Eintracht Trier: Vertrauen in Spang, Absage an Sinkala

Am Samstag überzeugte Christopher Spang bei Eintracht Trier - Andrew Sinkala wurde abgesagt

Von Florian Schlecht

Überraschende Entwicklung bei Eintracht Trier: Der Fußball-Regionalligist sagte am Montagmorgen dem Berater von Andrew Sinkala ab. Der Ex-Bundesligaprofi wird so nicht an die Mosel wechseln. Ein Grund dafür ist auch die starke Vorstellung von Eigengewächs Christopher Spang beim 0:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern II. 

Eintracht Trier - Kaiserslautern II

Überzeugend beim 0:0: Christopher Spang.

Ein entspannter Wochenanfang? Von wegen. Den freien Montag nutzte Christopher Spang, um für Klausuren zu lernen. Der 20-Jährige, der Bauingenieurwesen an der Hochschule Trier studiert, war zwei Tage nach dem 0:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern II schon wieder mit Technik, Mechanik und Mathematik beschäftigt. Ein fußballerisches Gesellenstück legte das Talent von Fußball-Regionalligist Eintracht Trier am Samstag ab. 90 Minuten überzeugte Spang als Ersatz für den gesperrten Steven Kröner, räumte Offensivbemühungen des Gegners geschickt ab und lenkte von hinten heraus ruhig die ersten Angriffsversuche. Auch die Verantwortlichen waren angetan von der Vorstellung – und verwarfen am Wochenende den Gedanken, einen neuen Spieler für das defensive Mittelfeld zu verpflichten.

„Ich habe dem Berater von Andrew Sinkala heute Morgen abgesagt“, bestätigte Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi, dass sich der Wechsel des ehemaligen Bundesliga-Profis an die Mosel zerschlagen habe. Der 34-Jährige hatte sich im Probetraining präsentiert, Trainer Roland Seitz überzeugt. Doch die andauernde Verzögerungstaktik bei Vertragsgesprächen sowie der nach wie vor bestehende Sinkala-Vertrag bei Regionalliga-West-Krösus Viktoria Köln bis 2014 mit laufenden Abfindungsverhandlungen schreckten die Trierer nun ab. „Unsere Entscheidung ist endgültig. Daran gibt es nichts mehr zu rütteln“, so Wilhelmi, für den ein weiteres Argument für die Absage sprach. „Christopher Spang hat eindrucksvoll bewiesen, dass er den Part mehr als anständig spielen kann. Wir sehen keine Notwendigkeit, auf der Position noch nachzulegen.“

Das Nachwuchstalent ist darüber froh. „Andrew Sinkala wäre ein starker Konkurrent gewesen. Die Verantwortlichen mit meiner Leistung überzeugt zu haben, freut mich riesig.“ Ehrgeizig geht Spang so in die kommenden Monate. „Mein Ziel ist es, in dieser Saison Stammspieler zu werden.“ Besonderes Lob erhielt er von Papa Wolfgang, der auf der Tribüne stolz im Christopher-Spang-Trikot mit der Nummer 6 saß. „Er war begeistert davon, dass ich mich vor den heimischen Fans beweisen durfte.“

„Eine der konzentriertesten Halbzeiten, seit ich in Trier spiele“

Einziges Handicap am Samstag war das Ergebnis. Richtig enttäuscht war Alon Abelski. Der Regisseur saß lange nach dem Abpfiff gegen den 1. FC Kaiserslautern II auf den Treppenstufen am Eingangsbereich des Moselstadions. Für den 24-Jährigen hätte das Regionalliga-Spiel durchaus ein historisches werden können. Alleine sieben Chancen bereitete Abelski vor. Drei aus dem Spiel heraus mit Zuckerpässen, bei denen Sylvano Comvalius jeweils aus bester Position vergab. Vier über ruhende Bälle, nach denen Michael Dingels am Pfosten scheiterte und zwei Kopfbälle von Christoph Buchner auf der Linie geklärt wurden. So gab es für Abelski keinen Eintrag in der Vorlagenstatistik – und keinen Sieg für die Mannschaft. „Das ist wahnsinnig bitter. Wir hätten zwei, drei Tore schießen müssen“, klagte der Spielmacher.

Eine Debatte über einen fehlenden Knipser wollte er aber nicht starten, nachdem mit Chhunly Pagenburg der 18-Tore-Mann des Vorjahres mittlerweile beim FSV Frankfurt spielt. „Auch Chhun hat seine Zeit gebraucht, um im Spiel alle Abläufe zu kennen, ehe er getroffen hatte. Das erfordert Geduld.“

Zweibruecken - Eintracht TrierAnsonsten sah der Spielmacher wenig Grund zur Klage. „Das war mit eine der konzentriertesten Halbzeiten, seit ich bei Eintracht Trier spiele“, sagte er über den ersten Durchgang, der mit einem Chancenverhältnis von 7:0 und 8:3 Eckbällen die deutliche Überlegenheit ausdrückte. „Alle elf Spieler haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir sind eingespielt, jeder weiß, was seine Aufgaben sind, was ein Mitspieler kann und was er nicht kann. Das zahlt sich jetzt aus.“

FCK-Trainer Konrad Fünfstück, der sich bei der Pressekonferenz moderat gab, soll mit seinem Wutausbruch in der Halbzeit bis in die Eintracht-Kabine zu hören gewesen sein. Und dennoch hatte Trier trotz klarer Überlegenheit Glück, das Kaiserslautern nicht durch einen ausgebliebenen Elfmeter-Pfiff vor der Pause und zwei Chancen im zweiten Durchgang sogar als Sieger vom Platz ging. Woran die Mannschaft arbeiten muss, ist für Abelski so klar. „Wenn wir uns früh mit dem 1:0 belohnen, kommen wir gar nicht mehr in Schwierigkeiten, durchgehend Vollgas gehen zu müssen. Wir müssen sehen, dass wir unsere Chancen besser nutzen. Vor allem, wenn man so einen hohen Aufwand betreibt.“

+++Eintracht in Kürze+++

Nun zwei Auswärtsspiele am Stück – Zwei Auswärtsspiele hat Eintracht Trier nun in der Regionalliga vor der Brust. Am Samstag, 24. August (14 Uhr), geht es zum SC Pfullendorf und am Dienstag, 27. August (19 Uhr) zu Aufsteiger SpVgg. Neckarelz. Nach den weiten Reisen kommt es dann am Freitag, 30. August (19 Uhr) gegen die TuS Koblenz zum Derby im Moselstadion.

Keine Sorge vor Sonnenhof und Mainz II – Bei allem Lob über die gezeigten Leistungen: Da Mainz 05 II und Sonnenhof Großaspach mit vier Siegen gestartet sind, liegt Eintracht Trier bei drei ausgetragenen Partien bereits acht Punkte hinter den Relegationsplätzen. „Das sehe ich völlig entspannt. Hoffenheim II ist in der letzten Saison auch stark aus den Startlöchern gekommen und war am Ende Neunter. Im Oktober, November wurde noch nie ein Meister gekrönt“, so SVE-Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi.

„Wir haben im Moment keinen Bedarf“ – Nach dem geplatzten Sinkala-Transfer hält Eintracht Trier weiter die Augen auf, falls sich noch ein interessanter Neuzugang für die Mannschaft anbietet. Klar ist aber für Ernst Wilhelmi auch: „Wir haben im Moment keinen Bedarf.“

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