Verletzungspech hinten, eine „Messi-Quote“ vorne

Von Florian Schlecht

Am Mittwoch (19 Uhr) erwartet Eintracht Trier im Moselstadion Eintracht Frankfurt II. Trainer Roland Seitz verlangt einen Heimsieg – muss aber die Ausfälle der Kapitäne Fouad Brighache und Baldo di Gregorio verkraften.

Baldo di Gregorio plagen Adduktorenprobleme. Trainer Seitz muss ihn ersetzen.

Mit reichlich Problemen am Ruder geht Eintracht Trier in das Regionalliga-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt II am Mittwoch (19 Uhr). Denn die auserwählten Kapitäne fallen Trainer Roland Seitz aus. Spielführer Fouad Brighache muss mit einem Muskelfaserriss weiter pausieren, dazu hat es nun auch Stellvertreter Baldo di Gregorio erwischt. Den Abräumer plagen Adduktorenprobleme.

Schon jetzt ist für den Trainer klar, dass er nicht nur einen neuen Interimskapitän finden, sondern auch im Defensivverbund mächtig basteln muss. „Ein, zwei Varianten habe ich im Kopf“, grübelt er über die beste Lösung. Ein Gedanke: Steven Kröner wechselt von der rechten Außenverteidigung ins defensive Mittelfeld, Urgestein Michael Dingels rückt dafür in die Mannschaft. Eine taktische Umstellung auf zwei Stürmer gestaltet sich schwierig, weil Markus Fuchs tagelang mit einem hartnäckigen Virus ausfiel. Ob der Routinier überhaupt im Kader steht, ist fraglich. Auch Burak Sözen (Mandelentzündung) ist ans Bett gefesselt.

Ein neuer Stürmer? Vielleicht erst im September…

Seitz wünscht sich noch einen Offensivspieler.

Seitz klagt aber nicht. Dem Oberpfälzer war von Anfang an bewusst, was für ein schmales Aufgebot er zur Verfügung hat, dass Verletzungssorgen, Formschwächen und Sperren ihn früher oder später zur Improvisation zwingen werden. Nun halt früher. Zwar wird der Transfermarkt weiter nach geeigneten Verstärkungen durchforstet,  besonders in der Offensive wird ein Angreifer gesucht, um taktisch häufiger auf 4-4-2-System umstellen zu können. „Aber jemand, der in der 2. Bundesliga gespielt hat, wechselt nicht für 2,50 Euro nach Trier“, weiß Seitz. So schließt er eine Wartezeit bis September nicht aus, bis Vollzug gemeldet wird.

Dabei hat auch Moses Lamidi weiterhin Chancen, der Offensivspieler war im Probetraining, überzeugte im Testspiel gegen den 1. FC Köln II (3:2), dann warf ihn eine Muskelverletzung zurück. „Er ist nicht fit, ansonsten würde er hier nochmal aufschlagen. Wobei wir überlegen müssten, ob das Sinn macht und ab wann er uns weiterhelfen würde.“ Eine Verstärkung für die Defensive schloss der Oberpfälzer im ersten Anlauf aus, ließ aber durchblicken, dass auch dies eine Frage des Geldes sei – und des Bewegungsspielraums im Etat.

„Der erste Heimsieg ist überfällig“

Benjamin Pintol spielt für Eintracht Frankfurt II.

Abseits dieser Planungen soll das Punktepolster mit fünf Zählern aus den ersten drei Spielen ausgebaut werden. „Der erste Heimsieg der Saison ist überfällig.“ Das 2:2 beim FC Homburg sei verarbeitet, der fußballerische Auftritt gefiel dem Trainer, daraus zog er die Motivation der Video-Analyse.

Auf die Spielfreude und die Torjägerkünste von Chhunly Pagenburg hofft er auch am Mittwoch. Der Lauf des Angreifers freut einen alten WG-Kollegen von ihm. „So eine Quote hat sonst nur Lionel Messi“, scherzt Benjamin Pintol, der im vergangenen Halbjahr noch für Trier spielte und nun bei Eintracht Frankfurt II unter Vertrag steht.

Obwohl er das Duell mit seinen alten Weggefährten wegen einer Muskelverhärtung verpasst, will Pintol die Reise an die Mosel antreten. Auch, wenn die Zeit für ihn mit wechselhaften Gefühlen verbunden war. Der Flügelspieler kämpfte sich in die Mannschaft, dann rebellierte nach einem gescheiterten WG-Kochversuch der Magen, ein Pfeifferisches Drüsenfieber verhinderte gar eine Zukunft in Trier. Doch die Leidenszeit ist vorbei. „Mir geht es jetzt wieder gut, ich habe die Vorbereitung komplett mitgemacht.“

In der Mainmetropole wohnen auch seine Familie und Freunde. Einen Kumpel hat er mit Pagenburg aber in Trier gelassen. „Mich freut sein Lauf, hoffentlich trifft er gegen uns aber nicht“, lächelt Pintol bittersüß. Denn: „Am Telefon sagte Chhun mir, dass er wieder zwei Tore schießen wird.“

+++++Eintracht in Kürze+++++

Bruderduell fällt flach – Eintracht Trier gegen Eintracht Frankfurt II – es wäre auch das Bruderduell zwischen Baldo und Daniel di Gregorio gewesen. Beide fallen aber verletzt aus.

Wetten, dass…?! – Das Spiel zwischen Trier und Frankfurt II läuft auf ein 2:2 hinaus. Der Grund: Mainz 05 verlor am ersten Spieltag mit 0:5 gegen Hoffenheim II – und fuhr dann ein 2:2 an der Mosel ein. Homburg wurde von Hoffenheim II mit 0:5 deklassiert – und landete ein 2:2 gegen Trier. Nun reist Frankfurt mit einer Hypothek ins Moselstadion – einem 0:5 gegen Hoffenheim II.

Neuaufbau am Main – Vor der Klatsche gelang Frankfurt II ein 1:1 gegen Sonnenhof Großaspach und ein 2:0 in Ulm. Der Nachwuchs vom Main hat eine komplett neue Mannschaft – in allen Bereichen. Leistungsträger wie Torjäger Elia Soriano (Karlsruher SC) und Dimitrij Nazarov (Preußen Münster) zog es in die 3. Liga – Trainer Oscar Corrochano gar noch eine Etage höher zu Jahn Regensburg. Sein Nachfolger ist Ex-Profi Alexander Schur.

+++++Gewinnspiel+++++

5vier verlost Tickets für Heimspiel gegen Frankfurt II  – 5vier verlost Tickets zum Heimspiel von Eintracht Trier gegen Eintracht Frankfurt II. Die Verlosung geht noch bis Mittwoch, 22. August, um 12 Uhr. Zu gewinnen gibt es dabei VIP-, Sitz- und Stehplatzkarten. Hier geht es zum Gewinnspiel.

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