Eintracht Trier: Im Mondpalast mit Fragezeichen – Schalke II im Visier

Von der Eintracht berichtet
Andreas Maldener

Schweres Auswärtsspiel für Fußball-Regionalligist Eintracht Trier. Am Sonntag trifft die Mannschaft von Trainer Roland Seitz um 14 Uhr in der Mondpalast-Arena in Herne auf die Zweitvertretung des Bundesligisten FC Schalke 04. Auf der einen Seite, nämlich bei den kleinen Knappen aus Gelsenkirchen, muss man mit Verstärkungen aus dem Profikader rechnen. Auf Seiten der Moselaner hingegen gibt es gleich vier mögliche Ausfälle zu beklagen. Dennoch hofft Trainer Seitz auf eine couragierte Leistung seiner Mannschaft und drei Zähler im Kampf um den Aufstieg in die Dritte Liga.

Freistoßgenie Alban Meha wurde unter der Woche von einer Grippe lahmgelegt. Doch Trainer Seitz hofft auf den Einsatz des Kosovaren gegen Schalke II. Foto: Andreas Maldener.

Die Schwere dieser Aufgabe für Eintracht Trier spiegelt sich in der Tabelle wieder. Von 13 Heimspielen in dieser Saison haben die „kleinen Schalker“ den Rasen ihrer Mondpalast-Arena erst ein einziges Mal als Verlierer verlassen müssen. In den übrigen Partien sprangen ganze sieben Siege und fünf Unentschieden heraus. Eine typische Heimelf also. Dazu kommen die üblichen Probleme und Ungewissheiten im Bezug auf Zweitvertretungen, das weiß auch Trainer Roland Seitz:“Die Schalker U23 ist auch eine Wundertüte, wir müssen auch hier mit der ein oder anderen Verstärkung rechnen, da die Profis bereits am Freitagabend in St. Pauli spielen.“

Doch ob Verstärkung von oben oder nicht, die Marschroute des Oberpfälzers ist klar vorgegeben:“Wenn wir weiter an der Tabellenspitze dranbleiben wollen, müssen wir Spieltag für Spieltag gewinnen, das ist die Voraussetzung, ansonsten wird es ganz eng werden, vor allem wenn Münster seine Spiele gewinnt.“ Der aktuelle Tabellenführer der Regionalliga West, Preußen Münster, muss bereits am Samstag zum Auswärtsspiel beim VfL Bochum II reisen. Da mit einem Sieg der Preußen zu rechnen sein wird, sollte auch die Eintracht am Sonntag punkten, um zumindest den Fünf-Punkte-Rückstand auf den Platz an der Sonne nicht weiter steigen zu lassen.

Aber die Vorzeichen für ein Spiel der Eintracht sahen in dieser Saison schon rosiger aus: Gleich hinter drei Akteuren stand vor den abschließenden Trainingseinheiten am Freitag und Samstag noch ein dickes Fragezeichen. Thomas Kempny laboriert an Problemen mit dem Innenband, Torge Hollmann plagen weiterhin Hüftprobleme, er konnte im Laufe der Woche nur Lauftraining absolvieren. Dazu droht Mittelfeldmotor und Freistoßgenie Alban Meha auszufallen. Der Kosovare wurde unter der Woche von einer Grippe heimgesucht und wird den Stand seiner Kräfte erst heute bei einer ersten Laufeinheit ausloten können. Sowieso ausfallen wird Stürmer Ahmet Kulabas, sein Muskelriss im Oberschenkel bedarf noch einiger Wochen Ruhepause.

Wird Thomas Kraus gegen Schalke jubeln können? Foto: Anna Lena Bauer.

Auch deswegen wollte Übungsleiter Seitz bei der Pressekonferenz am Freitag noch keine genaueren Pläne für seine Startelf gegen die kleinen Knappen offenlegen. Fest steht lediglich, dass Fabian Zittlau bei einem Ausfall von Torge Hollmann die vakante Position in der Innenverteidigung neben Kapitän Josef Cinar einnehmen wird. „Fabian hat seine Sache auf allen Positionen bisher gut gemacht“, lobt Seitz seinen Schützling. Da der Coach bis zum Sonntag auf eine Genesung von Alban Meha hofft, dessen Grippe derzeit medikamentös behandelt wird („Über einen Ausfall von Alban will ich mir keine Gedanken machen“), muss nur noch Ahmet Kulabas ersetzt werden. Dabei scheinen zwei Systeme machbar: Zum Einen ein 4-2-3-1-System mit zwei defensiven und drei offensiven Mittelfeldspielern sowie Top-Torschütze Lukas Mössner als einzige Spitze oder das klassische 4-4-2-System, das Seitz zu bevorzugen scheint:“Ich bin nicht der Freund von einer Spitze, aber vielleicht würde es gegen einen heimstarken Gegner wie Schalke II Sinn machen.“

Sollte der Trainer sich für das 4-4-2-System entscheiden, dass sich in dieser Saison bereits bewährt hat, würde nach aktuellem Stand der Dinge Thomas Kraus zurück in die Sturmabteilung versetzt werden, auf der rechten Außenbahn dürfte dann Olivier Mvondo zum Zuge kommen. „Das wäre definitiv die risikoreichere Variante, da Olli eventuell zu offensiv eingestellt ist.“ Darüber hinaus weiß Seitz, dass Thomas Kraus und Cataldo Cozza auf der rechten Seite vor allem in der Defensivarbeit ihre Hausaufgaben erledigen:“Natürlich kann Thomas auf der rechten Außenbahn nicht so effektiv sein kann wie ganz vorne, aber nach hinten sichert er die rechte Seite zusammen mit Catta gut ab.“ Sowieso glaubt der Chef, dass Kraus` Leistungen in der Öffentlichkeit zu schlecht bewertet werden:“Thomas wird immer noch wie in den ersten vier Wochen der Saison gesehen. Natürlich unterlaufen ihm manchmal Stockfehler, aber wenn er diese Leistung durchgehend gebracht hätte, dann hätte Köln damals einen Fehler gemacht oder er wäre schon nicht mehr hier in Trier.“

Die Systemfrage und damit auch die endgültige Entscheidung, welche elf Spieler der schweren Auswärtsaufgabe beim FC Schalke 04 II am Sonntag ins Auge blicken muss, wird sich letztlich vermutlich erst beim Abschlusstraining am Samstag entscheiden.

Hier noch die Stimmen vom gestrigen Training:

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Kommentare (1)

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  1. Sievo sagt:

    Ihr habt in der Aufstellung unseren Kapitän Cinar vergessen.

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