Eintracht Trier vor Knaller gegen den 1. FC Saarbrücken

Saar-Mosel-Derby lockt die Massen

Rheinland-Pfalz gegen das Saarland, Mini- gegen Millionen-Etat, Kellerkind gegen Aufstiegsanwärter, kurz: Eintracht Trier gegen den 1. FC Saarbrücken. Ein Derby mit Brisanz mit zum Anschlag. Anpfiff ist am Freitag, den 3. Oktober um 15:30 Uhr im Trierer Moselstadion

 

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Trier. Für nicht wenige Anhänger beider Lager ist es die Mutter aller Derbys – am Tag der Deutschen Einheit kommt es zwischen den beiden Traditionsklubs aus Trier und Saarbrücken zum Jubiläumstreffen. Die Rivalen stehen sich zum 75. Mal gegenüber. Dabei haben die Saarländer in der Statistik die Nase vorn: 40 Mal gewann der FCS, die Eintracht konnte erst in 18 Spielen drei Punkte einstreichen. Seit dem letzten Rendezvous der beiden Kontrahenten sind inzwischen vier Jahre vergangenen. Für die Neuauflage des Saar-Mosel-Derbys am Tag der Deutschen Einheit wappnen sich der Gastgeber Eintracht Trier und die Polizei für den großen Fan-Ansturm.

Bis zu 5.000 Fans erwartet
Am 23. Februar 2010 trennten sich beide Vereine in der damaligen Regionalliga West beinahe freundschaftlich 2:2-Unentschieden. 5.200 Zuschauer sahen damals im Moselstadion zu. Werden es die am kommenden Freitag wieder? Für Eintracht-Vorstandssprecher Ernst Wilhelmi wäre „alles über 5.000 sensationell“, sagte er auf der Pressekonferenz am Mittwoch. „Wir rechnen mit 4.500 bis 5.000 Fans, alleine die Hälfte davon aus Saarbrücken“. Egal, wie viele es letztendlich genau sein werden – für alle gelten am Freitag bestimmte Regeln: In Absprache mit der Polizei dürfen die Eintracht-Fans nur über die Zeughausstraße ins Stadion. Die Anhänger des FCS werden ausschließlich über die Zurmaiener Straße hineingelassen. Die Tore des Moselstadions öffnen bereits zwei Stunden vor Anpfiff um 13:30 Uhr. Außerdem kündigte Wilhelmi an: „Es wird verschärfte Sicherheitskontrollen geben“.

Die Trierer Polizei wagt sich zum Derby sogar in ungewohnte Gewässer. Die Beamten wollen am Freitag erstmals Twitter verwenden, um Infos und Hinweise rund um das Spiel und den Polizeieinsatz zu geben – ganz nach dem Vorbild ihrer Kollegen, die bei Spielen des FSV Mainz 05 oder des 1. FC Kaiserslautern im Einsatz sind.

Eintracht mit Rückenwind ins Prestigespiel
Nach einer längeren Durststrecke durften die Fans von Eintracht Trier am vergangenen Samstag bei Waldhof Mannheim mal wieder einen Sieg feiern. Und auch bei Team, Trainer und Vorstand sind die Mundwinkel nach dem 1:0-Erfolg über die Kurpfälzer wieder etwas weiter nach oben gezogen. Die positivere Stimmung bestätigte auch Mittelfeld-Mann Holger Lemke auf der Pressekonferenz vor dem Saarbrücken-Spiel am Mittwoch: „Es war schön mit einem Sieg in die neue Woche zu starten, nachdem die Stimmung in letzter Zeit eher depressiv war. Wir sind jetzt ein bisschen entspannter und wollen jetzt auch weiter punkten“. Mit Blick auf das, was am Freitag bevorsteht, kommt zur gelockerten Atmosphäre noch ein Prickeln hinzu: „Alle sind heiß, jeder wird alles geben, jeder wird sich in jeden Ball reinwerfen und wir werden alles dafür tun zu punkten“, gab sich Lemke kämpferisch. Eine Marschroute, der Coach Peter Rubeck beipflichtet: „100 Prozent werden gegen Saarbrücken nicht reichen. Wir müssen mindestens die Leistung wie im DFB-Pokalspiel gegen den SC Freiburg bringen“. Ein Schlüssel für den Erfolg ist für den Trainer, den Favoriten von der Saar im Spielaufbau zu stören. „Die Spieler müssen sich an klare Regeln halten, um was entgegen setzen zu können“.
Wer alles von Anfang an auf dem Platz steht, ließ Rubeck am Mittwoch noch offen. Dass Nachwuchs-Mann Robin Koch wieder in der Startelf steht, ist allerdings sicher. Nur auf welcher Position, darüber will sich Rubeck, wie auch was die weiteren Positionen angeht, nochmal Gedanken machen und mit Co-Trainer Rudi Thömmes zusammensetzen. So viel stellte der Coach klar: „Es muss nicht sein, dass dieselbe Elf wie in Mannheim aufläuft, unabhängig von der Personalie Pekovic“. Der 32-jährige fehlt gegen Saarbrücken wegen einer Gelbsperre. Wieder dabei ist Stürmer Rudy Carlier, der in Mannheim wegen einer Oberschenkelverletzung gar nicht im Kader stand. Und auch Stefan Thelen darf sich Hoffnungen auf einen Einsatz machen. Ihn hatte Rubeck bei den Waldhöfern nach schlechter Leistung bereits in der ersten Hälfte ausgewechselt. „Er hatte einen schlechten Tag. Ich habe mit ihm gesprochen. Es geht weiter.“

Herkulesaufgabe FCS
Peter Rubeck war am Montag zu Gast im Saarbrücker Ludwigspark, als dort die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern gastierte. Trotz des 0:0-Untentschieden attestierte Rubeck den Saarländern, die ja erst in der vergangenen Saison in die Regionalliga abstiegen, Drittliga-Niveau. „In der ersten Halbzeit waren sie bärenstark, da haben sie nur ihre Torchancen nicht genutzt. Saarbrücken hat einen riesen Etat, Spieler, die auch schon oben gespielt haben, ist läuferisch und fußballerisch sehr gut.“ Als die „kleinen“ Lauterer in Halbzeit Zwei besser ins Spiel kamen, machte Rubeck aber auch einige Punkte aus, an denen sein Team am Freitag ansetzen kann. Auch hier hüllte er sich am Mittwoch noch in Schweigen. Zumindest sein Team dürfte der Trainer aber spätestens bei der Videoanalyse des Spiels am Donnerstag aufklären.
Dabei werden die Eintracht-Spieler sicher auch Ex-Zweitliga-Profi Matthew Taylor näher kennenlernen. Der inzwischen 32-jährige ist mit sechs Toren in elf Spielern derzeit einer der Top-Männer in den Reihen des FCS und „wahrscheinlich so viel Wert, wie unser kompletter Sturm“, witzelte Rubeck. In der Tat: Der 1. FC Saarbrücken hat auch in der Regionalliga einen Etat, der Regionalliga-Vereine wie Eintracht Trier erblassen lässt – Präsident und Gönner Hartmut Ostermann sei Dank. Investitionen in Spieler wie Matthew Taylor haben sich bislang ausgezahlt. Der FCS steht vor dem Derby gegen die Eintracht mit 26 Punkten auf dem zweiten Tabellenrang und liegt damit auf Kurs in Richtung angepeilter, direkter Wiederaufstieg.
Am Freitag zeigt sich, ob der Tabellenvierzehnte und Underdog von der Mosel dem Top-Favoriten von der Saar etwas entgegen zu setzen hat. Der Tag der Deutschen Einheit sollte für die Eintracht auf alle Fälle zum „Tag der Trierer Einheit“ werden – eine geschlossene Mannschaftsleistung ist jedenfalls unabdingbar, will Trier dem Millionen-Ensemble aus Saarbrücken den Schneid abkaufen.

Extra: Parkplätze
Am Freitag werden nicht nur Fußballfans, sondern auch Basketballfans in Trier unterwegs sein. Ab 17 Uhr empfängt die TBB Trier in der Arena zum Saisonauftakt die „Löwen“ aus Braunschweig. Eintracht und TBB arbeiten deshalb erneut Hand in Hand zusammen. Dank der Vermittlung von Arena-Geschäftsführer Wolfgang Esser und der Zusage der beteiligten Unternehmen steht für alle Sportfans am Freitag in der Nähe des Moselstadions mehr Parkraum zur Verfügung. Fußball- und Basketballfans können ihre Autos auf den Geländen des Einkaufszentrums „Ratio“ in der Zurmaiener Straße 160-168, der „Möbel Fundgrube“, Castelforte-Straße 8 und des „Hela Profi-Zentrums“ in der Castelforte-Straße 1 gegen eine Gebühr von 2,50 Euro abstellen. Geöffnet sind die Parkplätze von 13.30 Uhr bis nach dem Ende der Basketballpartie.

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