Eintracht Trier: Reisegruppen und Dauerbrenner – 2011/12 in Zahlen

Von Florian Schlecht

Zuschauer im Moselstadion, Torjäger und Dauerbrenner: 5vier geht im ersten Teil des Saisonrückblicks von Eintracht Trier 2011/12 auf die wichtigsten Zahlen ein.

Cataldo Cozza verbucht die meisten Einsatzminuten aller Feldspieler. Ob er seinen Vertrag in Trier verlängert, ist fraglich. Foto: Anna Lena Grasmück

Wieviele Zuschauer kamen in der Saison 2011/12 ins Moselstadion? Wer ist der torgefährlichste Spieler von Eintracht Trier? Wer hat die meisten Minuten absolviert? Was sind die Rekordergebnisse? 5vier bietet in einem dreiteiligen Saisonrückblick eine Übersicht. In Teil 1 geht es um die Zahlen und Statistiken des Jahres, im zweiten Teil am Dienstag gibt es eine große Rückschau auf die Höhen und Tiefen, abschließend soll eine Einzelbewertung der Spieler den Abschluss bilden.

Eine starke Reisegruppe

Die Fans von Rot-Weiss Essen feierten das letzte Flutlichtspiel an der Hafenstraße trotz der 0:4-Pleite gegen Trier. Foto: Peter Schmitt

Wenn Roland Seitz abergläubisch wäre, dann hätte er seine Spieler wahrscheinlich wenige Stunden vor Heimspielen pünktlich am Gelände des Moselstadions versammelt. Aber nicht zur Mannschaftsbesprechung, sondern zu einer netten Busfahrt auf die Autobahn und irgendwann wieder zurück nach Trier. Mit zwischenzeitlichem Mittagessen (Nudeln vom Italiener) und kleinen Naschereien (frisch gebackener Kuchen von der Frau von Zeugwart Stephan Reisen). Die Rituale funktionierten nämlich gut, als Eintracht Trier in der Regionalliga auf weite Fahrt ging. Mit 35 Punkten aus 18 Spielen stellt sie die drittstärkste Auswärtsmannschaft, auch 33:15-Tore sprechen eine deutliche Sprache.

Natürlich gab es auswärts auch die höchsten Saisonsiege. 4:0 gewann die Eintracht bei Mönchengladbach II und auch in Essen. Dort schrieb die Mannschaft Geschichte, als sie Rot-Weiss Essen im letzten Flutlichtspiel an der Hafenstraße deklassierte. Dabei war die Busfahrt ein echter Flop – trotz Nudeln und Kuchen. Kurz hinter Bitburg streikte das Gefährt, es stank bereits nach durchgeschmorten Drähten. Der Bus wurde ausgetauscht, im Stau dann die Wegnahrung verzehrt, im Stadion dann Essen.

Der Stress fehlte scheinbar vor Heimspielen. Dort belegt Trier mit Platz acht nur einen Mittelfeldrang, kassierte peinliche sieben Niederlagen. Darunter fällt auch die höchste Pleite der Saison mit dem 0:3 gegen die Reserve des FSV Mainz 05. Den höchsten Heimerfolg feierte die Eintracht mit einem 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach II. Auswärts war der bitterste Ausrutscher ein 2:4 bei Kaiserslautern II. Den Tiefpunkt des Jahres gab es allerdings auf fremden Plätzen – das Aus im Rheinlandpokal beim TuS Mayen.

35.776 Zuschauer kamen ins Moselstadion

In der Saison 2011/12 strömten insgesamt 35.776 Besucher in Regionalligaspielen ins Moselstadion. Damit liegt der Schnitt bei 1987 Zuschauern pro Partie unter den kalkulierten Erwartungen der Verantwortlichen. Und das, obwohl im Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen 6.238 Fans angegeben wurden, wodurch die 90 Minuten gegen den Deutschen Meister von 1955 die bestbesuchte Begegnung waren.

Wie viele Menschen an diesem Tag wirklich Augenzeugen des eher tristen 0:0 waren, ist aber schwer zu ermitteln. Durch den Verkauf von Kombitickets in Verbindung mit dem DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV war das Stadion an dem Tag offiziell sogar ausverkauft. Zu erklären ist der enttäuschende Schnitt auch mit den vielen Heimniederlagen. Waren die ersten Heimspiele gegen Wiedenbrück (1808), Schalke II (2384), Düsseldorf II (2372) und Mainz 05 II (2107) weitgehend ordentlich besucht, gab es nach drei Pleiten in den vier Begegnungen einen kleinen Einbruch. Mit Ausnahme des Essen-Spiels gab es im Jahr 2011 danach keine Partie mehr, die 2000 Zuschauer oder mehr besuchten. Der nächste Grund ist das frühzeitige Aus im Aufstiegsrennen.

Als gegen Idar-Oberstein (2076), den 1. FC Köln II (1632) und Koblenz (2317) nicht gewonnen wurde, war der Meisterschaftszug früh abgefahren. In der Zeit danach lag auch der Negativrekord mit nur 1060 Zuschauern gegen Kaiserslautern II. Aber: Bei vergleichbaren Regionalligisten (Wuppertaler SV, VfB Lübeck, Hessen Kassel) brachen die Besucherzahlen in ähnlicher Situation ebenfalls ein.

Ahmet Kulabas ist der torgefährlichste Spieler

Bereits für das 2011 erstellte 5vier eine Statistik, die Ahmet Kulabas als den torgefährlichsten Spieler des Jahres würdigte. Der Angreifer, der nun zu Wacker Burghausen wechselt, hat auch in der Saison 2011/12 die meisten Treffer von Eintracht Trier erzielt. Auf 13 Tore kommt der 24-Jährige in 35 Spielen, der auswärts mit acht Treffern sogar drei mehr erzielte als im Moselstadion. Damit liegt er im Trend. Die gesamte Mannschaft kommt auf 57 Tore, nur 24 davon erzielte sie vor heimischem Publikum.

Der beschlagene, laufstarke Kulabas wird Trier zukünftig fehlen. Auch als Teamplayer – gemeinsam mit Thomas Drescher ist der Goalgetter mit elf Assists der beste Vorlagengeber in der Mannschaft. Weiter bauen kann Eintracht Trier aber auf die Treffsicherheit von Pagenburg, der mit Kulabas in einer WG wohnt. Auf elf Tore kommt der ehemalige Bundesligaprofi des 1. FC Nürnberg, obwohl er immer wieder durch Verletzungsprobleme zurückgeworfen wurde.

Kurios ist die Trefferquote von Fahrudin Kuduzovic. Auf acht Tore kommt der bullige Mittelfeldspieler – sieben davon hat er vom Elfmeterpunkt aus erzielt.

So verteilen sich die 57 Eintracht-Tore in der Saison 2011/12: Kulabas (13), Pagenburg (11), Kuduzovic (8), Kraus (7), Herzig (3), Drescher, Karikari, Knartz, Pintol, Hauswald (je 2), Zittlau, Stang, Cozza, Pollok, Eigentor (je 1).

Dauerbrenner Poggenborg und Cozza

Kein Regionalligaprofi von Eintracht Trier hat in der Saison 2011/12 alle Spiele und somit alle Minuten bestritten. 28 Akteure kamen insgesamt zum Einsatz. Der Dauerbrenner, das ist kaum überraschend, ist ein Torwart. André Poggenborg hat die meisten Minuten von allen Spielern auf seinem Konto (2970), in 33 Spielen stand er zwischen den Pfosten. In 15 Begegnungen davon behielt er eine „weiße Weste“ ohne Gegentreffer. Von den Feldspielern verbucht Cataldo Cozza die meisten Einsatzminuten (2935). Im letzten Saisonspiel gegen Lotte fehlte der Außenverteidiger wegen eines Muskelfaserrisses.

Auf nur zwei Minuten kommt Max Bachl-Staudinger. Der defensive Mittelfeldspieler wurde nur gegen den SV Elversberg kurz vor Schluss eingewechselt, um die 1:0-Führung mit über die Runden zu retten. In der Winterpause zog das enttäuschte Talent dann zur SpVgg. Unterhaching weiter. Den Sprung schaffen wollen hingegen Burak Sözen (12) und Christopher Spang (14). Die Youngsters schnupperten bereits Regionalliga-Luft, ab Sommer wollen sie die Stammplätze angreifen. In den meisten Spielen (35) war in der Saison Fahrudin Kuduzovic dabei. Der Bosnier fehlte nur beim 2:2 in Elversberg, als er sportlich im Tief steckte.

+++++Eintracht in Kürze+++++

Sebastian Pelzer besuchte Eintracht-Heimspiel gegen Lotte – Ein bekanntes Gesicht saß beim 0:1 von Eintracht Trier gegen die Sportfreunde Lotte im VIP-Zelt. Sebastian Pelzer  besuchte seinen Kumpel Cataldo Cozza und somit auch seine alte Wirkungsstätte, wo er von 2003 bis 2005 spielte. „Ich bin auf Heimaturlaub“, begründete der Linksverteidiger die Stippvisite an der Mosel, wo er groß geworden ist. „Ich war seit Jahren nicht mehr im Stadion und wollte mal wieder vorbeischauen.“ Ein Kandidat für Trier in der Regionalliga ist Pelzer eher nicht. Bei Hansa Rostock war er zuletzt Kapitän. Nachdem die Stadt dort einem Hilfspaket zugestimmt hat, scheinen die Zeichen auf Vertragsverlängerung zu stehen. „Ich würde gerne dort bleiben“, so Pelzer.

Karikari liebäugelt mit Angeboten – Cataldo Cozza und Jeremy Karikari liegen laut Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi seit über zwei Wochen unterschriftsreife Verträge vor, doch das Duo zögert plötzlich mit einer Unterschrift (5vier berichtete). Wie bei Cozza verweist auch Karikari auf 5vier-Nachfrage auf familiäre Gründe. „Meine Freundin und mein Kind wohnen in Stuttgart, meine Familie in Hamburg. Die Abstände sind nicht ohne.“ In den nächsten Tagen will der Mittelfeldstratege eine Entscheidung treffen. Und Trier hat Konkurrenz. „Es liegen mir auch andere Angebote vor.“

Stichworte:

Kommentare (1)

Antworten | Trackback URL | RSS

  1. Jupp sagt:

    Saison 2012/13???
    Wüsste gern die Lottozahlen!!! Da ihr ja schon wisst wie viele Zuschauer nächste Saison ins Moselstadion kommen!!! Jetzt im ernst ihr meintet bestimmt 2011/12!!!

    Mfg

    Anmerkung der Redaktion: Hallo, natürlich haben wir keine Glaskugel in der Redaktion. So wird es mit den Lottozahlen leider nichts. 😉 Natürlich meinen wir die Saison 2011/12, der Fehler ist korrigiert. Besten Dank für den Hinweis! Viele Grüße, die 5vier-Redaktion

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln