Eintracht Trier: Mit dem Torwart aus der „Vettel-Stadt“ ins Zweitliga-Stadion

Am Dienstag tritt Eintracht Trier in der Regionalliga Südwest bei der SpVgg. Neckarelz an - Spiel wird in Sandhausen ausgetragen

Von Florian Schlecht (Text) und Anna Lena Grasmück (Fotos)

Am Dienstag darf Regionalligist Eintracht Trier im Zweitliga-Stadion ran: Das Auswärtsspiel bei der SpVgg. Neckarelz wird in der Arena des SV Sandhausen ausgetragen (19 Uhr). Mit dabei: Torhüter Chris Keilmann, der den verletzten Andreas Lengsfeld ersetzt.

Testspiel SVE - Fola Esch

Der Ersatz von Andreas Lengsfeld: Chris Keilmann soll das Tor von Eintracht Trier hüten.

Nein, die Wege von Sebastian Vettel und Chris Keilmann sind sich noch nicht begegnet. Doch eine große Gemeinsamkeit eint den dreifachen Formel-1-Weltmeister und den Torhüter von Eintracht Trier: Beide stammen aus dem 25.000-Einwohner-Städtchen Heppenheim. Das Vettel-Fieber hat Keilmann aber nie angesteckt. Er interessierte sich immer mehr für den Fußball. So gilt die Konzentration des 21-Jährigen momentan dem Auswärtsspiel bei der SpVgg. Neckarelz (Dienstag, 19 Uhr), wo der Schlussmann als Ersatzmann für Andreas Lengsfeld einspringen wird. Bei dem Stammkeeper wurde ein Innenbandriss diagnostiziert, vier bis sechs Wochen wird er voraussichtlich ausfallen. Es ist die Bewährungsprobe für Keilmann – und das gleich auf großer Bühne. Weil Neckarelz die infrastrukturellen Bedingungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für das eigene Sportgelände bislang nicht erfüllen konnte, wird das Spiel im Hardtwald-Stadion des Zweitligisten SV Sandhausen ausgetragen.

„Ich versuche, alles für die Mannschaft zu geben. Wobei ich mit Lengsi mitfühle und ihm alles Gute wünsche. Eine Verletzung gönnt man keinem“, sagt Keilmann, der in der Sommerpause vom 1. FC Kaiserslautern II an die Mosel gewechselt war. Bereits beim jüngsten 3:2-Erfolg beim SC Pfullendorf sprang der Torwart für eine Halbzeit ein, als Lengsfeld bereits ausgewechselt werden musste. „Wie es nach der Zeit mit der Reihenfolge im Tor weitergeht, muss der Trainer entscheiden. Ich gucke nur darauf, von der ersten Minute an konzentriert zu sein.“

„Sechs Wochen mit nur einem Torwart? Das werde ich nicht dulden“

SSV Ulm - Eintracht TrierRoland Seitz hat Vertrauen in Keilmann, der bislang nur Bankdrücker war. „Er hat auf seine Chance gewartet. Jetzt kann er zeigen, was er kann. Er soll sich auf seine Stärken konzentrieren und sie umsetzen“, sagt der Oberpfälzer, der mit dem Torhüter bereits ein Vier-Augen-Gespräch führte.

Als Ersatzmann wird Jens Freis aus der Rheinlandliga-Reserve aufrücken. Doch die Konstellation mit dem berufstätigen U23-Keeper stellt Seitz nicht zufrieden. „Bei Jens ist erst einmal zu klären, ob er überhaupt mit uns trainieren kann. Das ist die Hauptaufgabe, die der Verein nun hat.“ Eins ist für den Coach klar: „Sechs Wochen Trainingsbetrieb mit nur einem Torhüter – das geht nicht und werde ich nicht dulden.“ Zumal seit dem Wechsel von Sascha Purket zu Drittligist SV Elversberg ein Torwarttrainer fehlt – Lengsfeld und Keilmann haben sich zumeist selber warmgeschossen. Ein Zustand, der Seitz sichtlich nicht schmeckt.

Viel Erfahrung in den Reihen von Neckarelz

Ganz anders als die jüngsten Leistungen der Mannschaft, die gegen Neckarelz den dritten Sieg im dritten Auswärtsspiel einfahren will. Der Aufsteiger unterlag am Wochenende mit 1:3 bei der TuS Koblenz – war aber bereits nach 14 Minuten in Unterzahl. Der SVE-Trainer warnt so vor dem Gegner, der mit Kapitän Denis Bindnagel, Heiko Throm (beide 1899 Hoffenheim), Marcel Busch (RW Ahlen) und Bogdan Müller (Karlsruher SC) viele Leistungsträger mit höherklassiger Erfahrung in den eigenen Reihen hat. „Ein spielstarker Gegner, der den Ball gut laufen lässt und eine interessante Mischung im Kader hat“, befindet Seitz. Das Rezept zum Sieg, das er von seinen Spielern verlangt: So selbstbewusst, dominant, spielfreudig auftreten wie zuletzt. „Und die Chancen nutzen. Das habe ich in der Nachanalyse vom Pfullendorf-Spiel klar gesagt.“

+++Eintracht in Kürze+++

Hollmann und Konrad im Mannschaftstraining – Die langzeitverletzten Thomas Konrad und Torge Hollmann sind zu Beginn der Woche ins Mannschaftstraining eingestiegen und tasten sich langsam wieder heran. Einheiten mit Zweikämpfen stehen für die Innenverteidiger noch aus. Konrad fehlte nahezu vier Monate wegen eines Sprunggelenksbruchs, Hollmann hatte sich beim Pokalfinale in Salmrohr einen Kreuzbandanriss zugezogen.

Rotation denkbar – Ein Geheimnis machte Roland Seitz daraus, ob er personell in Neckarelz rotieren wird. In Pfullendorf überraschte der Trainer mit der Hereinnahme von Moussa Touré für Christoph Anton („Ich wusste, dass die rechte Abwehrseite des Gegners langsam ist“). Mit Lars Bender und Fahrudin Kuduzovic lauern in der Offensive weitere Reservisten auf ihre Chance. Dazu wartet bereits am Freitag zum Abschluss der „Englischen Woche“ das Derby gegen die TuS Koblenz. „Ob die Kraft reicht“, so Seitz, „ist auch eine Einstellungsfrage“.

Nur zu Besuch – Ein bekanntes Gesicht am Trainingsgelände von Eintracht Trier: Kevin Lacroix, der von 2007 bis 2010 für den Klub von der Mosel spielte, schaute am Montag bei der Einheit zu. „Er hat Moussa Touré besucht, mit dem er gut befreundet ist“, dementierte Roland Seitz, dass der Kapitän des luxemburgischen Erstligisten Swift Hesperange ein Kandidat für die Defensive werden könnte.

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