„Schön, interessant, wichtig“ – Derby gegen Worms

Von Florian Schlecht (Text) und Anna Lena Grasmück (Fotos)

Zwei Traditionsvereine, die eine Geschichte zu erzählen haben: Am Freitag treffen Eintracht Trier und Wormatia Worms aufeinander. Anstoß ist um 19.30 Uhr im Moselstadion.

Mit Maximilian Watzka peilt Eintracht Trier einen Derbysieg gegen Worms an.

Wenn Eintracht Trier am Freitag auf Wormatia Worms trifft (19.30 Uhr), dann sprechen die Fans aus beiden Lagern von einem echten Derby. Das liegt nicht an der Entfernung, 170 Kilometer liegen zwischen den Stadien der beiden Rivalen. Aber an der Tradition des ewig jungen Duells. 1976 feierte Trier mit einem verrückten 5:4-Erfolg gegen Worms vor 15.000 Zuschauern den Aufstieg in die 2. Bundesliga, als Retortenvereine wie die TSG Hoffenheim noch in der Kreisliga kickten und an RB Leipzig keine Menschenseele dachte. Egal, ob die Fahrt auf hoher See stürmisch oder ruhig verläuft, die bewegte Vergangenheit ihres Herzensvereins ist ein Teil der Fan-Identität. Und wer eine Geschichte zu erzählen hat, ist eben auch im Fußball ein interessanter Gesprächspartner. So wie das bei Trier und Worms der Fall ist.

Entsprechend motiviert geht auch SVE-Trainer Roland Seitz in das Derby. „Das ist ein schönes, interessantes und wichtiges Spiel“, freut sich der Oberpfälzer. Das H-Wort vermeidet er jedoch sorgfältig. H wie Heimsieg. Denn auf den ersten Erfolg vor eigenem Publikum wartet der Fußball-Regionalligist noch in der neuen Saison. „Je häufiger wir davon sprechen, desto schwerer machen wir es uns.“ Klar ist für Seitz dennoch, dass kein anderes Ziel gilt: „Natürlich wollen wir das Ding durchziehen.“

Entscheidung über Wölk-Verpflichtung in den nächsten Tagen

Das Publikum in Trier wartet auf einen Sieg im Moselstadion.

Zumal Trier nach dem jüngsten 3:0-Sieg beim FSV Frankfurt II wieder Rückenwind hat. Einen Anlass zu personellen Veränderungen sieht der Trainer nicht. Baldo di Gregorio (Muskelfaseriss) und Narciso Lubasa (Innenbanddehnung) fehlen. Für den verletzten Christoph Anton rückt Maximilian Watzka auf die linke Außenbahn. Die Verletzung des Flügelspielers, bei dem sich am Freitag herausstellen soll, wie stark beschädigt die Bänder im Fuß sind, hat auch Seitz getroffen. „Das ist traurig, er hat sich hier gut präsentiert, der Pfeil ist zuletzt  nach oben gegangen.“

Gefreut hat Seitz dagegen die Verpflichtung von Thomas Konrad, der als zusätzliche Alternative in der Innenverteidigung, als rechter Außenverteidiger und Abräumer vor der Abwehr zur Verfügung steht. Der 22-jährige Neuzugang vom Karlsruher SC könnte am Wochenende für die U23 zum Einsatz kommen. Trudelt seine Spielberechtigung rechtzeitig ein, ist er schon ein Kandidat für den Regionalliga-Kader am Freitag. „Körperlich macht er einen stabilen Eindruck.“ Bei Kevin Wölk soll sich in den nächsten Tagen ergeben, ob er den Kader verstärkt. „Es ist ein gegenseitiges Kennenlernen, er ist ein qualitativ guter Spieler, das zeigt seine Vita“, sagt Seitz. Der 27-Jährige spielte zuletzt für Darmstadt 98 und hat seine Stärken im offensiven Mittelfeld. Für den Trainer, der einen Stürmer gesucht hat, sei das aber kein Problem, beteuert er. „Wenn die Nummer nicht kommt, die man erwartet hat, muss man sich halt mit einer anderen Lösung beschäftigen.“

Bevor eine Entscheidung fällt, schreiben Trier und Worms aber erst das nächste Kapitel ihrer Derby-Geschichte. Die Wormatia wartet zwar noch auf den ersten Saisonsieg in der Liga, im DFB-Pokal wurden aber Schlagzeilen mit einem 2:1-Erfolg gegen Hertha BSC Berlin geschrieben. „Danach sollte man sie auch beurteilen“, findet Seitz, der den Rivalen nach wie vor zu den Titelaspiranten zählt. Trotzdem, das unausgesprochene H-Wort, es soll bald wieder ein fester Teil des Sprachjargons an der Mosel werden. „Wir müssen versuchen, zu der Heimstärke, die Eintracht Trier mal hatte, zurückzukommen.“

+++++Eintracht in Kürze+++++

Lubasa mit Innenbanddehnung – Narciso Lubasa bleibt weiter vom Pech verfolgt. Nachdem der Mittelfeldspieler weite Teile der Vorbereitung wegen eines Muskelfaserrisses verpasste, droht ihm nun eine erneute Pause. Der Neuzugang von Alemannia Aachen verletzte sich am Knie, eine Innenbanddehnung ist die erste Diagnose. „Die Kernspin soll zeigen, ob auch der Meniskus lädiert ist“, so Seitz.

Vorschau zu Wormatia Worms – 5vier hat im Vorfeld des Derbys auch mit Wormatia-Trainer Ronny Borchers gesprochen. Hier geht es zum Artikel.

Eintrittskassen öffnen um 17.30 Uhr – Bereits um 17.30 Uhr öffnen die Eintrittskassen zum Heimspiel gegen Wormatia Worms. Anstoß des Regionalliga-Derbys ist um 19.30 Uhr. Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi hofft „auf über 2000 Zuschauer“.

Eintracht Trier unterstützt Projekt „Mama/Papa hat Krebs“ – Im Rahmen des Regionalliga-Heimspiels gegen Worms stellt Eintracht Trier die Arbeit der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz vor. So laufen die SVE-Fußballer mit Kindern des Projekts „Mama/Papa hat Krebs“ auf. Kurz vor der Partie kommt es zu einer Interviewrunde mit Carlita Metzdorf-Klos, der Leiterin des Beratungszentrums Trier. Weitere Aktionen über das Spiel hinaus seien geplant. Torge Hollmann wird das von Vereinsseite in der Reihe „Eintracht sozial“ betreute Projekt als Pate unterstützen. Seit 28 Jahren ist das Informations- und Beratungszentrum Trier der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz in der Stadt und Region Trier für die ambulante psychoonkologische Versorgung von krebserkrankten Menschen und ihren Angehörigen tätig.

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