Eintracht Trier: Saisonabschluss in Verl – Personalplanungen laufen

Von der Eintracht berichten
Andreas Maldener und Anna Lena Bauer (Fotos)

Saisonausklang bei Fußball-Regionalligist Eintracht Trier. Am Samstag bestreitet der frisch gebackene Rheinlandpokalsieger 2011 sein letztes Pflichtspiel der diesjährigen Spielzeit in der Regionalliga West. Um 14 Uhr trifft die Mannschaft von Trainer Roland Seitz im Stadion an der Poststraße auf den SC Verl. Dabei will der Trainer einigen seiner Schützlinge zu Spielpraxis verhelfen, die sie im bisherigen Saisonverlauf nicht ergattern konnten. Dennoch soll es gegen die Westfalen zu mindestens einem Punkt reichen, um Platz zwei endgültig zu besiegeln. Derweil laufen neben dem Platz bereit die Planungen für die kommende Saison auf Hochtouren.

Trotz aller Pokal-Fierlichkeiten muss Eintracht Trier am Samstag zum Liga-Endspurt beim SC Verl antreten.

„Es ist schwierig, wieder in den Alltag zurückzukehren, nachdem wir alle am Mittwoch einen so schönen Tag erlebt hatten.“ Auch zwei Tage nach dem 2:0-Sieg im Finale des Bitburger-Rheinlandpokals gegen die TuS Koblenz und der damit einhergehenden Qualifikation zur ersten Hauptrunde des DFB-Pokals ist die Freude über den Titelgewinn Eintracht-Trainer Roland Seitz noch anzumerken. Während seine Spieler bis in die frühen Morgenstunden im Bistrorante Laola in der Arena Trier den Pokalsieg feierten und begossen, ließen es Trainerstab und Vorstandschaft an anderer Stelle krachen. Doch noch ist die Saison nicht beendet, auch wenn das Highlight für alle im Umfeld der Moselaner bereits seit Mittwoch der Vergangenheit angehört. Denn am Samstag muss Eintracht Trier um 14 Uhr beim SC Verl zu einem der entferntesten Auswärtsspiele der Regionalliga West reisen. Fünf Stunden in einem engen Reisebus, die Nachwehen der Pokalfeier, sie könnten sich wohl deutlich besser verdauen lassen. Dennoch will Trainer Seitz nicht nach Verl reisen, um sich dort willenlos dem Schicksal hinzugeben:“Es wird zwar wieder ähnlich wie die Fahrt nach Wiedenbrück ein Höllentrip, aber wir wollen in Verl nicht verlieren. Zum einen, um unsere gute Serie erfolgreich zu beenden, zum anderen, um Platz zwei endgültig zu festigen.“ Dass dabei von seiner Mannschaft keine Wunderdinge zu erwarten sind, erklärt sich von selbst. „Es wird ein Spiel werden, in dem keiner dem anderen weh tun will und derjenige gewinnt, der das erste Tor schießt“, prophezeit der Oberpfälzer in Diensten des SVE. Dabei will er wiederum einigen Akteuren die Chance auf einen Regionalligapartie von Beginn an geben, die sich bisher ohne ein Murren auch von der Ersatzbank aus in den Dienste der Mannschaft gestellt haben. „Olivier Mvondo, Fabian Zittlau und Stefan Kohler werden auf alle Fälle spielen, dazu fällt Thomas Drescher wegen muskulärer Probleme aus“, berichtet Seitz. Dazu wird ein Spieler aus dem Stammkräfte-Trio Thomas Kraus, Lukas Mössner und Ahmet Kulabas vorerst auf der Bank Platz nehmen dürfen.

Um das letzte Schaulaufen der Saison ähnlich wie in der vorangegangenen Partien erfolgreich zu gestalten, trifft sich die Mannschaft am Nachmittag noch einmal zum abschließenden Training. Eigentlich sollte diese Einheit bereits vormittags stattfinden, doch angesichts der ausgeprägten Feierlichkeiten und auf Bitten seiner Mannschaft war Seitz nur zu gerne bereit, die Einheit auf 15 Uhr zu vertagen. Geleitet wird das Abschusstraining von Co-Trainer Rudi Thömmes, denn Chef Seitz verabschiedete sich in Richtung Mannheim, um sich dort im Carl-Benz-Stadion das Spiel Waldhof Mannheim gegen Weinheim anzusehen. „Wer weiß, vielleicht findet sich dort der ein oder andere interessante Spieler für Eintracht Trier“, begründete Seitz mit einem Augenzwinkern den Anlass seiner Reise. Denn obwohl die Saison offiziell erst am Samstag mit Abpfiff der Partie in Verl ihr Ende findet, sind bereits jetzt die Geschehnisse und Meldungen abseits des Platzes weitaus interessanter.

Die Saison neigt sich dem Ende zu, doch Roland Seitz und sein Trainerteam planen bereits eifrig.

Die erste für viele überraschende Nachricht trudelte gestern in der Moselstadt ein. Kapitän Josef Cinar, der 2008 aus Verl nach Trier wechselte, wird den Verein im Sommer in Richtung Drittligist Wacker Burghausen verlassen. Für viele Sympathisanten des Vereins war diese Meldung enttäuschend, denn Cinar hatte sich seit seinem Wechsel in Trier zu einer echten Identifikationsfigur entwickelt und war mit verantwortlich für eine erfolgreiche Saison. „Ich bedauere den Wechsel sehr, denn wir hätten Josef selbstredend gerne behalten“, bekräftigte Seitz am Freitag. Doch die Gründe für den Wechsel liegen dem Cheftrainer zu Folge auf der Hand:“Wir konnten ihm unser Angebot finanziell nicht schmackhaft machen, wenn sich dann noch ein Drittligist meldet, sind wir fast chancenlos.“ Damit steht unter Berücksichtigung der ersten fünfzehn Spieler aus dem engeren Mannschaftskreis neben Alban Meha (wechselt nach Paderborn) mit Cinar nun bereits der zweite Abgang fest. Zur Enttäuschung von Trainer Seitz:“Nach so einer guten Saison hätte ich am liebsten alle Spieler gehalten. Mir tut vor allem weh, dass diese gewachsene Kameradschaft jetzt zerbricht.“

Klar ist für den Coach, dass er für die vakante Innenverteidigerposition einen ebenbürtigen Ersatz suchen und finden wird. Dass Seitz mit Youngster Fabian Zittlau bereits einen würdigen Vertreter in den eigenen Reihen hat, ist ihm dabei durchaus bewusst:“Fabian ist für mich ein Phänomen. Er spielt sein Pensum runter, obwohl er ständig ins kalte Wasser geworfen wird.“ Ähnlich wie Zittlau konnte auch Jeremy Karikari in den letzten Wochen mit positiven Schlagzeilen auf sich aufmerksam machen. Deswegen wird Seitz sich in den nächsten Wochen auch mit dessen Berater in Verbindung setzen, um über einen möglichen Verbleib des Mittelfeldspielers in Trier zu verhandeln:“Ich bin von seinen Fähigkeiten überzeugt. Vor allem freut es mich, dass er sich seit dem Homburg-Spiel kontinuierlich gesteigert hat.“ Da jedoch bisher noch keine Gespräche geführt wurden, konnte der Cheftrainer keine Wasserstandmeldung abgeben.

Konkretere Aussagen gibt es hingegen in weiteren Personalfragen. 5vier.de liefert einen Überblick:

Stefan Kohler/Cataldo Cozza: Beiden Spielern wurden bereits vor geraumer Zeit Angebote vorgelegt. Laut Trainer Seitz besteht jedoch keine Chance mehr, in finanzieller Hinsicht von selbigen abzuweichen. „Wenn sie zu unseren Konditionen bleiben wollen, freuen wir uns sehr, denn das wir sie behalten wollen, steht außer Frage“, so Seitz.

Ahmet Kulabas: Winter-Neuzugang Ahmet Kulabas (kam aus Heidenheim) will im nächsten Jahr in der Dritten Bundesliga spielen. Dazu scheint eine Einigung aus finanziellen Gründen derzeit nicht machbar zu sein. „Unsere Chance ist da, aber wenn ein Drittligist anklopft, wird es sehr schwer werden, ihn zu halten“, kommentiert der Trainer.

Lukas Mössner: Bereits in den vergangenen Wochen hatte der Österreicher angedeutet, dass er sich in Trier wohlfühle und auch Interesse an einem weiteren Jahr an der Mosel habe. Doch auch hier liegen die finanziellen Erwartungen der Vertragspartner noch auseinander. Zudem lebt Mössner in Trier getrennt von seiner Familie. Seitz:“Wenn er bleiben will, können wir uns auch einig werden. Aber wenn sein Herz sagt, dass ein weiteres Jahr ohne seine Familie nicht möglich ist, können wir auch mit Geld nichts ausrichten.“

Pierro Saccone/Max Bachl-Staudinger: Bei den beiden Mittelfeldspielern stehen die Zeichen auf Abschied. Weder Saccone noch Bachl-Staudinger kamen in der Offensive zum Zug, vor allem die starke Rückrunde von Neuzugang Fahrudin Kuduzovic bescherte ihnen häufig nur einen Platz auf der Reservebank.

Chhunly Pagenburg: Er war bereits vor wenigen Wochen an der Mosel im Probetraining, hinterließ dabei bei Tainer Seitz einen guten Eindruck. Es wurden auch Gespräche geführt, doch konkreter schien es dabei noch nicht geworden zu sein.

Trotz einiger Fragezeichen hinter manchen Personalien sorgt sich Seitz jedoch nicht, bis zum geplanten Trainingsauftakt am 27.6 zwei bis drei Neuzugänge präsentieren zu können, um dann mit einem Kader von rund 15 Spielern die neue Saison anzugehen. „Ich bin so ruhig und gelassen wie selten zuvor, weil der Spielermarkt es im Moment einfach hergibt und die Preise weiter fallen werden“, begründet der Trainer seine Zuversicht. Bis zum Ende der Transferperiode will Seitz wie schon in dieser Saison einen 20-Mann-starken Kader zur Verfügung haben.

 

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