Eintracht Trier: Vollgas bei jeder Einheit – Dingels wieder dabei

Von der Eintracht berichtet
Andreas Maldener (Text und Fotos)

Wäre es ein Naturrasenplatz gewesen, er hätte spätestens nach dieser Trainingseinheit in Grund und Boden gestampft werden können. Doch zum Glück für den benachbarten Naturrasen trainierte Fußball-Regionalligist Eintracht Trier am heutigen Donnerstag auf dem Kunstrasenplatz des Moselstadion-Geländes. Schon seit Beginn der Rückrundenvorbereitung am vergangenen Sonntag dürfen die Kicker von der Mosel nur das künstliche Grün beackern. Lediglich die Torhüter inklusive deren Coach Sascha Purket können das für Profifußballer übliche Geläuf für ihre Einheiten nutzen.

Foto: Hat auch von Weitem seine Spieler genau im Blick. Eintracht-Coach Roland Seitz.

Während die Torhüter also abseits des Hauptgeschehens ihre Flugeinlagen probten, ging es nur einige Meter weiter heiß her. Nach dem üblichen „Läufchen“ zu Beginn des Trainings, Dehn- und Stretchingübungen kam der Ball ins Spiel. Ein Spiel ohne Torhüter, die Mannschaft, die zuerst neun Ballkontakte schafft, erzielt einen Punkt. Und die Spieler nahmen die Einheit mehr als nur ernst, in der begrenzten Spielzeit schenkten sich die eigentlichen Mannschaftskameraden nicht einen einzigen Zentimeter, um jeden Ball wurde gefighted, jeder Fehlpass kommentiert.

Man merkt allen dann, dass sie nach der fußballfreien Zeit wieder voll motiviert sind und wissen, worum es in dieser Rückrunde unter Umständen noch gehen könnte: Den Aufstieg in die dritte Liga. „Die Jungs haben in der Winterpause richtig gut gearbeitet und die Hausaufgaben, die wir ihnen mitgegeben haben, gut erledigt“, freut sich auch Roland Seitz, Trainer der Eintracht, über den Eifer seiner Mannschaft auch ohne seine Aufsicht. Doch die kurze Vorbereitungszeit von nur drei Wochen geht bereits jetzt nicht spurlos an seinen Schützlingen vorbei, meint Seitz:“Wir haben wenig Zeit, die Einheiten sind dicht gefüllt, das zehrt natürlich an den Kräften und strapaziert die Spieler arg.“

Auch deswegen fehlte heute Torge Hollmann. Der etatmäßige Innenverteidiger musste das gestrige Training nach einem Schlag auf die Wade abbrechen. „Das war jedoch eine normale Situation, die vorkommen kann“, schätzt Seitz Hollmanns heutigen Ausfall als weniger dramatisch ein. Neben Hollmann konnten auch Johannes Kühne und Sebastian Ting heute nicht trainieren, jedoch sind auch hier nur kleinere Blessuren ursächlich für die Pausen.

Pokal-Termin am 1. März

Der dicht gedrängte Spielplan der bereits am 29. Januar beginnenden Rückrunde der Fußball-Regionalliga bereitet der Eintracht,wie die ersten kleineren Verletzungen unter Beweis stellen, schon Sorgen genug. Zusätzlich zum Regionalliga-Pflichtprogramm tritt der SVE jedoch auch noch im Rheinlandpokal an. Dessen Auslosung am vergangenen Sonntagabend ergab, dass sich der Regionalligist von der Mosel auf die rund 180 Kilometer lange Reise in den Westerwald machen muss, um bei Bezirksligist SV Malberg/Rosenheim möglichst den Einzug ins Pokal-Viertelfinale in trockene Tücher zu bringen.

In beiderseitigem Einverständnis einigten sich die Eintracht und Gegner Malberg auf den 1. März um 19 Uhr als Austragungstermin. Für die Moselstädter bedeutet dieser Termin gleich zwei englische Wochen in Folge, denn am 22. Februar muss die Eintracht bereits beim SV Wuppertal antreten. Auch Trainer Seitz ist nicht völlig zufrieden mit der Terminierung:“Natürlich kann ich bei zwei aufeinanderfolgenden englischen Wochen nicht wirklich glücklich sein mit dem Termin, aber wir müssen uns selbstverständlich auch nach dem Gegner richten und können nicht alleine festlegen, wann wir spielen.“ Doch der Trainer hofft, dass er mit seinem recht breiten Kader einige Stammkräfte schonen kann. „Die Spiele im Februar gehen sicherlich schon nicht spurlos an uns vorbei, dazu kommt die weite Fahrt in den Westerwald, aber unser breiter Kader wird das denke ich kompensieren können, so dass einige Ergänzungsspieler zum Zuge kommen können.“

Foto: Michael Dingels, wie man ihn kennt. Auch nach seiner langen Verletzungspause scheut er keinen Zweikampf.

Einer, der aktuell noch Ergänzungsspieler ist, jedoch schon bald wieder vorne angreifen will, ist Michael Dingels. Der gebürtige Bitburger in Diensten der Blau-Schwarzen ist sein Beginn der Rückrundenvorbereitung nach seiner langwierigen Knieverletzung und einigen Rückschlägen wieder voll dabei im Mannschaftstraining. „Es macht wieder Spaß, Fußball zu spielen, die Beine tun zwar schon etwas weh, aber das Knie ist schmerzfrei, das ist das Schönste“, freut sich Dingels über die guten Fortschritte, die er aktuell macht. Um in Bälde wieder in die Mannschaft zu rutschen, gab Dingels auch in der Winterpause alles. „Ich will wieder in die Mannschaft kommen, auch deshalb habe ich in der Winterpause in der Reha durchtrainiert und alles gegeben.“ Auch in der heutigen Trainingseinheit merkte man dem Bitburger fast nichts mehr an von seiner schlimmen Verletzung, Dingels geht wieder so in die Zweikämpfe, wie man es von ihm vor seiner Verletzung gewohnt war.

Zwischen Vertragsverlängerung und Stürmersuche

Doch bis zur Austragung des Rheinlandpokal-Achtelfinals und einem möglichenComeback von Michael Dingels sind es noch einige Wochen Zeit. Zeit, in der bei der Eintracht noch einige Weichen in Richtung Zukunft gestellt werden müssen. Ein Aspekt ist sicherlich die bevorstehende Vertragsverlängerung mit dem aktuellen Coach Roland Seitz. Viel wurde unmittelbar nach dem Trainingsbeginn am Sonntag spekuliert, viele Zeile gefüllt wegen dieser einen Unterschrift. Nach den turbulenten letzten Tagen scheint nun wieder etwas Ruhe eingekehrt zu sein im Umfeld der Eintracht. Auch deswegen hielt sich Roland Seitz auch heute bedeckt während des Kurzinterviews mit 5vier.de. Schon in den letzten Tagen betonte Seitz immer wieder, dass er keine Informationen preisgeben würde, ehe seine Unterschrift unter einem neuen Kontrakt stehen würde. Diese Zurückhaltung scheint angebracht, denn neuerliche Spekulationen und vorschnelle Äußerungen verunsichern beide Verhandlungspartner und hemmen Verhandlungen eher, als diese zu intensivieren.

Ähnlich zurückhaltend äußerte sich Seitz auch bezüglich einer zweiten Neuverpflichtung neben Fahrudin Kuduzovic. „Es war zu erwarten, dass Eintracht Trier nicht am 10. Januar sofort einen Kracher präsentieren kann“, so der Trainer. Derzeit würden sowohl Spielerberater als auch die Vereine eine „Zockerposition“ einnehmen, um den bestmöglichen Spieler zum bestmöglichen Preis ergattern zu können. „Ich möchte gerne noch einen echten Knipser verpflichten, aber wir sind mit unseren aktuellen Stürmern auch nicht unterbesetzt oder schlecht aufgestellt, deswegen lassen wir uns auch nicht drängen, einen Schnellschuss loszulassen“, verrät Seitz seine Verhandlungsstrategie.

Ob Roland Seitz seinen Vertrag bei Eintracht Trier verlängert und ob der viel benannte „Knipser“ noch den Weg an die Mosel finden wird, werden die nächsten Wochen zeigen.  Aktuell gilt es jedoch, dem aktuellen Kader und dessen Trainer die bestmöglichen Bedingungen einer Vorbereitung auf die Rückrunde zu geben, die den Spielern wegen der Dichte des Terminkalenders alles abverlangen wird.

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Kommentare (10)

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  1. @Sievo sagt:

    Ich könnte mir schon vorstellen, dass er angespannt ist. Es geht um viel und die Vorbereitung ist kurz…da heißt es volle Konzentration und Gas geben. Ich finde, das kommt im dem Bild ziemlich gut rüber!

  2. Sievo sagt:

    Ich dachte mir halt, dass der Seitz schlecht drauf ist, weil er auf dem obigen Foto so grimmig schaut.

  3. Rudi_T sagt:

    Wieso soll der Seitz schlecht drauf sein? Habe den umgekehrten Eindruck. Jetzt wo alles vertragliche geklärt ist, kann er mit freiem Kopf die Mannschaft auf die schwere Restrunde einstellen. Ich freu mich schon drauf!

  4. Mir sin dabei, egal...... sagt:

    @Sievo: woher kennst du die Stimmungslage von RS?
    Da wird zur Zeit sicher an allen Fronten gepokert. Das zehrt sicher auch an den Nerven. Bin aber auch der Meinung, daß man nicht unbedingt einen Stürmer (Knipser) braucht.Würde noch jemand gerne sehen für die Defensive.Was wird denn, wenn der Hollmann mal ausfällt?? Oder man nimmt noch einen der die Stürmer mit ordentlichen Flanken bedient, so was fehlt meiner Meinung nach im Eintrachtspiel.
    Wenn man aber für keinen dieser Positionen jemand findet, der bezahlbar ist, und auch menschlich in die Mannschaft passt, dann würde ich das Geld sparen. Bin mal gespannt wie das Spiel läuft, wenn der „Faz“ mitspielt. Vielleicht läuft es dann ja schon gut. Es wird spannend werden. In 4Wochen wissen wir mehr.

  5. SVE-Torsten sagt:

    @Sievo: Woran machst Du das fest? Konntest Du das im Training beobachten?
    Mich wundert es ein wenig, dass sich die etwaige Vertragsverlängerung so in die Länge zieht.

  6. Sievo sagt:

    Hoffentlich überträgt sich die seit Tagen miese Stimmung des Trainers nicht auf seine Spieler. Weiß jemand, warum der Seitz momentan so schlecht drauf ist?

  7. SVE-Torsten sagt:

    Habe ich mich auch gefragt, warum noch ein fünfter Stürmer verpflichtet werden soll. Aber auch hier bin ich der Meinung, dass Seitz schon genau weiß, warum ein weiterer Stürmer verpflichtet werden soll.
    Ich hätte eher für einen Defensivallrounder plädiert, welcher in der IV und im defensiven MF eingesetzt werden könnte. Gerade in der IV sind wir sehr dünn besetzt. Wobei jetzt Dingels wieder im Mannschaftstraining ist, und Zittlau traue ich diese Position auch zu.

    Wenn ich ehrlich bin – einen echten Knipser haben wir auch nicht. Wir lassen schon einige Chancen liegen – wie gegen BMG II in der 1.Halbzeit gesehen. Einen Knipser in diesem Sinne zu bekommen, dürfte aber sehr schwer werden.

    Ich hoffe, dass Patsche doch nochmal seinen zweiten Frühling bekommt. Des weiteren setze ich auch Hoffnungen in Eckstein. Jetzt, wo er wieder fit ist – und hoffentlich auch bleibt, kann er eigentlich mal explodieren. Von Mössner erwarte ich auch einen Schub – der kann sicherlich noch mehr. Zudem haben wir mit „Faz“ einen torgefährlichen Mittelfeldspieler verpflichtet.

    Im defensiven MF haben wir Kohler – der zeigt schon eine sehr gute Präsenz und Max so wie Riedl. Gerade Letztgenannter muss jetzt Gas geben und zeigen, dass er in die Mannschaft gehört. Riedl ist im Gegensatz zu Anfang noch fit und wesentlich agiler. Eigentlich die geballte Erfahrung. Zeigt er all diese Qualitäten, gehört er sicherlich zum Stamm.

    Ich bin der Meinung, dass wir – wenn alle Mann an Bord sind – ordentlich aufgestellt sind. Wir brauchen uns vor keiner Mannschaft verstecken, auch nicht vor Münster oder Lotte. Deren Druck ist um ein Vielfaches größer und ich wage zu behaupten, dass wir charakterlich die bessere Truppe haben.

  8. Sievo sagt:

    Ich kann bei aller Liebe zum Verein nicht verstehen, warum noch ein „Knipser“ verpflichtet werden soll. Der ist nicht nötig, da haben wir mehr als genug. Das wäre wieder mal hinausgeworfenes Geld.

    Wenn wir die Chance wahren wollen, noch aufzusteigen, dann brauchen wir vorrangig einen Außenstürmer, der flanken kann (denn da haben wir keinen) oder einen defensiven Spieler, der mal knallhart dazwischenhaut (der fehlt nämlich auch).

  9. SVE-Torsten sagt:

    Das denke ich auch:-)

  10. Triererjung sagt:

    Ich bin sicher das noch ein Stürmer kommt. dauert ein bischen noch wird aber ein Kracher! 🙂

    Und Seitz bleibt noch lange in Trier, wir werden uns noch viel an ihm erfreuen!

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