Eintracht Trier ohne Angst nach Homburg

Am Sonntag kommt es zum Duell mit Ex-Coach Jens Kiefer

Von Niklas Stilz

Zwei Spiele, null Punkte. Den Saisonstart hat das junge Team von Cheftrainer Peter Rubeck ordentlich in den Sand gesetzt – und das trotz ansprechender Leistungen. In Homburg geht es für den SVE jetzt darum, endlich die ersten drei Punkte in der noch jungen Spielzeit einzufahren. Weil auch die Gastgeber des FCH mit nur einem Zähler aus den Partien gegen Saarbrücken und Kaiserslautern II den eigenen Ansprüchen noch hinterherhinken, hat das Spiel im Saarland eine besondere Brisanz.

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Nach zwei Niederlagen zum Auftakt geht es für den SVE am Sonntag im Homburg wieder um drei Punkte.

Totenstill war es nach Aussage von Triers Chefcoach Peter Rubeck in der Kabine nach dem Worms-Spiel. „Die Enttäuschung war natürlich riesengroß. Wir waren top motiviert und geraten dann durch so ein Gegentor in Rückstand, das war ein richtiger Nackenschlag“, erinnert sich der Übungsleiter nochmal an das Eigentor von Aushilfs-Innenverteidiger Ajdin Zeric in der zweiten Spielminute. Würde man jemandem die Aufgabe erteilen, einen Fehlstart zu malen, er würde sich wohl genau das Missverständnis von Zeric und Keeper Reisacher rauspicken. Obwohl sich das Team danach sehr ordentlich ins Spiel zurückkämpfte und durch Milorad Pekovic noch vor der Pause den Ausgleich erzielen konnte, gelang der Wormatia am Ende noch der entscheidende Treffer zum 2:1. Schon wieder steht man an der Mosel nach einem guten Auftritt mit leeren Händen da. „Das waren jetzt zum Auftakt gleich mal zwei unglückliche Niederlagen, in denen die Mannschaft extrem viel Aufwand betrieben und sich selbst am Ende nicht belohnt hat. Aber wir haben das Spiel gestern analysiert und wissen, wo wir uns noch steigern müssen“, bilanziert Rubeck den Saisonstart.

Verbesserungsbedarf sieht der 52-Jährige gleich in mehreren Mannschaftsteilen: „Grundsätzlich muss unser Spiel nach vorne besser werden. Hinten standen wir zwar prinzipiell gut, müssen aber unbedingt die individuellen Fehler abstellen. Die darf man so einfach nicht machen.“ Für den Angriff stünden mit Denis Pozder und Lukas Püttmann zwei Alternativen bereit, die vor dem Homburger Tor für Gefahr sorgen könnten. Beide hatten in der Vorbereitung schon ihre Klasse angedeutet, insbesondere Püttmann traf in beinahe allen Testspielen. Weil beide aber in den Spielen gegen Neckarelz und Worms auch schon Großchancen liegen ließen, wollte sich Trainer Rubeck noch nicht auf einen Einsatz festlegen: „Im Endeffekt möchte ich da nichts ausschließen. Garnier hat vorne eigentlich gut gearbeitet, bewegt sich stark und geht immer wieder in die Halbpositionen. Das heißt aber nicht, dass nicht vielleicht auch mal ein anderer Spieler dort kommt.“

Angespannte Personallage – Ärger um Koch

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Kehrt gegen Homburg ins Team zurück: Abwehrchef Torge Hollmann.

Während im Angriff einige Alternativen zur Verfügung stehen, war die Hintermannschaft gegen Worms noch das Sorgenkind. Mit der Rückkehr von Gelb-Rot-Sünder Torge Hollmann dürften sich die Sorgenfalten im Gesicht von Rubeck jedoch sichtlich entspannen. Trotzdem bleibt die Personaldecke in der Abwehr dünn. Publikumsliebling Michael Dingels wird nach seiner Verletzung in den nächsten Wochen vorerst in der zweiten Mannschaft des SVE zum Einsatz kommen, um Teile der verpassten Vorbereitung nachzuholen. Ebenfalls nicht im Kader stehen, wird Youngster Robin Koch. Der Sohn von Ex-Eintracht-Profi Harry Koch hatte es vorgezogen unter der Woche wegzufahren. „Auch wenn er schon gebucht hatte, bevor klar war, dass er bei uns Kader der ersten Mannschaft stehen würde, wird er vorerst mit der zweiten Mannschaft trainieren. Gegenüber den anderen Spielern könnte ich es nicht rechtfertigen, ihn jetzt einfach mitzunehmen. Das ist für mich besonders deshalb bitter, weil er eine richtig gute Vorbereitung gespielt hat und in jedem Fall eine Alternative gewesen wäre. Aber er ist ein junger Kerl und das muss er jetzt halt lernen“, äußerte Rubeck sich enttäuscht über das Eigengewächs.

Neben Dingels und Koch werden in Homburg auch weiterhin Holger Lemke und Matti Fiedler zum Zuschauen verdammt sein. Beide peilen das Pokalspiel gegen Freiburg für ihr Comeback an. Aktuell scheint außerdem auch ein Einsatz von Mittelfeldspieler Christopher Spang fraglich, der laut Rubeck leicht angeschlagen ist.

Eine Entscheidung ist auch auf der Torwartposition noch nicht gefallen. Wie Rubeck ankündigte, werden beide Keeper sich in der Woche nach dem Homburg-Spiel im Training präsentieren dürfen – erst danach wird er sich festlegen. „Wer gegen Freiburg im Tor steht, der ist die Nummer eins. Wir haben hier zwei etablierte Regionalliga-Torhüter, da sollten wir eigentlich auf dieser Position kein Problem haben. Aber es lief von Anfang an nicht so, wie ich mir das erhofft hatte“, gab der Coach zu Protokoll.

„Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken!“

Trotz aller Personalsorgen und der unbeantworteten Torwartfrage hat sich der SVE für das Aufeinandertreffen mit Ex-Coach Jens Kiefer und dem FC Homburg einiges vorgenommen. „Wir haben keinen Grund, den Kopf jetzt in den Sand zu stecken. Aber ich sage auch ganz klar: Immer sagen, dass wir gut gespielt haben, hilft uns auf Dauer nicht weiter. Deshalb müssen wir jetzt schon auch mal punkten“, setzt der Coach ein klares Ziel für das Gastspiel im Waldstadion Homburg.

Eintracht Trier - SSV Ulm

Auch für ihn geht es darum, den Fehlstart zu vermeiden: Ex-Eintracht und jetziger Homburg-Coach Jens Kiefer.

Weil auch die Hausherren eher durchwachsen in die Saison gestartet sind, ist die Partie für beide Mannschaften schon zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison mit großem Druck verbunden. Insbesondere für den FC Homburg geht es schon jetzt darum, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und den Anschluss an die Tabellenspitze nicht zu verlieren. SVE-Chefcoach Rubeck geht daher von einem engen Spiel aus: „Sie haben eine Top-Mannschaft, für die sie auch sehr viel Geld in die Hand genommen haben. Das sieht man ja zum Beispiel auch am Wechsel von Steven Kröner, den wir nicht hier behalten konnten. Durch diese Voraussetzungen haben sie natürlich noch mehr Druck als wir. Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie mit dem nötigen Selbstvertrauen an die Sache rangeht. Wir brauchen da nicht in Ehrfurcht erstarren, werden hinfahren und unsere Tugenden reinwerfen.“

Vielleicht kann der Fehlstart gegen den Favorit aus dem Saarland so auch zum Vorteil werden. Zumindest die Fans des FC 08 Homburg scheinen die Moselstädter nicht als ernsthaften Konkurrent zu betrachten. „Die Leute hier, die nur unsere Ergebnisse gesehen haben, trauen uns ja schon jetzt nichts mehr zu“, erzählt Rubeck, der selbst in der Region wohnhaft ist. Vielleicht können die Blau-Schwarz-Weißen sie ja am Sonntag eines besseren belehren.

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