Eintracht Trier: Tore für die DVD-Studien – Heimspiel gegen Wuppertal

Von einem Endspiel im Titelkampf zu sprechen, wäre Roland Seitz zu verfrüht. Doch angesichts von acht Punkten Rückstand auf Tabellenführer Lotte ist Eintracht Trier gefordert, gegen den Wuppertaler SV zu siegen. “Dazu müssen wir endlich abgezockt unsere Chancen nutzen”, fordert der Trainer, der die Gründe für die fehlende Torgefahr nicht öffentlich nennen wollte. Anpfiff ist am Samstag um 14 Uhr.

Jubeln erlaubt: Beim Heimspiel gegen Wuppertal erhofft sich Trainer Seitz eine abgezockte Offensive.

Die DVD vom mageren 1:1 bei der Reserve des VfL Bochum stand bei Roland Seitz zuletzt auf der privaten Bestseller-Liste. “Das war nicht so schlecht, wie ich gedacht habe”, staunte der Trainer von Eintracht Trier nach mehrfachem Spulen. “Wir waren dominant und ballsicher.” Das Problem beim jüngsten Regionalliga-Auftritt der Trierer im Titelkampf: Sie ließen Federn, weil die Konzentration im Abschluss fehlte. Die Vielfalt an vergebenen Chancen hat die Eintracht vor dem Heimspiel gegen den Wuppertaler SV (Samstag, 14 Uhr) in die Bredouille gebracht. Da die Sportfreunde Lotte dank der personifizierten Torgefahr Marcus Fischer auch beim 2:0-Sieg in Wiedenbrück keine Schwäche zeigten, liegen die Trierer bereits acht Punkte hinter der Elf vom Autobahnkreuz, bei einem Spiel weniger auf dem Konto. So erhofft sich Trainer Seitz nun Tore – für das Aufstiegsrennen und die zukünftigen DVD-Studien.

Die Probleme für die fehlende Torgefahr, die in Koblenz und Bochum wertvolle Zähler kostete, scheint der Oberpfälzer ausgemacht zu haben. Auf diese eingehen wollte er aber nicht. “Ich müsste da jeden einzelnen bewerten und würde dann Sachen sagen, die nicht an die Öffentlichkeit gehören“, blieb er geheimnisvoll. „Das haben die Jungs nicht verdient, da stelle ich mich vor meine Mannschaft.” Der fahrlässige Umgang mit den Chancen stört den Trainer aber. “Ich kann nur mit Worten helfen, umsetzen müssen es die Spieler schon selber, was ich ihnen sage.”

Alon Abelski will das Brüderduell gewinnen

Alon Abelski trifft auf seinen Bruder Ben, der für Wuppertal spielt.

Vor dem Heimspiel gegen Wuppertal predigte der Fußball-Lehrer so erneut, weil er gegen den einstigen Topfavoriten auf den Aufstieg nicht mit vielen Chancen rechnet. “Wenn man sieht, wer dort auf dem Platz steht und auf der Bank sitzt, der weiß, wie schwierig das Spiel wird.“ Abgezocktheit in den wenigen Situationen vor dem Tor wird so ein wichtiges Kriterium für den Erfolg sein, glaubt der Trainer, der auf das erfolgreich praktizierte 4-1-4-1-System zurückgreifen will. Mit Aggressivität soll der Wundertüte aus Wuppertal mit Torjäger Christian Knappmann die Lust genommen werden. „Ansonsten werden wir unser blaues Wunder erleben.“

Die Karten im Aufstiegspoker würden sich für die Eintracht dann rasant verschlechtern. Eine Diskussion um ein Endspiel um den Titel stellte sich für Seitz nicht, wohl aber die Notwendigkeit von drei Punkten. “Wir befinden uns in einer Situation, in der wir uns kein Unentschieden und keine Niederlage leisten können. Ein Sieg ist Pflicht.” Das sieht auch Regisseur Alon Abelski so, der auf das Duell mit seinem Bruder Ben hinfiebert, der für den Wuppertaler SV spielt. “Ich treffe ja nicht jeden Tag auf ihn”, freut sich Abelski auf sein sportliches Vorbild, mit dem er zusammen in Düsseldorf aufgewachsen ist. “Er hat mir immer viele Tipps gegeben, ich habe ihn als Kind oft begleitet, wenn er Turniere hatte und durch ihn zum Fußball gefunden.” Während der Vater der Brüder auf der Tribüne des Moselstadions die Daumen drückt, will Abelski das Familienduell für 90 Minuten ausschalten. “Wir sind in einer Lage, in der wir schnell weg vom Fenster sein können, wenn wir unsere Hausaufgaben nicht erledigen.“ In Panik bricht der 21-Jährige nicht aus. Er behält die Nerven und glaubt an die nötigen Tore, um dem Trainer die nächsten DVD-Studien zu versüßen. “Wir erfüllen unsere Pflicht. Das Aufstiegsrennen geht bis zum Ende.“

+++++Eintracht in Kürze+++++

Hollmann und Asma nicht im Kader – Torge Hollmann und Tolgay Asma fehlen im Kader gegen den Wuppertaler SV. Während der Kapitän nach einer zehnwöchigen Verletzungspause noch Nachholbedarf hat, fällt Asma wegen eines Bruchs am kleinen Zeh aus. „Torge macht echte Fortschritte, hat schon 60 Minuten in der Oberliga-Reserve absolviert, aber ein Einsatz käme noch zu früh“, so Trainer Roland Seitz. Asma soll in der kommenden Woche wieder ins Training einsteigen. „Er wird auf die Zähne beißen und Schmerztabletten nehmen. Aber an diesem Wochenende haben wir uns geeinigt, dass er pausiert.“ Ansonsten stehen der Eintracht alle Kräfte zur Verfügung. Jeremy Karikari dürfte nach seiner Gelbsperre wieder die Sechser-Rolle einnehmen, die bei Bochum II Marc Gouiffe à Goufan ausfüllte.

Kempny auf dem Wege der Besserung – Der vertragslose Thomas Kempny ist nach seinem im April erlittenen Kreuzbandriss auf dem Wege der Besserung.  Der ehemalige Eintracht-Spieler absolvierte seine Reha und Übungen zuletzt mit Physiotherapeuth Karsten Jungbluth. „Ich kann das Knie wieder gut bewegen“, freut sich Kempny, der bereits seit sieben Monaten ausfällt. Fußballerisch hofft er auf eine Zukunft bei der Eintracht. „Vielleicht bekomme ich hier die Möglichkeit, zumindest über das Mannschaftstraining beim Oberliga-Team wieder einzusteigen. Ich würde gerne weiter für Trier spielen.“

Trainingslager-Lösung im Dezember – Trainer Seitz glaubt erst nach dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen II an Erkenntnisse, ob es ein Winter-Trainingslager gibt. „Das hängt von der sportlichen Situation ab.“ Die Reise soll in die Türkei gehen, ungefähr 20.000 Euro kostet der Ausflug in den Süden, der über Patenschaften finanziert würde. Buchungen seien auch im Dezember möglich. „Kapazitäten gibt es genug“, so Seitz.

Spieltermine stehen fest – Rolf Thiel, der Spielleiter der Regionalliga West, hat die nächsten Partien terminiert. Nach den Eintracht-Spielen gegen Wuppertal und bei Kaiserslautern II (26. November, 14 Uhr) kommt es bereits am Freitag, 2. Dezember, 19 Uhr, zum Heimspiel gegen Bayer Leverkusen II. Das Gastspiel bei den Sportfreunden Lotte wird am Samstag, 10. Dezember, 14 Uhr, angepfiffen. Am 19. Spieltag hat der SVE ein spielfreies Wochenende. Nach der Winterpause geht es wahrscheinlich am Samstag, 21. Januar, 14 Uhr, mit dem Auswärtsspiel beim SC Wiedenbrück weiter.

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Kommentare (1)

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  1. schustermanni sagt:

    hallo trainer seitz, früher hatten unsere gegner angst ins moselstadion zu kommen heute erschreckt sie nur unsere deffensive spielweise?um noch vorne mitzumischen , obwohl ich glaube, das lotte auch noch einprischt laufen wir lotte hinterher , und müssen erst einmal gewinnen wo die schon 3 punkte geholt haben , also trainer zuhause etwas ofennsiver spielen , dann klappts auch gruß manni

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