Trainingsauftakt mit Neuzugang Kröner – VIDEO

Von Florian Schlecht

15 Spieler beim Trainingsauftakt, ein 2:2 im ersten Kräftemessen und ein Neuzugang: Eintracht Trier ist am Samstag mit der ersten Einheit in die Regionalliga-Saison 2012/13 gestartet.

Steven Kröner (rechts im Bild) wurde zum Trainingsauftakt als Neuzugang vorgestellt. Foto: Peter Schmitt

Als die Fußballer von Eintracht Trier kurz nach 13 Uhr aus dem Kabinentrakt trotteten, wunderten sich die Fans über ein Gesicht, das sie bei ihren akribischen Recherchen auf die neue Saison noch nicht im Internet entdeckt hatten. Mit dem ersten Training gab der Regionalligist wie vorab von 5vier berichtet die Verpflichtung von Steven Kröner bekannt, der zuletzt für den FSV Frankfurt II auf 29 Spiele kam und an der Mosel einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014 unterzeichnete. Der 22-Jährige soll die Position des defensiven Mittelfeldspielers bekleiden und ist für Trainer Roland Seitz ein alter Bekannter.

Kröner spielte in der Saison 2008/09 als Stammkraft unter dem Oberpfälzer beim SSV Reutlingen, ehe es ihn zum FSV Mainz 05 weiterzog, wo er bereits mit jungen Jahren zum Kapitän berufen wurde. Spielführer war das Talent auch beim FSV Frankfurt, was auf die gewichtige Rolle hinweist, die der Neuzugang in Trier einnehmen soll. Der Abräumer ist als Führungsspieler eingeplant. „Ich bin jemand, der auf dem Platz gerne Verantwortung übernimmt und nicht zurücksteckt“, sagte Kröner, der es auf 89 Einsätze in der Regionalliga bringt und auch in der Innenverteidigung einsetzbar ist.

„Eintracht Trier ist für mich ein großer Name, der mit Tradition verbunden ist. In zwei Jahren lässt sich hier bestimmt was aufbauen.“ Trainer Seitz zeigte sich froh über den wichtigen Baustein im defensiven Mittelfeld, wo Jeremy Karikari (RB Leipzig) und Daniel Bauer (VfB Oldenburg) mit ihren Abgängen eine Lücke hinterlassen haben. Bereits im vergangenen Sommer wollte der Fußballlehrer seinen alten Schützling an die Mosel locken. Vergeblich. Nun lohnte sich der erneute Handy-Anruf. „Ich habe ihn und sein Elternhaus ja in der Zeit in Reutlingen kennengelernt“, schwärmte Seitz von der Bodenständigkeit des Neuzugangs. „Er ist ein anständiger Junge, der lernt und zuhört.“

Ein Stürmer könnte der Königstransfer sein

Aufgalopp in die Saison mit Burak Sözen, Fabian Zittlau, Narcisio Lubasa, Fahrudin Kuduzovic, Steven Kröner und Torge Hollmann (v.l.). Foto: Peter Schmitt

Mit Baldo di Gregorio (Gostaresh Foolad / Iran), Steven Lewerenz (RB Leipzig) und Narcisio Lubasa (Alemannia Aachen II) gehörte Kröner beim Trainingsauftakt zu den vier externen Neuzugängen, die auf dem Platz standen. Aus dem eigenen Nachwuchs waren Philipp Basquit, Christopher Spang, Christoph Anton und Burak Sözen dabei. Der luxemburgische U21-Nationalspieler Pit Hess fehlte aus schulischen Gründen. 15 Spieler waren bei der ersten Einheit am Start, weitere Neuzugänge sollen folgen. Zu Beginn der kommenden Woche könnten einige Spieler zum Probetraining erscheinen.

Trainer Seitz sucht gezielt noch einen Rechtsverteidiger, eine Kraft für das linke offensive Mittelfeld und einen Spieler, der entweder als Abräumer oder Innenverteidiger agieren kann. Baldo di Gregorio kann bereits in beide Rollen schlüpfen. Fabian Zittlau ist hingegen als Ersatz für Thomas Drescher als linker Außenverteidiger eingeplant. Spannend ist die Suche nach dem Mr. X für den Angriff, der möglicherweise der Königstransfer werden soll. „Wir suchen jemanden, der seine Qualität schon nachweislich in höheren Regionen unter Beweis gestellt hat und bezahlbar ist“, so Seitz, der zwei Kandidaten an der Angel hat.

„Genug Fußball im Fernsehen geguckt“

Die Zeit der ruhenden Bälle ist vorbei: Für Eintracht Trier startet die Vorbereitung auf die Saison 2012/13. Foto: Peter Schmitt

Kapitän Torge Hollmann war so auch entspannt nach dem ersten Training, als er zu seinen Zielen befragt wurde. „Ich habe bei der EM schon genügend Fußball im Fernsehen geguckt“, freute er sich über den Auftakt. „Wir müssen sehen, wie alles zusammenwächst, der Kader ist noch nicht komplett. Erst dann können wir ein Fazit ziehen, wobei wir nicht wissen, auf welchem Level unsere Rivalen in der Regionalliga spielen.“

Die erste Einheit der Saison 2012/13 brachte zumindest schon einige Tore. Nach einer Kabinenansprache von Trainer Seitz und Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi liefen sich die Spieler zunächst warm, übten dann lange Pässe und wurden anschließend in zwei Mannschaften aufgeteilt. Im „Acht-gegen-Acht“ (auch Co-Trainer Rudi Thömmes kickte mit) wurden drei Durchgänge gegeneinander gespielt. Der erste Treffer gelang Chhunly Pagenburg für das „Team Blau“ durch einen feinen Drehschuss. Nachdem „Team Gelb“ durch Tore von Fabian Zittlau und Neuzugang Kröner in Führung ging, glich Christoph Anton mit der letzten Aktion des Tages zum 2:2 aus. In den Vordergrund spielten sich bereits Steven Lewerenz mit einigen mutigen Dribblings und di Gregorio mit seiner Übersicht. Und auch den ersten Small-Talk gab es unter der neuen Mannschaft. „Wir haben ja alle die gleiche Vorliebe“, grinste Hollmann. „Über Fußball können wir immer sprechen.“

Vorstellung der Neuzugänge und weitere Stimmen im Video

+++++Eintracht in Kürze+++++

Hartes Trainingspensum – Ausdauer und körperliche Fitness stehen in den nächsten Tagen für die Regionalliga-Fußballer von Eintracht Trier auf dem Programm. Sonntag gibt es noch eine Spielform. Von Montag bis Mittwoch wird dann in je zwei Einheiten (10 und 15 Uhr) trainiert. Fitnesstrainer Niki Wagner wird Coach Roland Seitz dabei unterstützen. Das erste Testspiel ist am Donnerstag, 28. Juli, beim luxemburgischen Double-Gewinner FK Düdelingen (18.30). Ob da aber viele Zuschauer aus Trier zu erwarten sind, ist mehr als fraglich. Am Abend spielt nämlich auch die deutsche Nationalmannschaft ihr EM-Halbfinale gegen Italien oder England.

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Kommentare (4)

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  1. Eintracht-Fan sagt:

    Die 15 Mann die bisher im Kader sind (glaube es sind jetzt schon 16) kann man doch nicht alle als Ergänzungsspieler bezeichnen. Hollmann, Pagenburg, Abelski,Faz, Zitlau, Lengsfeld usw. kann man doch nicht als Ergänzungsspieler sehen. Die bisher “ neu gekommenen“ sind, machen auf auch keinen schlechten Eindruck, wenn man sich ihre Daten durchliest.Vorige Saison wurde immer groß verkündet, daß in Trier die „Eigengewächse“ keine Chancen haben. Jetzt haben einige Verträge erhalten und jetzt wird geschrieben, so was kann man nicht machen und die bringen doch je nichts. Vielleicht wird die nächste Saison besser als viele glauben. Es fehlen ja noch einige Spieler bis der Kader vollzählig ist.Und wenn die Saison am laufen ist, wird man sehen was geht.Aber bitte jetzt die jungen Spieler in Ruhe arbeiten lassen. Mit jungen, hungrigen Spielern kann man durchaus auch was erreichen.(Denke da an Dortmund)

  2. klaus-peter sagt:

    @Sievo:

    Ich sehe die Entwicklung bei der Eintracht in den letzten Jahren ja durchaus auch kritisch.
    Aber zu einem Trainingsauftakt 15 (Spieler) bereits im Kader zu haben sehe ich als in Ordnung bis gut an. Äußere Zwänge (Finanzen) lassen da wohl kaum mehr zu.
    Was mir eher zu denken gibt ist die Tatsache, dass wir derzeit viel Masse aber wenig Klasse im Kader zu haben scheinen. Die 15 Mann sind wohl eher Ergänzungsspieler oder Talente mit mehr oder weniger Perspektive. Wenn man jetzt noch die angekündigten Verpflichtungen dazu nimmt kann da eigentlich kein hochwertiger Kader am Ende rauskommen. Bisher ist der Kader schwächer als der der Vorsaison, der ja bereits gegenüber der davor liegenden Saison deutlich von der Qualität abgefallen war.

    Wir werden es sehen.

  3. eintrachler4ever sagt:

    Die externen Spieler die bis jetzt hinzukamen, sind in meinen Augen wohl kaum ein Verstärkung auf dem Spielfeld ?

    Von den hinzukommenden Eigengewächsen, erwarte ich mir überhaupt nichts.

    Mein Tipp für die kommende Saison:

    Wir werden um den Klassenerhalt kämpfen!!!!

  4. Sievo sagt:

    15 Spieler beim Trainingsauftakt!!! Wie sollen denn Grundlagen für eine erfolgreiche Saison geschaffen werden, wenn man zur wichtigsten Zeit mit gerade mal 15 Spielern das Training beginnt?
    Aber wenn man keine Ahnung vom Fußball hat, dann kommt einem ja auch nicht in den Sinn, dass man eine neue Mannschaft nur dann optimal aufeinander abstimmen kann, wenn sie genügend Zeit zur Vorbereitung hat.
    Offensichtlich ist einigen der eigene Urlaubsaufenthalt wichtiger als ein erfolgreiches Abschneiden unserer Eintracht.
    Wann begreifen unsere Verantwortliochen endlich, dass der Faktor Zeit im bezahlten Fußball der Wichtigste ist. Bei uns wird profihafte Personalpolitik mit Schnäppchen- bzw. Schlussverkauf verwechselt.

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