Kapitän Hollmann mit dem Kopfball ins Halbfinale / Video

Aus Trier berichten Florian Schlecht (Text) und Anna Lena Grasmück (Foto)

Ein Kopfball von Torge Hollmann lässt Eintracht Trier weiter vom Rheinlandpokal träumen. Mit 1:0 bezwang der Regionalligist die TuS Koblenz vor 1075 Zuschauern. Im Halbfinale wartet nun der TuS Mayen.

Ein Kopfball von Torge Hollmann lässt an der Mosel die Träume von neuen Wundern im DFB-Pokal reifen. Der Kapitän von Fußball-Regionalligist Eintracht Trier brachte seine Mannschaft im Viertelfinale des Rheinlandpokals gegen die TuS Koblenz in der 21. Minute mit in Führung und war zur Stelle, als ein Freistoß von Alon Abelski von der Latte zu ihm klatschte. Damit legte der 30-Jährige den Grundstein zum 1:0-Erfolg vor 1075 Zuschauern, der für den Einzug ins Halbfinale sorgte. Dort muss die Eintracht zum Rheinlandligisten TuS Mayen reisen, der eine Runde zuvor den FSV Trier-Tarforst mit 8:3 deklassierte.  Im strömenden Regen ging Hollmann so mit einem breiten Lächeln in die Kabine: „Da habe ich vielleicht die richtige Nase gehabt, weil ich solche Dinger ansonsten verteidige. So ein Tor musste einfach her, um das Spiel zu gewinnen.“

Damit wehrte der Fußball-Regionalligist die erhoffte Revanche von Koblenz ab, das im Finale des vergangenen Jahres bereits mit 0:2 in Trier unterlag. Daniel Bauer nach einer Mittelfußprellung und Jeremy Karikari nach einer Gelbsperre rückten zurück in die Mannschaft. Der in Wuppertal unglückliche Oliver Stang und Fahrudin Kuduzovic saßen dafür auf der Bank.

Leerlauf, Freistöße, Verletzungen  und ein starker Andre Poggenborg als Rettungsanker, als die Kräfte schwanden – das waren die Grundpfeiler des Pokalabends. Zwar war die Eintracht die überlegene Mannschaft gegen kompakte Koblenzer, die teilweise mit sechs Spielern auf einer Linie verteidigen und die Räume verengten. „Wir wussten, dass es Zeit braucht, sie müde zu spielen“, meinte Trainer Roland Seitz. Gefahr entstand so nur über ruhende Bälle.  Die erste Chance des Spiels verbuchten die Gäste durch Michael Stahl, der 2010 das „Tor des Jahres“ mit einem 61-Meter-Hammer gegen Hertha BSC Berlin erzielte. Den hart getretenen Freistoß des Mittelfeldspielers wehrte Andre Poggenborg im Nachfassen ab (17.).

Wenige Minuten später dann die Führung für Eintracht Trier – Alon Abelski zirkelte das Leder aus 23 Metern über die Mauer, Torhüter Kadir Yalcin lenkte stark an die Latte, aber Hollmann staubte per Kopf ab. Es war der erste Pflichtspieltreffer des Kapitäns in der laufenden Saison. Einer, der noch 140.000 Euro wert sein kann, wenn die Qualifikation für den DFB-Pokal gelingt. „Es war umso schöner, nach dem Verlauf durch einen Standard in Führung zu gehen“, strahlte Seitz.

Pagenburg und Cozza verletzungsbedingt ausgewechselt

Für Chhunly Pagenburg war das Pokalspiel wegen muskulärer Probleme früh beendet.

Doch Verletzungen trübten die ersten 45 Minuten. Zwei Spieler musste der Trainer auswechseln. Chhunly Pagenburg wurde wegen erneuter muskulärer Probleme durch Fahrudin Kuduzovic ersetzt. „Ob es ein Muskelfaserriss ist, muss sich zeigen.“ Benjamin Pintol kam für Cataldo Cozza ins Spiel, der eine Schienbeinprellung erlitt.

In der zweiten Hälfte entwickelte sich ein echter Pokalfight, in dem Trier wackelte und wankte. Ein erneuter Freistoß von Michael Stahl klatschte auf das Tor der Eintracht (51.). Andre Poggenborg musste nach einer Unachtsamkeit von Torge Hollmann retten, als Kerim Arslan frei vor ihm auftauchte. „Danach haben wir den Faden verloren. Vielleicht war das bedingt durch den Kräfteverschleiß mit den vielen Spielen in den letzten Wochen“, rätselte Hollmann. Koblenz drängte, aber die Klasse fehlte, um die Schwächephasen von Trier zu bestrafen. Und die Heimelf spielte die Räume bei Kontern nicht klug aus.

So war Poggenborg der „Retter in der Not“, als er einen fulminanten Schuss von Thomas Klasen aus kurzer Distanz abwehrte (80.). „Steht es da 1:1, haben wir richtig gute Möglichkeiten. So sind wir aber alle enttäuscht“, bekannte TuS-Trainer Michael Dämgen. Durchatmen in Trier, das nach zwei 0:0-Duellen in der Liga gegen Koblenz den so wichtigen Pokalsieg einfuhr. „Jetzt wollen wir das Ding auch durchziehen und den Cup holen“, strahlte Roland Seitz.

Spielbericht und Stimmen

Statistik

Eintracht Trier – TuS Koblenz 1:0 (1:0)

Trier: Poggenborg – Cozza (42. Pintol), Hollmann, Zittlau, Drescher – Karikari – D. Bauer, Abelski, Kraus – Kulabas, Pagenburg (21. Kuduzovic).

Koblenz: Yalcin – Nonnenmann, Haben, Barletta, Gentner – Stahl, Mineiro – Gros (66. Kim), Arslan (85. T. Bauer) – Nakai, Klasen.

Schiedsrichter: Florian Fochs (Betzdorf)

Tore: 1:0 Hollmann (21.)

Gelbe Karten: Nonnenmann, Stahl, Haben, Klasen.

Zuschauer: 1075

Die Bilder zum Spiel

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Kommentare (7)

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  1. klaus-peter sagt:

    komm klaus, lass uns teilhaben. oder machst du dich nur wichtig?
    ich kann mir aber deine antwort, sofern du eine gibst, schon ausmalen: das soll nicht hier diskutiert werden oder die betroffenen wissen bescheid oder etwas in der art. ausflüchte halt.

  2. Otze sagt:

    Wie lauten den die Gerüchte ?

  3. Klaus sagt:

    Durch diese Aussage weiß ich, dass du nicht nah genug am Geschehen bist!!!

  4. Sievo sagt:

    Klaus,
    und das ist ja gerade die Frechheit, dass das, was vorgefallen sein soll, nachweislich gar nicht der Wahrheit entspricht. Es ist deshalb auch sehr verwunderlich, dass von Seiten des Vereins diese mit böser Absicht gestreuten Gerüchte noch nicht dementiert wurden.

  5. Klaus sagt:

    SIevo:
    Erstaunlich das es noch nicht bis zu dir vorgedrungen ist weshalb Sie so bezeichnet wurden!
    Völlig zurecht und nachvollziehbar das Ganze!
    trotz allem ziehe ich meinen Hut vor dem Trainer, Respekt es ist nicht selbstverständlich Jahr für Jahr im Pokal die Gegner aus dem Wettbewerb zu Kegeln!
    Und wer weiß was in der Liga möglich gewesen wäre wenn da nicht…..
    Einmal Eintracht immer Eintracht

  6. Sievo sagt:

    Was hab´ ich mich gestern geschämt, als unsere Spieler Poggenborg, Drescher und Kraus bei der Nennung des Stadionsprechers mit Vornamen von Vollidioten mit Arschloch lautstark benannt worden. Diese Spieler müssen echt Arschlöcher sein, dass sie unseren Verein aus dem Sumpf gezogen haben, als sie vor zwei Jahren kamen, dass sie immer bis zum Umfallen kämpften und sich unhaltbaren verlogenen Gerüchten aussetzen mussten. Mittlerweile schäme ich mich fast ein Trierer zu sein. Das war mehr als nur erbärmlich. Gerade diese drei Spieler waren die Säulen unseres Aufschwungs. Neid muss man sich verdienen, Mitleid bekommt man geschenkt.

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