Spitzenspiel ohne Tore – 0:0 in Elversberg

Von Florian Schlecht (Text), Anna Lena Grasmück (Fotos), Benjamin Judith und Holger Görgen (Videos)

Es war ein Spitzenspiel, das eher von Taktik und Kampf lebte, als von packenden Momenten. Das 0:0 von Fußball-Regionalligist Eintracht Trier bei Tabellenführer SV Elversberg war leistungsgerecht. Die Heimelf verpasste nach zwei guten Chancen durch Maurice Deville, Trier nach gefährlichen Standardsituationen einen Sieg vor 900 Zuschauern.  

„Ich bin zufrieden mit der Mannschaftsleistung. Man darf nicht vergessen, dass wir beim Tabellenführer gespielt haben. Unter dem Strich haben beide Teams gut gekämpft“, befand Roland Seitz, der Trainer von Eintracht Trier. Auch Jens Kiefer, der Coach der Platzherren, war einverstanden mit dem 0:0. „Wir haben nicht viele Chancen bekommen, Trier hat gut verteidigt. Und wir sind zum Ende auf dem Zahnfleisch gegangen.“

Das Spitzenspiel gingen beide Mannschaften taktisch im 4-4-2-System an. Bei Elversberg fehlte der angeschlagene Timo Wenzel in der Innenverteidigung, der Bundesliga-Erfahrung beim 1. FC Kaiserslautern und VfB Stuttgart mitbringt. Wirbelwind Marc Gallego saß nach dem 2:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt II überraschend nur auf der Bank. Bei Eintracht Trier gab es eine Änderung zum jüngsten 1:0-Erfolg gegen Hessen Kassel. Torge Hollmann kehrte nach einer Gelbsperre wieder in die Anfangsformation zurück und ersetzte Thomas Konrad, der zunächst auf der Bank saß. Im Angriff war es die Aufgabe von Marco Quotschalla und Christoph Anton, die Elversberger Verteidiger bei ihren Aufbauversuchen früh zu attackieren.

Das Ziel ging in der Anfangsphase auf, in die Trier mit Schwung startete und durch Erdogan Yesilyurt einen ersten Warnschuss neben das Tor abgab (2.). Danach kam der Tabellenführer aus Elversberg jedoch besser ins Spiel und profitierte davon, dass Trier fußballerisch in ein „Kick-and-Rush-Muster“ mit langen Bällen verfiel und im defensiven Zentrum anfällig war. Die Heimelf nutzte die Freiheiten für Angriffe, die meist mit regelwidrigen Vergehen der Eintracht unterbunden wurden. Aus den fünf Freistößen in Nähe des Gäste-Tores erzielte Elversberg jedoch wenig Ertrag. Lediglich bei einer wuchtigen Abnahme von Marcel Schug musste Andreas Lengsfeld per Faustabwehr eingreifen.

Ansonsten war Elversberg über die linke Seite gefährlich, wo Milad Salem mit seinen flinken Dribblings Fouad Brighache mehrfach vor Probleme stellte. So düpierte der Außenbahnspieler, der im Sommer noch bei Eintracht Trier im Probetraining vorstellig war, den Kapitän mit mehreren Übersteigern und scheiterte mit seinem Schuss an Andreas Lengsfeld (13.). Das Team von Roland Seitz leistete bei seinen Angriffen ein hohes Arbeitspensum, ohne große Überraschungsmomente zu offenbaren. Die beste Möglichkeit verbuchte Marco Quotschalla, der sich nach einer Hereingabe geschickt um die eigene Achse drehte und mit seinem Abschluss am Ex-Trierer Kenneth Kronholm scheiterte (18.).

Danach drückte wieder Elversberg auf das Tempo und war der Führung einen Schritt näher. Andreas Lengsfeld musste einen 25-Meter-Hammer von Daniel Jungwirth in höchster Not aus dem Winkel fischen (27.). Die beste Möglichkeit verbuchte Maurice Deville, der einen feinen Pass von Salem nur an das Außennetz bugsierte (37.). Die Überlegenheit hatte Folgen für Trier, wo Michael Dingels nach vier Foulspielen und einer Gelben Karte vom Platzverweis gefährdet war. Das Urgestein der Eintracht wurde in der Pause gegen Thomas Konrad ausgewechselt, der sich wiederum nach 15 Minuten Einsatzzeit am Sprunggelenk verletzte und gegen Eigengewächs Christopher Spang ausgetauscht wurde. Fahrudin Kuduzovic kam dazu nach dem Seitenwechsel für Erdogan Yesilyurt in die Begegnung, was Seitz gleich zur Umstellung auf ein 4-2-3-1-System nutzte.

Spang verpasst den Siegtreffer

Wie in der Vorwoche zahlte sich die Maßnahme aus, weil Alon Abelski als Ballverteiler im offensiven Mittelfeld besser zur Geltung kam. Elversberg ließ sich  fallen und lauerte auf Fehler, Trier kam über Standardsituationen zu Möglichkeiten zum 0:1. Nach einem Eckball von Abelski hatte Zittlau die Arme zum Torjubel schon fast hochgerissen, doch der Kopfball des Verteidigers wurde mit vereinten Kräften von Salem und Kronholm vor der Linie gerettet (53.). Ein weiteres Mal rauschte Quotschalla haarscharf an einer Freistoßflanke von Abelski vorbei (62.).

Glück hatte die Eintracht hingegen, als sie bei einem Konter der Elversberg nur pomadig in die eigene Hälfte zurückkehrte. Thorsten Reiß nutzte die Gunst der Stunde, bediente den freistehenden Maurice Deville in der Mitte, aber Lengsfeld entschärfte die Chance für den luxemburgischen Nationalspieler mit einer Hand (72.).

Danach ließen bei beiden Teams die Kräfte nach, in der Schlussphase fehlte es an kreativen Momenten, dafür beherrschten Wucht und Zweikämpfe das Geschehen. Trier verbuchte wiederum nach einer Standardsituation eine Gelegenheit, um das Spitzenspiel für sich zu entscheiden. Doch Spang zog aus der Distanz über das Tor (87.). Seitz hätte dem Talent einen Treffer gegönnt: „Es ist nicht selbstverständlich für einen Jungen, der selten zum Einsatz kommt, hier so eine gute Leistung zu zeigen.“

Im Rennen um die Relegationsplätze fuhr die Konkurrenz jedoch eine größere Ausbeute ein als Trier. Hoffenheim (3:1 in Alzenau), Kaiserslautern II (6:0 gegen Ulm) und Kassel (2:1 gegen Pfullendorf) gelangen in ihren Spielen wichtige Siege.

Statistik und Noten

SV Elversberg – Eintracht Trier 0:0

Elversberg: Kronholm – Gross, Billick, Wolf, Buch – Reiß, Jungwirth- Salem, Schug (64. Gallego) – Deville (73. Vaccaro), Krasniqi (81. Grimm).

Trier: Lengsfeld (2,5) – Brighache (4,5), Dingels (4, 46. Konrad / 60. Spang 3), Hollmann (2,5), Zittlau (3) – Kröner (4), Watzka (4,5) – Abelski (4), Yesilyurt (4, 46. Kuduzovic 4,5) – Quotschalla (3,5), Anton (3).

Schiedsrichter: Tobias Christ (Münchweiler)

Zuschauer: 900.

Spieler des Spiels: Torge Hollmann. Der Innenverteidiger war der stärkste Trierer im Spitzenspiel, indem er in den Zweikämpfen nichts anbrennen ließ und viele brenzlige Situationen entschärfte. Dabei blieb Hollmann auch gefestigt, obwohl er insgesamt über die 90 Minuten mit drei unterschiedlichen Nebenmännern spielen musste – erst mit Michael Dingels, dann mit Thomas Konrad und letztlich mit Steven Kröner.

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