Im Spitzenspiel bei Mainz II wartet ein „magisches Dreieck“

Eintracht Trier tritt am Samstag beim FSV Mainz 05 II an - Kröner und Hollmann fehlen, Cuntz und Dingels kehren zurück

Von Florian Schlecht

Als Tabellenführer reist Eintracht Trier am Samstag zum Spitzenspiel in der Regionalliga Südwest. Beim FSV Mainz 05 II will Trainer Roland Seitz den ersten Platz verteidigen (14 Uhr). Dabei müssen die Trierer zunächst einmal die Offensive des Gegners ausschalten. Mit Steven Kröner und Torge Hollmann fallen zwei Defensivspezialisten aus – dafür kehren Matthias Cuntz und Michael Dingels zurück ins Team.

SSV Ulm - Eintracht Trier

„Wir wollen unsere Position so lange wie möglich halten“, sagt Roland Seitz.

Krassimir Balakov, Giovane Elber und Fredi Bobic setzten früher beim VfB Stuttgart die Bundesliga mit ihren Offensivkünsten in Angst und Schrecken. Ehrfurchtsvoll erfanden die Medien damals den Slogan des „magischen Dreiecks“. In der Regionalliga Südwest können hingegen Steven Lewerenz, Nejmeddin Daghfous und Petar Sliskovic diesen Titel für sich beanspruchen. Das stürmische Trio hat insgesamt bereits 22 Tore auf dem Konto – und ist zu einem Großteil dafür verantwortlich, dass der FSV Mainz II mit 32 Treffern und dem besten Angriff auf dem zweiten Platz der Tabelle steht. Nur eine Mannschaft ist derzeit besser als der Nachwuchs aus der Karnevalshochburg: Und das ist Eintracht Trier, das am Samstag als Spitzenreiter und mit der stärksten Abwehr zum Gipfeltreffen antritt (14 Uhr). Für Roland Seitz ist bereits klar, wie Trier im Schlagerspiel den ersten Rang verteidigen kann. „Lewerenz, Dagfhous und Sliskovic sind das Nonplusultra in der Liga. Es muss unser Ziel sein, sie aus dem Spiel zu nehmen. Gelingt uns das, haben wir eine richtig gute Chance.“

Das Mitwirken von Sliskovic, der auch noch in den Kader der Bundesligaprofis für das Auswärtsspiel beim FC Bayern München aufrücken könnte, ist noch offen. Sicher ist hingegen, dass der Trainer von Eintracht Trier ausgerechnet in der Defensive zwei Ausfälle verkraften muss. Steven Kröner, bei dem ein Bluterguss in der Wade nicht abklingt, muss wie schon in der vergangenen Woche aussetzen. Für ihn wird Matthias Cuntz ins Team zurückkehren, der nach einer Gelbsperre wieder spielberechtigt ist. Das gilt auch für Michael Dingels, der in der Innenverteidigung den Platz von Torge Hollmann einnehmen dürfte, der wegen eines Infektes zu fehlen droht. Bleibt so noch die Frage, wer neben Cuntz als Abräumer aufläuft. Als Kandidaten kommen Fahrudin Kuduzovic und Christopher Spang in Frage. Oder, falls Seitz in die Trickkiste greift: Thomas Konrad, der die Position nach seiner Einwechslung in Ulm bekleidet hat. In die Karten wollte sich der Oberpfälzer nicht schauen lassen.

Keilmann bleibt im Tor, Comvalius soll auf die Zähne beißen

Eintracht Trier - Kaiserslautern IIUngefährdet ist dagegen der Einsatz von Sylvano Comvalius, der seit zwei Wochen über Schmerzen in der Kniekehle klagt und so nicht geregelt am Training teilnimmt. Bis Donnerstag wurde er geschont, erst am Freitag nahm er wieder an den Einheiten teil. Der Plan beim Niederländer: „In der Liga soll er sich durchbeißen, im Pokal nehmen wir ihn möglicherweise wieder raus. Die Konstellation soll so bis zum Heimspiel gegen den FC Homburg halten. Dann haben wir ein länderspielfreies Wochenende, und er kann in der Zeit in die Reha gehen.“

Im Tor vertraut Seitz weiter auf Chris Keilmann. Nach starken Leistungen hat der Torhüter die Nase vorne gegenüber Andreas Lengsfeld, der nach einem Innenbandriss wieder ohne Schmerzen trainiert. „Die Situation ist für alle Beteiligten nicht einfach. Es wäre aber nicht fair, einen Wechsel zu vollziehen, weil Chris seinen Job gemacht hat“, so der Trainer, der dem Spitzenspiel mit Vorfreude entgegen blickt. „Wir wollen unsere Position so lange wie möglich behalten. Als Tabellenführer wird man gejagt. Umso schöner, dass wir mit Mainz gleich eine Aufgabe haben, bei der keiner den Gegner unterschätzen wird.“

Gesprochen wurde in der Woche aber nicht nur über den Höhenflug, sondern auch über die zweite Halbzeit in Ulm, wo beinahe noch ein 2:0-Vorsprung aus der Hand gegeben wurde. „Die Bilder vom Spiel haben wir uns noch einmal angesehen. Wir haben die Konter einfach schlecht ausgespielt und müssen da zukünftig konsequenter sein.“ Zumal gerade die Gegenstöße in Mainz ein probates Mittel sein können, um den Rivalen mit seinem „magischen Dreieck“ kräftig zu ärgern.

+++Eintracht in Kürze+++

Mainz mit Problemen in der Defensive – „Uns fehlt die komplette Innenverteidigung. Wir müssen hinten wahrscheinlich mit Talenten aus der A-Jugend spielen. Aber da müssen wir durch“, benennt Steven Lewerenz das größte Problem, das Mainz 05 II vor dem Spitzenspiel gegen Eintracht Trier plagt. Tatsächlich laborieren Fabian Kalig, der Ex-Trierer Michael Falkenmayer, Marcel Seegert und Richard Weil an Verletzungen. Mit David Kinsombi (17) half ein Juwel aus der eigenen Jugend bereits beim 3:2 gegen Hessen Kassel in der Defensive aus.

Wiedersehen mit Steven Lewerenz – Ein Wiedersehen gibt es für Eintracht Trier mit Steven Lewerenz, der im Sommer zum Mainz II gewechselt war. Ein 5vier-Interview mit dem Flügelspieler ist hier zu lesen.

Spagat zwischen Bachelorarbeit und Spitzenspiel – Dauerbrenner bei Eintracht Trier und Student in den Medienwissenschaften: Wir unterhielten uns mit Fabian Zittlau über die Doppelbelastung von Fußball und Uni. Zum Artikel geht es hier.

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