Urgestein Dingels verlängert vor dem Krisengipfel

Von Florian Schlecht (Text) und Anna Lena Grasmück (Fotos)

Beide Mannschaften starteten mit großen Ambitionen in das Regionalligajahr 2013. Wenn Eintracht Trier am Mittwoch auf Waldhof Mannheim trifft (19 Uhr), wollen die Traditionsvereine aber zunächst ihren Abwärtstrend bremsen. Immerhin gab es schon vor dem Spiel eine gute Nachricht: Publikumsliebling Michael Dingels verlängerte seinen Vertrag um ein Jahr.

Michael Dingels hat seinen Vertrag verlängert.

Es ist erst wenige Wochen her, als die Fans von Eintracht Trier und Waldhof Mannheim mit glänzenden Augen auf die Tabelle der Regionalliga Südwest schauten. In der Winterpause war es, als beide Traditionsvereine aussichtsreich im Rennen lagen um einen der beiden Relegationsplätze zur 3. Liga. Ganz abgeschrieben haben sie die Chancen dafür noch nicht, der Musik laufen sie aber bereits hinterher. Wenn die Mannschaften am Mittwoch im Moselstadion aufeinandertreffen (19 Uhr), ist es so kein erhofftes Spitzenspiel, sondern ein kleiner Krisengipfel.

Trier ist nach dem 0:3-Debakel gegen den SC Idar-Oberstein in der Bringschuld, dem Publikum endlich den ersten Heimsieg im Jahr 2013 zu bieten. Die Anhänger auf der Gegengerade ziehen nach enttäuschenden Auftritten einen Stimmungsboykott über weitere Strecken des Spiels in Erwägung. Und Mannheim hat nach einem 0:1 in Kaiserslautern, einem 2:2 gegen Sonnenhof Großaspach und einem 0:1 in Koblenz ebenfalls kräftig an Boden verloren. Roland Seitz rechnet daher mit einem intensiven Duell. „Das wird ein echter Fight. Wer die Zweikämpfe gewinnt, gewinnt wahrscheinlich auch das Spiel. Es wird erst ein Hauen und Stechen geben, bevor das spielerische Element glänzt“, glaubt der Trainer von Eintracht Trier.

Dingels bleibt: „Ich will vorneweg gehen“

Ein echter Fall für Michael Dingels, möchte man da denken. Der Außenverteidiger brennt auf einen Einsatz, nachdem er zuletzt trotz einer starken Leistung in Worms wieder die Ersatzbank drücken musste. In der Tristesse der letzten Tage sendete das Urgestein, das seit 2001 für die Eintracht spielt, eine gute Nachricht vor dem Mannheim-Spiel aus. Der 27-Jährige hat seinen Vertrag um ein Jahr verlängert. Gemeinsam mit Kapitän Fouad Brighache, Steven Kröner, Torge Hollmann, Christoph Anton, Fahrudin Kuduzovic und dem aus der A-Jugend aufrückenden Kevin Heinz bildet Dingels so einen ersten erkennbaren Stamm von Spielern, die für Trier garantiert in die Saison 2013/14 starten. „Ich fühle mich wohl hier. Unser Ziel muss es sein, dass wieder mehr Zuschauer ins Stadion kommen, wir richtig Gas und Leidenschaft abliefern. Dabei will ich vorangehen“, sagt der Außenverteidiger, der in dieser Spielzeit jedoch erst zwei Mal in der Anfangsformation stand. Das soll sich in Zukunft ändern. „Ich bin fit und werde meine Einsatzzeiten kriegen“, glaubt Dingels erwartungsvoll.

Geschäftsführer Dirk Jacobs freute sich über die Unterschrift des Sympathieträgers. „Er geht jetzt in sein 13. Jahr bei Eintracht Trier. Das ist ein langer Zeitraum, der im Profifußball ganz selten geworden ist.“ Auch mit weiteren Spielern werde bereits über die Zukunft gesprochen. Dort haben die Verantwortlichen aber noch Geduld. „Sie sollen sich aber noch weiter präsentieren. Im Moment ist es etwas zu früh, da Entscheidungen zu treffen. Wir haben erst den 28. Spieltag“, so Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi. Als Abgänge stehen bereits Chhunly Pagenburg (FSV Frankfurt) und Steven Lewerenz fest, dem mit seiner Suspendierung auch gleich die Trennung zum Sommer mitgeteilt wurde.

Ob Trier mit Urgestein Dingels ins Heimspiel gegen Mannheim startet, ließ Trainer Seitz bei der Pressekonferenz offen. Die personelle Lage habe sich aber deutlich entspannt, stellte er zufrieden fest. Torhüter Stephan Loboué und Mittelfeldspieler Maximilian Watzka sind nach ihren Verletzungen wieder einsatzbereit. Erik Michels und Markus Fuchs fallen unverändert aus. Doch egal, wie die Anfangsformation aussieht. Für Trier kann es nur ein Ziel geben. „Wir wollen das Heimspiel gewinnen.“

+++Eintracht in Kürze+++

Polizei rechnet nicht mit Problemen – Am Wochenende spielte Waldhof Mannheim im Pokal noch gegen den Drittligisten Karlsruher SC und verlor mit 0:2. Überregional stand das Spiel nicht aus sportlichen Gründen im Fokus: Trotz eines Großaufgebots an Polizisten gab es Krawalle und 34 Festnahmen. Vor dem Mannheimer Gastspiel in Trier sieht die Polizei die Lage aber unter Kontrolle. „Wir sprechen hier von völlig anderen Rahmenbedingungen“, bleibt Einsatzleiter Edmondo Steri auf 5vier-Nachfrage ruhig. „Hier geht es um ein Regionalligaspiel. Trier und Mannheim haben nicht die traditionellen Probleme miteinander. Wir werden Präsenz mit unter 200 Polizisten zeigen, stellen uns aber mit einem Präventivkonzept so auf die Paarung ein, dass es von beiden Seiten keine Absichten gibt, die Abläufe außerhalb des Spielfelds unfair zu gestalten.“

Hinspiel ging an Mannheim – „Mannheim hat eine aggressive Mannschaft“, weiß Trainer Roland Seitz und erinnert sich ungerne an die 1:3-Pleite im Hinspiel, als Waldhof den Trierern das Leben mit seiner Laufbereitschaft schwer machte. Seitz sah jedoch ein Spiel auf Augenhöhe. „Wir waren nach den ersten beiden Treffern durch Standards geschockt. In der zweiten Halbzeit war es von uns aber ein Spiel auf ein Tor.“

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Kommentare (1)

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  1. TriererFan sagt:

    Was bringt denn ein Stimmungsboykott ! Richtig, ÜBERHAUPT nichts!

    Skandieren wir lieber, das Seitz und der gesamte Vorstand seine Sachen nun endlich packen können !!!!

    Nur durch diese unfähigen Personen, stehen und landen wir dort wo UNSERE Eintracht nicht wirklich zufrieden sein kann !!!

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