Licht und Schatten beim 3:2-Sieg über Grevenmacher

von Stephen Weber

Aufgrund der wetterbedingten Absage der Regionalligapartie gegen den FC 08 Homburg testete Eintracht Trier am Samstagabend beim luxemburgischen Erstligisten CS Grevenmacher. Die Begegnung endete mit einem 3:2-Sieg der Moselstädter. Die Torschützen auf Seiten der Eintracht waren Erdogan Yesilyurt, Maximilian Watzka und Marco Quotschalla.

(Archivfoto: Anna Lena Grasmück)

Während eine Kaltwetterfront den Fußballbetrieb in weiten Teilen Deutschlands lahmlegt, konnte an diesem Samstagabend bei frostigen Temperaturen das Ausweichspiel zwischen Eintracht Trier und dem CS Grevenmacher auf Kunstrasen durchgeführt werden – mit dem besserem Start für den Regionalligisten. Bereits in der ersten Spielminute durchbrach Fahrudin Kuduzovic auf dem linken Flügel den noch unsortierten luxemburgischen Defensivriegel und brachte eine Flanke in den gegnerischen Sechzehner, die von Neuzugang Erdogan Yesilyurt mustergültig zum 1:0 der Trierer verwertet wurde (1.). Ein Start nach Maß, der Lust auf mehr weckte.

Für den verletzten Alon Abelski übernahm Christoph Anton die Rolle als zentraler Ideengeber im Mittelfeld und wurde seiner Aufgabe in der ersten Halbzeit mehr als gerecht. Immer wieder belebte er das Trierer Angriffsspiel durch schnelle Dribblings oder öffnende Pässe. Zusammen mit Kuduzovic, der die linke Flanke bearbeitete, erspielte sich die Eintracht auf diese Art und Weise häufig Räume in der gegnerischen Hälfte, die sie jedoch zu selten effektiv zu nutzen wussten. Diesen fehlenden letzten Biss monierte Trainer Roland Seitz nach Abpfiff: „Das Spiel war gut, auch weil der Gegner uns wirklich gefordert hat. Und trotz des Sieges habe ich heute neben viel Licht auch ein wenig Schatten gesehen.“

(Archivfoto: Anna Lena Grasmück)

Wacklige Defensive

Mit dem Schatten könnte der Trainer seinen Defensivverbund gemeint haben, der in einigen Situationen wacklig und ohne die letzte Konsequenz zu Werke ging: In der 15. Minute überwand der luxemburgische Erstligist mit einer einfachen Doppelpassfinte die Trierer Verteidigung und scheiterte in Person von Samir Louadj letztlich am herausgeeilten Stephan Loboué. Maximilian Watzka sollte es kurze Zeit später auf der anderen Seite besser machen. Nach einem Foul an Kuduzovic 18 Meter zentral vor dem gegnerischen Gehäuse schnappte sich der defensive Mittelfeldspieler den Ball und drehte den anschließenden Freistoß mit viel Verve zum 2:0 in die linke Torwartecke (22.).

Alles sah nach einem gemütlichen Samstagabend aus, als dann Grevenmacher mit einem beherzten Doppelpack die bis dato ordentliche Leistung des Landesnachbarn ins Wanken brachte. Erst war es Thomas Battaglia (32.), kurz darauf Samir Louadj (33.), die mit einem Paukenschlag die Partie ausglichen und abermals Schwachstellen in der SVE-Hintermannschaft entlarvten. Roland Seitz meinte dazu: „Zwei Tore in einer Minute sind schmerzhaft, da müssen wir die Woche sicherlich dran arbeiten. Danach haben wir allerdings nichts mehr zugelassen und konnten unsere Überlegenheit ausspielen.“ Kurz vor der Pause hatten Kuduzovic für Trier (42.) und Gonçalo Almeida für Grevenmacher (45.) noch Möglichkeiten zur Führung, doch beide Gelegenheiten wurden glänzend von den jeweiligen Keepern pariert.

Zweite Halbzeit ohne Highlights

Nach dem Seitenwechsel ereignete sich nicht mehr viel. Der für den leicht angeschlagenen Anton ins Team rotierte Erik Michels wurde vom gegnerischen Schlussmann Arnaud Schwaab im Strafraum unsaft von den Beinen geholt, was regelkonform mit einem Strafstoß geahndet wurde. Den verwandelte Marco Quotschalla mit der Gunst des Pfostens zum 3:2 (47.). Danach stockte die Partie. Grevenmacher gelang im Spiel nach vorn wenig und Trier war großteils darauf bedacht, defensiv stabil zu stehen und im Angriff kein unnötiges Risiko mehr zu gehen. Infolgedessen blieb der einzige Aufreger eine Rudelbildung zwischen den Spielern und eine verbale und nickliche Auseinandersetzung zwischen Baldo di Gregorio und Sébastien Hoffmann, die für beide eine gelbe Karte nach sich zog. Es blieb beim 3:2 für Trier, die sich im Anschluss über ein gelungenen Test freuen durften. „Es war gut, dass der Test überhaupt zustande kam, damit wir unsere Rhythmus beibehalten können. Das Spiel war gut, die Leistung ordentlich und jetzt können wir uns auf Frankfurt vorbereiten“, zog Seitz eine abschließende Bilanz.

Am nächsten Freitag muss dann der SVE zur Reserve von Eintracht Frankfurt ins Volksbank-Stadion reisen. Der angedachte Anpfiff ist um 19 Uhr.

Statistik:

Eintracht Trier: Loboué – Brighache, Hollmann (46. Kröner), Konrad, Zittlau – di Gregorio (76. Spang), Watzka – Kuduzovic, Anton (46. Michels), Yesilyurt – Quotschalla (76. Sözen)

Tore: 0:1 Erdogan Yesilyurt (2.), 0:2 Maximilian Watzka (22.) 1:2 Thomas Battaglia (32.), 2:2 Samir Louadj (33.), 2:3 Marco Quotschalla (47./FE)
Zuschauer: 100

+++Eintracht in Kürze+++

Lange Verletztenliste – Neben dem Langzeitverletzten Markus Fuchs (Muskelabriss in den Adduktoren) mussten ebenfalls Steven Lewerenz (Adduktorenzerrung), Mario Klinger (Adduktorenprobleme), Alon Abelski (Entzündung der Achillessehne) und Chhunly Pagenburg (Muskuläre Probleme) an diesem Abend verletzungsbedingt passen. Vor allem bei Abelski ist eine Rückkehr bis zum nächsten Spieltag derzeit noch ungewiss.

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