Eintracht Trier: Ohne Kulabas, Pagenburg und Pintol ins Derby

Von Florian Schlecht

Eintracht Trier plagen vor dem Regionalligaspiels gegen die TuS Koblenz Personalprobleme. Die Schweicher WG mit Chhunly Pagenburg, Ahmet Kulabas und Benjamin Pintol fällt mit Verdacht auf Salmonellenvergiftung aus. Anstoß des Derbys ist am Freitag um 19 Uhr im Moselstadion.

Ahmet Kulabas fehlt im Derby wie auch seine WG-Kollegen Benjamin Pintol und Chhunly Pagenburg. Foto: Anna Lena Grasmück

Eigentlich wollte Roland Seitz bei der Pressekonferenz vor dem Derby gegen die TuS Koblenz am Freitag (19 Uhr) in erster Linie über sportliche Ziele reden. Doch die personelle Situation zwang den Trainer von Eintracht Trier, für kurze Zeit zum Hobby-Mediziner zu werden. Denn mit Chhunly Pagenburg, Ahmet Kulabas und Benjamin Pintol fallen die drei Spieler aus, die in Schweich unter einem Dach in einer WG wohnen. „Verdacht auf Salmonellenvergiftung“, grummelte Seitz. „Sie stehen uns nicht zur Verfügung.“ Blutuntersuchungen sollen letzten Aufschluss bringen über den Gesundheitszustand des Trios, das bis Sonntag krank geschrieben ist. Putenfleisch soll der Auslöser der Magenbeschwerden gewesen sein, wie Pagenburg erzählte. „In der Nacht zu Mittwoch ging es bei uns allen los, wir fühlen uns total schlapp, haben viel Flüssigkeit verloren und liegen nur müde in den Betten.“ So muss die WG vor dem Liveticker die Daumen drücken, ob Trier nach nur sechs Punkten aus den jüngsten sechs Spielen und zwei Heimpleiten in Folge wieder ein Erfolg im Moselstadion gelingt.

Mit Hollmann, Kuduzovic und Pollok

Fahrudin Kuduzovic winkt nach einer "Denkpause" wieder die Chance von Beginn an.

Die Aufstellung dürfte dabei bei den weiteren Ausfällen von Alon Abelski (Teileinriss des Syndesmosebandes) und Denny Herzig (Sperre) kein Staatsgeheimnis sein. Torge Hollmann soll in die Innenverteidigung rücken und dort seine starke Leistung nach der Einwechslung in Elversberg bestätigen. Fahrudin Kuduzovic winkt nach einer „Denkpause“ eine Bewährungschance. „Wir haben in dieser Woche noch ein sportliches Gespräch geführt, und ich hoffe, dass es fruchtet“, betont der Trainer.

Weichen muss für den bulligen Mittelfeldspieler Holger Knartz, „der in den letzten beiden Spielen viel investiert, aber unglücklich gespielt hat“, wie Seitz meint. „Aber er ist noch ein junger Mann, ich will ihn nicht verheizen und mit den „Englischen Wochen“ brauchen wir eh jeden Spieler.“ Wojciech Pollok rückt im Angriff an die Seite von Thomas Kraus.

Koblenz reist mit Selbstbewusstsein nach Trier

Das Hinspiel in Koblenz endete 0:0.

Vor dem Mammutprogramm mit zehn Spielen in fünf Wochen boten die letzten Tage die Gelegenheit, sich auf das Derby gegen Koblenz gezielt vorzubereiten, am 25. April wartet dann schon das Wiedersehen im Viertelfinale des Rheinlandpokals. Die Mannschaft von Michael Dämgen hat sich nach einer desolaten Hinrunde gesteigert, zuletzt 4:0 in Leverkusen gewonnen, Lotte ein 0:0 abgeknöpft und die „Rote Laterne“ des Tabellenschlusslichts an den SC Idar-Oberstein abgegeben. Auch Trier patzte beim 0:0 im Hinspiel. „Nun wird es noch schwerer, damals war es ein Spiel mit Pokalcharakter. Elf Koblenzer standen in der eigenen Hälfte und waren happy über das Ergebnis“, erinnert sich Seitz. „Wir müssen Geduld haben, sie beschäftigen, das wird eine ganz schwere Kiste.“

Zumal die Eintracht sich auch mit dem eigenen Publikum versöhnen will, das zuletzt nicht mit Gala-Auftritten verwöhnt wurde. „Warum wir unsere Qualität nicht konstant abrufen können, ist die wichtigste Frage“, rätselte er auch nach dem 2:2 in Elversberg, wo Trier 40 Minuten lang Mr. Hyde und die restlichen 50 Minuten Dr. Jekyll war. Die Meisterschaft hat der Fußballlehrer aber immer noch nicht abgeschrieben, „ein Roland Seitz gibt erst auf, wenn es vorbei ist“. Aber im Vordergrund steht für den Oberpfälzer ein anderes Ziel: „Egal, ob Derby oder Bundesliga-Nachwuchs – wir stehen in der Pflicht, den Fans und Sponsoren diesen Heimsieg zu schenken.“

+++++Eintracht in Kürze+++++

Tolgay Asma mit Mittelfußverletzung – Tolgay Asma hat weiterhin Verletzungspech. Der Kreativspieler, den seit September 2010 ein Kreuzbandriss, Rückenbeschwerden und ein Zehenbruch zurückwarfen, hat beim 3:2-Sieg gegen Wirges einen Bruch des vierten Mittelfußknochens erlitten. „Er wird mindestens zehn Tage Pause einlegen müssen“, erzählte Trainer Roland Seitz. „Mir tut das weh für Tolgay, er hat die 90 Minuten toll gespielt, das hat er nicht verdient.“ Die personellen Sorgen muss der Coach gegen Koblenz kompensieren, indem er Spieler aus der U23 und U19 in den Kader zieht. Erste Kandidaten sind dabei Christopher Spang, A-Jugend-Torjäger Burak Sözen und Christoph Anton.

Abelski bleibt einige Tage länger in Düsseldorf – Alon Abelski wird die Reha in Düsseldorf scheinbar um einige Tage verlängern. „Darum hat er mich gebeten“, so Trainer Roland Seitz, der so in der kommenden Woche noch nicht mit dem Spielmacher im Mannschaftstraining rechnet. „Er ist in der Physiotherapie von Bernd Restle aber in guten Händen und wird dort so fit gemacht, dass er bei uns schnell wieder in die Einheiten einsteigen kann.“

Busumleitung wegen des Eintracht-Spiels – Laut Homepage von Eintracht Trier rechnet der Verein zum Derby gegen Koblenz mit 2500 Zuschauern. Die Kassen öffnen um 17.30 Uhr. Wegen des Spiels wird die Zeughausstraße am Freitag von 17 bis 21 Uhr gesperrt. Die Busse der Linie 85 fahren folgende Umleitung: In Richtung Wilhelm-Leuchner-Straße fahren die Busse nach der Haltestelle Remigiusstraße in die Zurmaienerstraße und von dort weiter bis Haltestelle Castelforte. Eine Ausstiegshaltestelle für die Fahrgäste aus dem Maarviertel wird in der Zurmaienerstraße eingerichtet. In Richtung Hauptbahnhof (Nells Park) fahren die Busse ab Castelforte über Zurmaienerstraße und Nordalle und von dort weiter nach Plan. Die Haltestellen im Maarviertel werden für die Dauer der Sperrung aufgehoben und an die Haltestellen der Linie 86 in die Paulinstraße verlegt.

Bruderduell im Derby – Daniel Bauer und Tobias Bauer treffen im Derby zwischen Trier und Koblenz als Gegenspieler aufeinander. Eine Geschichte der beiden Brüder ist hier zu lesen.

Kolumne von Stadionsprecher Martin Köbler – Für 5vier hat Stadionsprecher Martin Köbler wieder seine Kolumne zum Heimspiel gegen die TuS Koblenz geschrieben. Er erinnert sich an den Rheinlandpokal-Gewinn 2011 und an „Momente, in denen die Welt stehen bleibt“. Hier geht es zum Text.

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