Eintracht Trier: Saisonrückblick Teil II

Ernüchterung in der Liga - Entlassung von Roland Seitz - Rücktritt von Jens Kiefer - Gewinn des Rheinlandpokals

Von Benedikt Rupp

Die gute Hinrunde ließ die Eintracht-Fans von dem lang ersehnten Aufstieg in die Dritte Liga träumen. Doch wie so oft verpatzte die SVE-Truppe den Auftakt in das neue Jahr. Trainer Roland Seitz musste nach der 1:0-Pleite im Derby bei der TuS Koblenz seine Tätigkeit bei der Eintracht niederlegen. Der neu verpflichtete Jens Kiefer konnte den Punkterückstand nicht mehr aufholen und gab noch vor Ende der Saison seinen Rücktritt bekannt. Mit dem Sieg im Rheinlandpokalfinale feierte die Eintracht doch noch einen versöhnlichen Saisonabschluss und qualifizierte sich damit für die erste Runde des DFB-Pokals.

Pokalfinale 2014 Eintracht Trier - SG Altenkirchen

Rheinlandpokalsieger 2013/14: Eintracht Trier

Lange Winterpause mit Trainingslager in Belek – Zwei Winterneuzugänge

Über einen Monat dauerte es bis die Kicker von Eintracht Trier wieder die Fußballschuhe schnüren und gegen den Ball treten durften. Anfang Dezember hatte der SVE seine letzte Begegnung bestritten (6:1 in Kassel). Am 12. Januar startete der Eintracht-Tross um Coach Roland Seitz in die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte, in der noch 15 Spiele in der Regionalliga auf dem Programm standen. Mit einer starken Hinserie im Rücken und voller Vorfreude nahmen die Moselstädter das Unternehmen Relegationsplatz in Angriff.

Eintracht-Trainingslager_5

Trainingslager in Belek

Die Seitz-Truppe zeigte einen engagierten Eindruck in der spielfreien Zeit und überzeugte in mehreren Testspielen. In der ersten Partie trennten sich die Blau-Schwarz-Weißen vom saarländischen Drittligisten SV Elversberg mit 0:0. Dann folgten gegen West-Regionalligist Alemannia Aachen, den luxemburgischen Meister CS Fola Esch, den Kreisligisten DJK St. Matthias und die Saarländer des FC Hertha Wiesbach vier Siege. Die Eintracht war gerüstet für das Trainingslager im türkischen Belek, wohin die Trierer am 2. Februar aufbrachen, um sich den Feinschliff für den Rest der Rückrunde zu erarbeiten.

Bevor es jedoch in den Süden ging, vermeldete der Verein kurz vor dem Ende des Transferfensters noch zwei Neuzugänge. Zum einen kam der Deutsch-Japaner Ken Asaeda vom Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen an die Mosel und sollte das Mittelfeld des SVE verstärken. Zum anderen wechselte Kushtrim Lushtaku zur Eintracht. Er kam von Fortuna Köln und wurde als weiterer Offensivakteur verpflichtet. Beide Spieler erhielten in der Rückserie wenig Einsatzzeit und konnten sich nicht durchsetzen.

Schwacher Auftakt ins neue Jahr – Entlassung von Roland Seitz

Ende Februar starteten die Moselkicker in die zweite Saisonhälfte. Zum Auftakt hatte die Eintracht den SVN Zweibrücken zu Gast. Und wieder, schon fast traditionell, hatte der SVE einen schlechten Start nach der Winterpause. Trier ging früh in Führung, musste nach der Pause den Ausgleich schlucken und vergab in der Nachspielzeit die Riesenchance zum Sieg. Angreifer Marco Quotschalla scheiterte mit einem Strafstoß am Gästekeeper. In der Hinrunde konnte der Aufsteiger noch mit 3:0 besiegt werden.

Eintracht Trier - SC Pfullendorf

Roland Seitz wurde nach dem verpatzten Jahresauftakt entlassen.

Der wiederum schwache Auftakt in das neue Jahr schien sich in den Köpfen der Kicker festgesetzt zu haben. Denn auch in den kommenden Wochen wurden das Spiel der Blau-Schwarz-Weißen und vor allem die Ergebnisse nicht besser. Bei den kleinen Roten Teufeln setzte es in Unterzahl eine 1:2-Pleite und gegen das Schlusslicht aus Pfullendorf kam die Truppe von Roland Seitz im Moselstadion nicht über ein mageres 1:1-Unentschieden hinaus.

Nachdem auch das Derby gegen die TuS Koblenz nach einer extrem schwachen Vorstellung mit 0:1 verloren ging, folgte der Paukenschlag. Die Verantwortlichen des SVE reagierten und beurlaubten Cheftrainer Roland Seitz. Nach den ernüchternden Resultaten war dies zwar für viele ein überraschender, aber nachvollziehbarer Schritt der SVE-Führung. „Nach dem misslungenen Start aus der Winterpause heraus mit vier Spielen ohne Sieg und nur zwei Punkten sahen wir den Zeitpunkt gekommen, etwas zu verändern und ein Zeichen zu setzen“, erklärte Vorstandssprecher Ernst Wilhelmi. Spätestens nach der Koblenz-Niederlage mussten die Trierer den Traum von einem der beiden Relegationsplätze begraben. Der Rückstand auf den zweiten Rang war bereits auf zwölf Zähler angewachsen.

Jens Kiefer übernimmt – Kein Aufbäumen in Sicht

In Jens Kiefer fand die Eintracht äußerst schnell einen Nachfolger für Seitz. Der gebürtige St. Ingberter, der in der vergangenen Saison die SV Elversberg zum Aufstieg in die Dritte Liga führte, saß bereits drei Tage nach der Entlassung von Seitz auf der Trainerbank der Eintracht. Er sollte im Heimspiel gegen Wormatia Worms die Moselstädter aus dem Formtief befördern und den ersten Sieg im Jahr 2014 einfahren. Und so geschah es auch. Trier fand durch eine beeindruckende Leistung in die Erfolgsspur zurück.

Eintracht Trier - Wormatia Worms

Jens Kiefer übernahm das Zepter für knapp zwei Monate.

Die Hoffnung auf weitere gute Partien war aber schnell wieder verflogen als vier Tage später bei der zweiten Mannschaft von 1899 Hoffenheim eine 0:1-Pleite eingesteckt werden musste. Der Kiefer-Effekt war nach kurzer Zeit schon wieder verpufft. Und auch in den kommenden Wochen war kein Aufbäumen der Moselkicker in Sicht. Gegen Baunatal, Mannheim und Ulm, die in der Tabelle teilweise viel schlechter dastanden und welche der SVE in der Hinrunde noch besiegt hätte, trennte sich die Eintracht nur mit einem 1:1-Remis. Währenddessen schaffte die Eintracht wenigstens im Rheinlandpokal den Einzug ins Halbfinale und zwar im dritten Derby der Saison gegen Koblenz. Nach frühem Rückstand glich Steven Kröner aus. Nach torloser Verlängerung zitterten sich die Jungs mit der Porta Nigra auf der Brust in einem Elferkrimi zum Erfolg.

Der Höhepunkt der Eintracht-Krise in der Rückrunde war dann in der Partie bei der SG Sonnenhof Großaspach erreicht. Beim überlegenen Spitzenreiter kamen die Jungs von Jens Kiefer mit 0:4 unter die Räder und ließen zudem jeglichen Kampfgeist vermissen. Die Trierer erspielten sich über 90 Minuten nur eine Chance und gaben sich nach dem Rückstand ihrem Schicksal hin – die Liga war gelaufen.

Rücktritt von Kiefer – Eintracht gewinnt Rheinlandpokal

Eine Woche nach dem Großaspach-Debakel feierte der Eintracht-Tross den Einzug ins Rheinlandpokalfinale. Der SVE gewann gegen den Rheinlandligisten SG Mülheim-Kärlich deutlich mit 5:0. In der Liga verzeichneten die Moselstädter noch zwei Siege. Einen Achtungserfolg erreichte die Eintracht gegen den späteren Relegationsteilnehmer und Aufsteiger in die Dritte Liga, Mainz 05 II (1:0). Bei der Reserve von Eintracht Frankfurt siegte die Kiefer-Elf 2:0.

Nachdem die Blau-Schwarz-Weißen gegen Kickers Offenbach nur 0:0 spielten, folgte der zweite Paukenschlag in diesem Jahr. Trainer Jens Kiefer, der erst vor zwei Monaten zur Eintracht kam, erklärte seinen Rücktritt und seinen sofortigen Wechsel zum Ligakonkurrenten FC Homburg. Kiefer wird für die Saarländer in der kommenden Saison als Trainer auf der Bank sitzen.

Pokalfinale 2014 Eintracht Trier - SG Altenkirchen

Versöhnlicher Saisonabschluss: Trier feiert Rheinlandpokalsieg.

Es folgte also der dritte Coach innerhalb von zwei Monaten. Der langjährige Co-Trainer Rudi Thömmes übernahm den Posten als Interimstrainer. In der Liga kassierte das Eintracht-Team unter seiner Leitung noch zwei Pleiten. Ausgerechnet zwei Tage nach dem Kiefer-Abgang traten die Trierer bei dessen neuem Klub FC Homburg an und hatten mit 0:2 das Nachsehen. Am letzten Spieltag kamen die Moselstädter zuhause gegen den SC Freiburg II mit 1:4 unter die Räder.

Einen versöhnlichen Saisonabschluss gab es dann doch noch. Im Rheinlandpokalfinale trat die Eintracht-Elf gegen den Rheinlandligaabsteiger SG Altenkirchen/Neitersen im heimischen Moselstadion an. Zwar taten sich die Trierer von Beginn gegen kompakt stehende Gäste schwer, doch letztendlich blieb der Pott durch einen verdienten 3:0-Erfolg zuhause. Somit erreichte der SVE auch wieder die erste Hauptrunde des DFB-Pokals, in der es Anfang August mit dem neuen Trainer Peter Rubeck gegen den Bundesligisten SC Freiburg geht.

Alle Spiele, alle Tore in der Rückrunde

  • 20. Spieltag: Eintracht Trier – SVN Zweibrücken 1:1
  • Tore SVE: Eigentor
  • 21. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern II – Eintracht Trier 2:1
  • Tore SVE: Bender
  • 22. Spieltag: Eintracht Trier – SC Pfullendorf 1:1
  • Tore SVE: Anton
  • 23. Spieltag: TuS Koblenz – Eintracht Trier 1:0
  • 24. Spieltag: Eintracht Trier – Wormatia Worms 3:0
  • Tore SVE: Quotschalla, Comvalius, Abelski
  • 25. Spieltag: 1899 Hoffenheim II – Eintracht Trier 1:0
  • 26. Spieltag: Eintracht Trier – KSV Baunatal 1:1
  • Tore SVE: Comvalius
  • 27. Spieltag: SV Waldhof Mannheim – Eintracht Trier 1:1
  • Tore SVE: Abelski
  • 28. Spieltag: Eintracht Trier – SSV Ulm 1:1
  • Tore SVE: Comvalius
  • 29. Spieltag: SG Sonnenhof Großaspach – Eintracht Trier 4:0
  • 30. Spieltag: Eintracht Trier – FSV Mainz 05 1:0
  • Tore SVE: Abelski
  • 31. Spieltag: Eintracht Frankfurt II – Eintracht Trier 0:2
  • Tore SVE: Buchner, Comvalius
  • 32. Spieltag: Eintracht Trier – Kickers Offenbach 0:0
  • 33. Spieltag: FC Homburg – Eintracht Trier 2:0
  • 34. Spieltag: Eintracht Trier – SC Freiburg II 1:4
  • Tore SVE: Kuduzovic

 

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Kommentare (1)

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  1. gerd sagt:

    der bericht ist gut geschrieben, dennoch gibt es zwei, drei kleinigkeiten, die stören:
    -kiefer ist ein gutter trainer und war auch innerhalb kurzer zeit bei den spielern gut angekommen, von nix kommt nix,
    -sein weggang konnte nur im einvernehmen mit den entscheidern
    stattfinden,
    und jede medaille hat zwei seiten, zumindest hat dadurch mehr ehrlichkeit stattgefunden, und auch der letzte fan weiß nun , wie finanziell schwachbrüstig die eintracht ist,
    den mit rubeck konzipierten weg hätte man schon lange gehen sollen, –also kurzum die geschicht mit kiefer -hat die eintracht nach vorne gebracht, so oder so

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