen, die ihren Beitrag zu wichtigen Punkten um den Klassenerhalt leistete: Neben den Torschützen um Nejmeddin Dagfhous und der dauerhaften Profi-Leihgabe Petar Sliskovic kamen aus dem Bundesliga-Kader noch Erik-Maxim Choupo-Moting sowie Shootingstar Shawn Parker zum Einsatz. Schmidt, der Fußballlehrer aus der Schweiz, hat derweil seinen Vertrag in Mainz bis zum 30. Juni 2015 verlängert.

Pagenburg droht auszufallen – Hiobsbotschaft für Eintracht Trier: Ausgerechnet Top-Goalgetter Chhunly Pagenburg (bisher 17 Saisontreffer) droht für das erste Regionalliga-Heimspiel im neuen Jahr am Freitag, 1. März, ab 19 Uhr, im Moselstadion gegen den FSV Frankfurt II auszufallen, das teilte der Verein heute in einer Pressemitteilung mit. Der 26-Jährige kämpft derzeit mit einem Magen-Darm-Infekt und wird sich am Donnerstag bei einem Spezialisten in Nürnberg einer Magen-Spiegelung unterziehen. „Er hatte bereits am Freitag bei unserem Spiel bei Eintracht Frankfurt II leichte Probleme. Diese sind nun in den vergangenen Tagen immer massiver geworden“, berichtet Cheftrainer Roland Seitz. Im allerbesten Falle, so der SVE-Coach, stehe Pagenburg gegen den FSV Frankfurt II als Joker zur Verfügung.

Gewinnspiel – Für das nächste Heimspiel der Trierer Eintracht könnt ihr hier bei 5vier.de wieder Karten der unterschiedlichsten Kategorien gewinnen. Am Freitag, 1. März, 19 Uhr, ist der FSV Frankfurt II zu Gast im Moselstadion. Hier geht es zum Gewinnspiel. 

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