“Lieber Rafinha als Messi” – Kevin Heinz im Porträt

Von Florian Schlecht

Kevin Heinz ist Kapitän der U19 von Eintracht Trier. Ab dem Sommer gehört der 18-Jährige fest zum Regionalliga-Kader, für den er schon zu zwei Kurzeinsätzen kam. “Ich will weiter Gas geben und eine wichtige Rolle spielen”, hat der Linksverteidiger große Ziele.

Kevin Heinz ist Kapitän der A-Jugend von Eintracht Trier. Ab dem Sommer gehört er fest zum Regionalliga-Kader. Foto: Verein

Wenn junge Fußballer in der Kabine über ihre Vorbilder sprechen, wird meistens von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo geschwärmt. Traumhafte Tore, begnadete Technik. Die Welt der Ballkünstler vom FC Barcelona und Real Madrid ist das pure Spektakel. Das Herz von Kevin Heinz geht dagegen auf, wenn er packende Zweikämpfe und unbedingten Einsatzwillen am TV-Bildschirm sieht. “Ich fand früher Rafinha gut. Und nun Kyriakos Papadopoulos”, schwärmt der 18-Jährige vom kantigen Griechen aus der Defensivabteilung von Schalke 04. “Typen, die über das Körperliche kommen und im Spiel nach vorne trotzdem Gas geben.” So wie Heinz, der sich als Linksverteidiger der U19 von Eintracht Trier mit guten Auftritten in den Vordergrund drängte. Und nun einen Fördervertrag unterschrieben hat, der ihm einen Platz im Regionalligakader der Saison 2013/14 garantiert.

“Für mich ist das eine Ehre und bestätigt mich in meinen Leistungen”, freut sich Heinz, der bereits jetzt im Training zwischen A-Jugend und Herren-Mannschaft pendelt. Bei Hessen Kassel (2:0) und Bayern Alzenau (3:1) kam das Talent schon zu Kurzeinsätzen und bewährte sich.

“Es war geil, mit im Bus zu sitzen, in den Stadien zu spielen und ein Teil des Erfolges zu sein”, hat der Schüler Lust auf mehr bekommen. Die Unterschrift in Trier musste er so nicht lange überlegen, obwohl auch Bundesligisten ihr Interesse signalisierten. “Ich will die Schule fertigmachen und wollte nicht aus meinem gewohnten Umfeld herausgerissen werden”, sagt Heinz, der auf das Max-Planck-Gymnasium in die 12. Klasse geht. Wenn er in einem Jahr sein Abitur machen möchte, will er auch sportlich angreifen. “Eine wichtige Rolle, in der ich öfters zum Einsatz komme”, wünscht er sich zukünftig im Kader von Eintracht Trier.

„Wenn jemand bodenständig ist, dann der Kevin“

Den Traum will er sich erfüllen. “Ich kann es mir nicht leisten, nachzulassen”, bekräftigt er, dass ihn die Unterschrift nicht in seinem Elan gebremst habe. Das bestätigt auch Niki Wagner. “Wenn jemand nicht den Boden verlässt, dann der Kevin. Er ist immer noch derjenige, der im Training am meisten Gas gibt und nicht groß am Erzählen ist”, sagt der U19-Trainer, für den der frühe Vertrag für Heinz keine Überraschung war. “Alle sagen, dass er einer werden könnte. Er bringt auch die Voraussetzungen im körperlichen Bereich mit, um schon jetzt Regionalliga zu spielen.”

Was Wagner an seinem Kapitän schätzt, das sind die Leidenschaft, die Dynamik und der linke Fuß. “Er kann in der Viererkette die Außenposition spielen, aber auch den offensiven Flügel.” Was er ihm wünscht, ist noch eine Spur mehr Selbstbewusstsein. “Seinen Stärken, die er hat, muss er manchmal noch mehr vertrauen.” Heinz will sich damit alleine nicht begnügen. “Die Stärken stärken, die Schwächen schwächen”, ist sein Motto, mit dem er die nächsten Schritte auf der Karriereleiter erklimmen will. Der Youngster vergisst aber nicht, warum er im Rampenlicht steht. “Das ist ein Verdienst unserer U19, mit der wir eine starke Saison spielen und die Trainer, die uns einstellen und motivieren. So wurde schon einiges an Aufmerksamkeit auf uns gerichtet.“

An Kevin Heinz kommen die Gegenspieler nur schwer vorbei. Foto: Andreas Gniffke

Über Mertesdorf, Ruwertal und Schweich nach Trier

Viele Spieler aus dem Talentschuppen kennt Heinz aus der Schule. Mit Robin Garnier, mit dem ebenfalls Gespräche für einen Fördervertrag geführt wurden, hat er schon früh im Förderstützpunkt und bei Mosella Schweich zusammengespielt. Dort kickte das Duo auch mit Dominik Kohr, der nun bei Bayer Leverkusen im Bundesligakader steht und zu einem der besten Nachwuchsspieler 2012 gekürt wurde. Heinz hat bereits “mit drei, vier Jahren” mit Fußball in Mertesdorf angefangen, was an Papa Manfred lag. “Er hat selber gespielt. So hatte ich ganz früh immer einen Ball an meiner Seite.”

Als er nach der Ausbildung bei der SG Ruwertal und in Schweich eine Anfrage von Trier erhielt, beschäftigte er sich näher mit dem Gedanken, den Sprung ins Profigeschäft zu packen. “Ich wollte schon immer so weit wie möglich kommen”, meint das Talent, das als Leistungsfächer in der Schule Sport, Biologie und Spanisch belegt. Denn sich auf Lorbeeren ausruhen, das ist nicht die Mentalität von den Kämpfern im Fußball. Weder die von Rafinha und Papadopoulos. Und auch nicht die von Kevin Heinz.

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+++Regionalliga in Kürze+++

Hoffnungsschimmer in Eschborn – Beim 1. FC Eschborn gibt es nicht nur sportlichen Hoffnungsschimmer im Abstiegskampf nach dem 2:2 gegen Eintracht Trier. Auch finanziell geht der Oberliga-Aufsteiger besseren Zeiten entgegen. Da die Stadt als einer der Hauptgläubiger auf ihre Forderungen verzichtete, könnte das laufende Insolvenzverfahren bald ein Ende finden.

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