Kuduzovic verballert Elfer – 0:1 gegen Frankfurt

Von Florian Schlecht (Text), Alexander Heinen (Fotos), Benjamin Judith und Holger Görgen (Video)

Eintracht Trier hat eine Antwort auf die 1:6-Pleite bei Eintracht Frankfurt II verpasst. Im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt II setzte es vor 1.262 Zuschauern eine 0:1-Niederlage. Fahrudin Kuduzovic vergab in letzter Sekunde einen Elfmeter. Das Leder ballerte er in den Abendhimmel von Trier zum kollektiven Frust.

Faz Kuduzovic ist fassungslos nach seinem Elfmeter

Faz Kuduzovic ist fassungslos nach seinem Elfmeter

Mit einer dicken Wollmütze stiefelte Fahrudin Kuduzovic in das VIP-Zelt und guckte grimmig auf sein Handy. Die Laune des bosnischen Mittelfeldspielers war am Boden. Zuvor hatte er im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt II in letzter Sekunde die Möglichkeit, für seine Mannschaft eine Niederlage abzuwenden. Nach einem Gerangel im Strafraum gab es Elfmeter, Kuduzovic schnappte sich den Ball, lief an und drosch das Leder weit in den Trierer Abendhimmel. Danach ertönte der Abpfiff – und der Beginn des kollektiven Frustes. Mit der 0:1-Heimniederlage verpasste der Fußball-Regionalligist die Wiedergutmachung für das 1:6 bei Eintracht Frankfurt II und blieb auch in der zweiten Begegnung im Jahr 2013 ohne einen Zähler. „Ich glaube, man hat gesehen, dass wir uns viel vorgenommen haben. Das Ding wollte einfach nicht rein“, stöhnte Trainer Roland Seitz über eine Niederlage in einem Spiel, in dem es einige Chancen, viel Leerlauf, individuelle Fehler zum Gegentor und den vergebenen Strafstoß gab. Und eine Pleite, die in der Tabelle weiter weh tut.

Marco Quotschalla begann im Sturm

Nach dem Debakel bei Eintracht Frankfurt II wechselte der Coach die Mannschaft vor 1.262 Zuschauern auf vier Positionen durch. In der Innenverteidigung begann Torge Hollmann für Steven Kröner, im defensiven Mittelfeld blieb der angeschlagene Baldo di Gregorio (Adduktorenzerrung) draußen und wurde von Mario Klinger ersetzt. In der Offensive liefen die beiden Winter-Neuzugänge auf, die mit Hilfe von Fanspenden von 17434,93 Euro finanziert wurden. Erdogan Yesilyurt agierte auf der linken Außenbahn für Fahrudin Kuduzovic, Marco Quotschalla bildete anstelle von Chhunly Pagenburg (Magenprobleme) die einzige Sturmspitze. Engagiert, aber noch mit Problemen in der Abstimmung präsentierten sich die neuen Kräfte. Reichlich Prominenz saß im Publikum. Neben Jens Kiefer (Elversberg) und der gesamten Mannschaft von Ligarivale Hessen Kassel schauten sich die arbeitslosen Übungsleiter Jürgen Kohler (zuletzt U19 Bonner SC) und Michael Dämgen (zuletzt TuS Koblenz) die Begegnung an.

Sie sahen, wie Trier deutlich konzentrierter ins Spiel startete als in der Woche zuvor beim erschreckenden Debakel am Main. Auf Risiko im Vorwärtsspiel verzichtete die Heimelf jedoch, wodurch sich ein Spiel mit optischer Trierer Überlegenheit, aber mit fehlender Entschlossenheit bei den eigenen Angriffen entwickelte. Die letzte Sicherheit, die Präzision bei den Pässen in die Spitze – das fehlte. Dennoch bekam die Eintracht früh zwei gute Möglichkeiten zur Führung, die bis zur Pause jedoch die Ausnahme in einem faden Fußballspiel darstellen sollten. Alon Abelski wurde fein von Steven Lewerenz bedient, scheiterte aber mit seinem kümmerlichen Abschluss am dankbaren Torwart Jannis Pellowski (6.). Wenig später schloss Lewerenz aus spitzem Winkel ab und traf den Außenpfosten (10.). Bis zur Pause war es das aber schon mit Aktionen in einem an Höhepunkten armen Spiel.

Zwei Abelski-Ecken sorgen für Gefahr – dann schlägt Frankfurt zu

Alon Abelski auf dem Weg in den Strafraum

Nach dem Seitenwechsel waren es zwei Standardsituationen, die für Gefahr sorgten. Eine Ecke von Alon Abelski erwischte Torge Hollmann mit dem Kopf, doch der Ball ging über das Frankfurter Tor (53.). Kurz darauf platzierte Quotschalla das Leder einen Tick besser, aber die Gäste klärten auf der Linie (58.). Den ersten Treffer erzielte jedoch der FSV, der bis dahin harmlos war – dann aber von groben Fahrlässigkeiten der Trierer Defensive profitierte. Zunächst hatte die Heimelf Glück, als Felicio Brown Forbes nach einem Luftloch von Hollmann schon Torwart Loboué umdribbelt hatte, aber vorbei zog (65.). Kurz darauf stand Brown Forbes auf der Sonnenseite, als er eine Hereingabe von Oesterhelweg zum 0:1 über die Linie drückte (70.). Die Eintracht-Spieler reklamierten, dass der Ball zuvor schon im Aus gewesen sei. Danach war Trier geschockt – und Frankfurt drückte auf das zweite Tor. Nach einem Schnitzer von Brighache stürmte der FSV-Tross mit drei Leuten auf das Gehäuse zu, doch Moses Lamidi bediente den im Abseits stehenden Brown Forbes. Turbulent wurde es in der Schlussphase. „Wir haben noch mal alles riskiert“, warf Seitz sogar den kopfballstarken Hollmann nach ganz vorne. Und es wurde noch mal spannend: Erst traf Lewerenz per Freistoß die Latte, dann gab es Elfmeter für die Hausherren. Fahrudin Kuduzovic lief an, ballerte das Leder in den Abendhimmel. „Die Mannschaft ist aufgestanden, auch wenn das im Ergebnis nicht zum Ausdruck kam“, meinte Seitz. Doch die Ergebnisse sollten sich bald einstellen, um Aufstiegsrennen weiterhin ein Wörtchen mitzureden. Möglichst schon am Mittwoch gegen den SC Freiburg II. Maximilian Watzka ist dort wegen seiner fünften Gelben Karte jedoch gesperrt.

Statistik und Noten

Eintracht Trier – FSV Frankfurt II 0:1 (0:0)

Trier: Loboué (3) – Brighache (5), Konrad (4,5), Hollmann (4,5), Zittlau (4) – Klinger (4,5, ab 72., Kuduzovic), Watzka (4) – Lewerenz (3,5), Abelski (4, 79. Michels), Yesilyurt (4, ab 62. Anton 3) – Quotschalla (3,5).

Frankfurt II: Pellowski – Ballmert, Schadeberg, Zander, Schick – Hofmeier (77. Fachat), Wölk, Mastilovic, Brown Forbes – Baku (62. Oesterhelweg) – Lamidi. 

Schiedsrichter: Marcel Schütz (Worms).

Tore: 0:1 Brown Forbes (70.),

Zuschauer: 1262.

Bes. Vorkommnis: Kuduzovic schießt Foulelfmeter über das Tor (90.).

Spieler des Spiels: Felicio Brown Forbes – der Offensivspieler hob sich mit dem „Tor des Tages“ hervor.

Die Interviews und das Video zum Spiel:



Die Fotos zum Spiel:

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Kommentare (5)

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  1. dieses gejammere, das wir nicht aufsteigen wollen, geht einem,so langsam auf die nerven,sowie das seitz raus geschreibewas wir uns aufgrunddes vorstandes gar nicht leisten können , hier war unser vorstand ja besonders clever und hat unserem trainer einen zwei jahres vertrag angeboten, der meines wissens noch ein jahr gilt fact ist, das wir mit diesem trainer nicht aufsteigen werden, dies ist nicht nur meine meinung, sondern auch vieler vip kartenbesitzer, mit roland seitz, treten wir schon seit jahren tabelarich auf der stelle, ich hoffe zwar immer noch auf einen relegationsplatz ,gehe aber einmal,davon aus, das wir am mittwoch vor 600zuschauer spielen , hoffen wirdas beste gruß manni

    auch

  2. Chris sagt:

    ….und von den 17.000 Euro Spenden sind mittelmäßige Regionalligakicker geholt worden.
    Amateurhaftes Verhalten auf allen Ebenen. Von der Spitze, über die Geschäftsführung nach unten zu den angeblichen Fussballprofis.

    Noch 2 Jahre, dann kickt die Eintracht wieder gegen Hauenstein, Pirmasens und Neunkirchen.

  3. Manu sagt:

    UNGLAUBLICH wie kann mann so ein Spiel verlieren ich seh Schwarz fuer die Zukunft.
    Ich Glaube echt langsam das Trier nicht mehr höher Spielen soll

  4. Aufstieg ade! sagt:

    Erbärmlich, dass die Schuld jetzt beim Schiri gesucht wird! So wird das nix! Jedes Jahr das gleich. Immer Hoffnung in der Pause (Winter/Sommer) und dann der große Einbruch. Schade :/ 1262 Zuschauer sprechen für sich.

  5. gerd sagt:

    tschüss aufstieg,
    nicht nur wegen dem ergebnis, sondern insbesondere der spielanlage der mannschaft, deren einstellung… das frustriert

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