Mayen soll kein Falkensee-Finkenkrug werden

Von Florian Schlecht

Es ist vorläufig das wichtigste Spiel der Saison: Für Eintracht Trier geht es am Dienstag im Rheinlandpokal-Halbfinale beim TuS Mayen  (19 Uhr). Der Wechsel von Torjäger Ahmet Kulabas zu Wacker Burghausen ist derweil fix.

Ahmet Kulabas geht in der nächsten Saison für Wacker Burghausen auf Torejagd. Foto: Anna Lena Grasmück

Vor einigen Monaten fieberten die Fans von Fußball-Regionalligist Eintracht Trier mit Leidenschaft dem letzten Heimspiel gegen die Sportfreunde Lotte entgegen. Doch durch das frühzeitige Aus im Meisterschaftsrennen haben sich die Schwerpunkte mittlerweile verschoben. Zwar sollen Lotte am Freitag möglichst viele Steine auf den Aufstiegspfad gelegt werden, aber Trainer Roland Seitz ist das noch herzlich egal. Zuvor müssen seine Jungs erst selber einen Brocken aus dem Weg schieben. „Unser vorerst wichtigstes Spiel ist das beim TuS Mayen“, sagt der Oberpfälzer ohne Kompromisse.

Am Dienstag kämpft Trier dort im Rheinlandpokal-Halbfinale um den Einzug ins Endspiel und den Weg zu 150.000 Euro, die eine Qualifikation für den DFB-Pokal mitsamt Zuschauereinnahmen in der ersten Hauptrunde mit sich bringen würde. „Für alle Beteiligten, ob Trainerstab und Spieler ist das Spiel wichtig, um mit einem vernünftigen Etat in die neue Saison zu gehen“, kennt Seitz die Nöte, die mit den 90 Minuten verbunden sind.

Trier im Pokal seit 28 Spielen unbesiegt

Das Viertelfinale gegen Koblenz gewann Trier durch ein Hollmann-Tor mit 1:0.

Übertriebene Lobeshymnen verteilt der Fußballlehrer aber nicht an den Rheinlandligisten. Die Rollen sind klar verteilt. 28 Spiele hat Eintracht Trier im Cup in Folge gewonnen, eine Niederlage wäre eine echte Blamage und ein Rückschlag für die Planungen. Mayen, das zuletzt 2004 im DFB-Pokal stand und damals 0:6 gegen den VfB Stuttgart verlor, ist krasser Außenseiter. „Wenn die Mannschaft ihren Job macht, werden wir gewinnen“, betont Seitz.

Aber der Trainer weiß um die Tücken des Pokals, die Trier in dieser Saison gegen den FC St. Pauli und den Hamburger SV auch schon zum Vorteil wurden. „Es besteht immer die Gefahr, den Gegner zu unterschätzen und das Tempo nicht hoch zu halten. Wenn dann außergewöhnliche Dinge passieren, guckt man sich um.“ Bereits in der vergangenen Woche warnte er eindringlich vor dem Schicksal, das den SV Babelsberg im Brandenburg-Pokal ereilte. Der Drittligist unterlag beim drei Klassen tiefer angesiedelten SV Falkensee-Finkenkrug mit 1:2. Auf ein ähnliches Desaster will Seitz unbedingt verzichten.

Pfeifferisches Drüsenfieber bei Pintol

Bittere Diagnose: Benjamin Pintol fällt auf unbestimmte Zeit aus.

So hat der 46-Jährige nichts dem Zufall überlassen. Mayen schaute er sich bei der jüngsten 0:2-Niederlage bei der Reserve des TuS Koblenz an. „Sie waren dort gut organisiert und haben tief gestanden.“ Seitz schätzt den Gegner vom Leistungsvermögen „als Mittelpunkt zwischen dem SV Mehring und der SG Stadtkyll ein“. Zur Erinnerung: In Mehring kam Trier in der vierten Runde mit einem blauen Auge davon, kämpfte sich nur durch ein 4:2 nach Verlängerung weiter. In Stadtkyll gab es im Achtelfinale ein 3:0 ohne Glanz und Gloria.

Gleichzeitig ist Seitz selbstbewusst, nach dem jüngsten Lauf in der Liga die letzte Hürde zum Finale zu nehmen. Beim 3:1 gegen Kaiserslautern und dem 2:0-Erfolg in Leverkusen rotierte der Trainer mit Erfolg. „Nun habe ich eine starke erste Elf auf dem Platz – und eine richtig gute Bank“, freut er sich. Aller Voraussicht nach wird er in Mayen aber weitgehend auf die Elf vertrauen, die zuletzt die TuS Koblenz im Viertelfinale mit 1:0 besiegte.

Daniel Bauer fällt dabei gegen seinen Ex-Klub aber aus, ein Muskelfaserriss setzt ihn außer Gefecht. Chhunly Pagenburg trainiert nach muskulären Beschwerden wieder mit der Mannschaft und soll sicher im Kader stehen. Für ihn könnte möglicherweise der immer frechere Christoph Anton aus der Startelf weichen, „bei dem es auch ein Gedanke ist, ihn als quirligen Mann nach einer Stunde zu bringen“. Eine bittere Nachricht gibt es hingegen bei Benjamin Pintol, der mittlerweile eine echte Leidensgeschichte schreibt: Nach seiner Lebensmittelvergiftung fällt der Mittelfeldspieler auf unbestimmte Zeit wegen Pfeifferischen Drüsenfiebers aus. Die Diagnose wurde am Wochenende gestellt. „Das kann bei ihm schnell gehen, wenn die Blutwerte besser werden, kann aber auch richtig lange dauern“, weiß Seitz, der Mitgefühl mit Pintol zeigt. „Das tut mir leid für ihn und ist wahnsinnig schade.“

Kulabas geht, Poggenborg in Bielefeld gehandelt

Torjäger Ahmet Kulabas wird dazu zu Wacker Burghausen wechseln (5vier berichtete). Der Drittligist bestätigte den Transfer des Torjägers (13 Treffer, elf Vorlagen) am Nachmittag als fix. Andre Poggenborg wird nach der „Neuen Westfälischen“ mit Arminia Bielefeld in Verbindung gebracht. „Er hat sich in zwei Gesprächen noch nicht klar zu Eintracht Trier positioniert“, so Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi, der sich einen Verbleib des Torhüters aber weiter vorstellen kann.

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