„Pfullendorf ist keine Hau-Ruck-Mannschaft“

Von Stephen Weber

Zum vorletzten Mal im Jahr 2012 empfängt Eintracht Trier in einem Meisterschaftsspiel eine gegnerische Mannschaft im heimischen Moselstadion. Gegen den Sportclub aus Pfullendorf muss Coach Roland Seitz infolge zweier Gelbsperren seine zuletzt eingespielte Stammformation umstrukturieren. Anpfiff ist am Samstag im Moselstadion um 14 Uhr.

SVE-Trainer Roland Seitz (Foto: Anna Lena Grasmück)

Das Fußballjahr 2012 biegt in die Zielgerade ein – und die Teams in der Regionalliga Südwest haben noch drei Mal die Möglichkeit, sich vor dem langen Winterschlaf in eine aussichtsreiche Position zu punkten. Auch für Eintracht Trier, gegenwärtig auf Platz vier mit vier Zählern Rückstand auf die Relegationsränge, ist nun jedes kommende Duell ein Big-Point-Spiel im Kampf um den möglichen Aufstieg. Hierbei erwartet die Mannschaft um Trainer Roland Seitz am Wochenende eine auf dem Papier scheinbar lösbare Aufgabe:

Denn der Kontrahent aus Pfullendorf rangiert derzeit mit 19 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz und tummelt sich somit in der Abstiegsregion der Regionalliga. Doch der Schein trügt. Der Verein vom Bodensee hat sich offenbar nach einem holprigen Saisonstart gefangen und ist im Zuge dieses Aufschwungs seit inzwischen fünf Partien in Serie ohne Niederlage. Dementsprechend respektvoll tritt Seitz der anstehenden Herausforderung gegenüber: „Es wird ein enorm wichtiges Spiel für uns, vor allem, weil das ganze Umfeld fest mit einem Sieg rechnet. Natürlich wollen wir mit einem weiteren Heimsieg unsere Serie weiter ausbauen. Trotzdem ist es eine Kopfsache, bei der großen Erwartungshaltung, das volle Potential anzurufen.“

Umbau in der Anfangsformation

Die Langzeitverletzten Christoph Anton und Markus Fuchs werden bei dieser Aufgabe am Samstag ebenso fehlen, wie die gelb-gesperrten Steven Lewerenz und Steven Kröner. Dafür kann sich Baldo di Gregorio, nach überzeugenden 45 Minuten in Eschborn, wieder Hoffnungen auf ein Comeback in der Startelf machen. „Das System wird beibehalten, aber wie ich es nun nach den Sperren füllen werde, wird sich erst am Samstag zeigen“, ließ sich der Trainer nicht in die Karten blicken. Fest steht, dass Nachwuchsspieler Kevin Heinz auf der Ersatzbank sitzen wird, ebenso wie der wiedergenesene Mario Klinger, der seit Wochen auf einen Einsatz im Anfangskollektiv der Moselstädter wartet. „Mario ist von der Fitness her einsatzbereit, nur an der Spielpraxis mangelt es ein wenig. Aber ich hätte keine Bedenken, ihn für die Anfangself zu berufen“, sagte sein Chef Roland Seitz.

Die zurückliegenden Unstimmigkeiten zwischen dem Trainer und dem ehemaligen Kapitän Torge Hollmann, der sich über seine Halbzeit-Auswechslung in Eschborn enttäuscht geäußert hatte, wollte der Oberpfälzer ebenfalls unkommentiert lassen, verriet aber, dass es „keine Gespräche diesbezüglich“ bisher gegeben habe. Vermutlich wird Hollmann den anberaumten Platz in der Innenverteidigung übernehmen. Viele Änderungen, die bei dem Teamchef allerdings keine Sorgenfalten auf der Stirn entfachen: „Kuduzovic, Abelski und Pagenburg sind momentan so gut drauf, da ist ein Tor für uns immer möglich.“

Zu viele Gegentore

Torge Hollmann (Foto: www.5vier.de)

Doch es gibt eine Sache, die trübt die aktuelle Euphorie rund um die Trierer Erfolgswelle – die vielen Gegentore in den vergangenen Partien. Seit vier Spielen konnte die Eintracht  nicht mehr die Null hinten halten und geriet dabei in den letzten drei Begegnungen gar in Rückstand. Eine Tatsache, die dem Coach nicht schmecken kann: „Es sind eindeutig zu viele Gegentreffer und daran müssen wir arbeiten. Wir müssen verstärkt gegen den Ball arbeiten, hinten dicht machen und abwarten, bis der Gegner müde wird.“

So soll auch die Erfolgsformel gegen Pfullendorf lauten, die Seitz spielerisch stark einschätzt: „Sie sind keine Hau-Ruck-Mannschaft und verkörpern eine Mischung aus Dynamik im Zentrum und schnellen Spieler auf den Außen. Vor allem aber brauchen sie jeden Punkt gegen den Abstieg. Und weil wir als Favoriten gelten, können sie befreit aufspielen.“ Deshalb hofft der Trainer, dass seine Mannschaft die Big Points auf der Zielgeraden des Kalenderjahres nutzt und mit einem Dreier für gute Stimmung auf der anschließenden Blau-Schwarz-Weißen-Nacht (5vier.de berichtete) sorgen kann. Anpfiff ist am Samstag im Moselstadion um 14 Uhr.

+++Eintracht in Kürze+++

Eintracht Trier geht neue Wege im Merchandising – „Von Fans für Fans“ – In Sachen Merchandising arbeitet der SV Eintracht Trier 05 inzwischen eng mit dem Supporters-Club Trier (SCT) zusammen und überträgt seinen Anhängern damit auch Verantwortung:  Der Dachverband der blau-schwarz-weißen Anhänger kümmert sich seit kurzem in enger Abstimmung mit Geschäftsführer Dirk Jacobs um den Fanartikelbereich – und zwar vom Design, über die Bestellung bis hin zum Verkauf in der neuen Fan-Bude im Moselstadion.

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