Eintracht Trier: Wichtiger Auswärtsdreier im Stadion am Zoo – 3:1-Erfolg

Aus dem Stadion am Zoo berichten
Andreas Maldener (Text)
und Anna Lena Bauer (Fotos)

Auswärtserfolg für Eintracht Trier in der Fußball-Regionalliga. Am Dienstagabend siegte das Team von Trainer Roland Seitz beim Wuppertaler SV in einem turbulenten Spiel mit 3:1 (2:0) und brachte sich so nach der 1:3-Niederlage in Düsseldorf selbst zurück in die Erfolgsspur.

Die Tore auf dem schwer zu bespielenden Rasen im Stadion am Zoo erzielten Fahrudin Kuduzovic (2.) per Foulelfmeter sowie Ahmet Kulabas (33., 87.). Den Anschlusstreffer für die Gastgeber schoss  Silvio Pagano in der 58. Spielminute. Für Eintracht Trier geht es bereits am kommenden Samstag mit dem Heimspiel gegen den Tabellenletzten Arminia Bielefeld II weiter.

Riesenerleichterung nach dem 2:0 - Kulabas und Meha beim Torjubel. Foto: {link url="http://fotolena.de"}Anna Lena Bauer{/link}

Eintracht-Trainer Roland Seitz musste unter der Woche seine Defensivabteilung runderneuern: Kapitän Josef Cinar sah bei der 1:3-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf II wegen einer Notbremse die rote Karte und wurde vom Deutschen Fußball Bund für ein Spiel gesperrt. Außenverteidiger Thomas Drescher musste ebenfalls gegen Düsseldorf das Spielfeld frühzeitig verlassen, ihn plagen weiterhin Oberschenkelprobleme, ein Einsatz heute erschien unmöglich. Wie schon in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt am vergangenen Samstag ersetze Joungster Fabian Zittlau den verletzten Drescher und stellte dabei auch heute mit einer soliden Leistung sein Können unter Beweis. Auf der noch vakanten Innenverteidigerposition entschied sich Roland Seitz letzten Endes für Winter-Neuzugang Jeremy Karikari und damit gegen den Bitburger Michael Dingels. Karikari überzeugte in den letzen beiden Partien bereits im U23-Kader der Eintracht. Nachdem der Coach den Neuzugang in den vergangenen Wochen wegen seiner langwierigen Verletzung aus Regensburger Zeiten noch nicht bereit sah für seinen ersten Regionalliga-Einsatz, sollte es heute also soweit sein.

Währenddessen fand sich Piero Saccone überhaupt nicht im Aufgebot der Eintracht wieder, bereits zum zweiten Mal durfte Fahrudin Kuduzovic von Beginn an die Position im offensiven Mittelfeld besetzen. „Piero hat in den letzten Spielen nicht die Leistung gezeigt, die ich von ihm erwarte“, begründet Seitz die Nicht-Berücksichtigung von Saccone, will aber feststellen, dass es keine Vorfälle gab:“Es ist definitiv nichts vorgefallen, aber ich wollte ein Zeichen an alle setzen, dass wir keine Kaffeefahrten machen.“

Der äußerst agile Ahmet Kulabas zeigte seine bisher stärkste Leistung.

Die Partie hatte vor 1513 Zuschauer in Wuppertal gerade erste begonnen, da durften die rund 100 mitgereisten Eintracht-Schlachtenbummler bereits zum ersten Mal jubeln. Nach einem Pass von Fahrudin Kuduzovic wird Ahmet Kulabas frei vor dem Wuppertaler Tor von Schlussmann Sascha Samulewicz von den Beinen geholt, Schiedsrichter Dominik Nowak entscheidet zu Recht auf Strafstoß. Passgeber Kuduzovic schnappt sich das Leder und verlädt den Wuppertaler Keeper lässig mit einem Schuss ins rechte untere Eck. Es stand 1:0 für die Eintracht, und das nach nur einer Minute. Doch die Gastgeber zeigten sich nur wenig beeindruckt vom rekordverdächtig frühen Gegentreffer.

Markus Heppke nutzt nach neun gespielten Minuten einen Abstimmungsfehler zwischen Innenverteidiger Karikari und Außenverteidiger Cozza aus, steckt das Leder schön durch auf Jerome Assauer. Doch der legt quer auf den im Abseits stehenden Raschid El Hammouchi. Hier hätte der Stürmer, der seinen Torriecher in dieser Spielzeit schon mehrfach unter Beweis stellen konnte, selbst schießen müssen. Nur wenig später war es dann erneut Assauer, der binnen weniger Minuten bereits die zweite Riesenchance zum Ausgleich hatte. Nach einem schönen Pass von Mittelfeldregisseur Markus Heppke in die Schnittstelle zwischen Hollmann und Karikari, steht Assauer allein vor Andre Poggenborg, doch der SVE-Keeper reagiert glänzend und lenkt den Schuss zum Eckball ab.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam Jeremy Karikari immer besser ins Spiel.

Nachdem die Wuppertaler Druckphase ohne größere Schäden überwunden wurde, war in diesem abwechslungsreichen Spiel erneut die Eintracht am Drücker: Kulabas legt schön auf den heranrauschenden Meha durch, der nur von Schlussmann Sascha Samulewicz gestoppt werden konnte. Nur Sekunden später landet das Leder nach einem wunderschönen Pass von Mössner dann erneut bei Kulabas, der Keeper Samulewicz nach einem Dribbling bereits am Boden hinter sich hatte. Doch dann zögert der Trierer Neuzugang fast fahrlässig eine Sekunde zu lange, Sebastian Zinke kann dem Stürmer das Leder vom Fuß spitzeln und die brenzlige Situation so bereinigen. Spätestens nach dieser Doppelchance hätte die Eintracht mit 2:0 führen müssen. Für die Psyche der Kicker aus der Moselstadt wäre dieses sichere Polster von enormer Bedeutung gewesen. Denn trotz des frühen Führungstreffers wirkte die Mannschaft weiterhin verunsichert, Wuppertal erspielte sich einige Chancen und war trotz des Gegentreffers das dominantere Team.

Vor allem Jeremy Karikari schien in Durchgang eins noch nicht wirklich integriert ins Spiel seiner Mannschaft. Nach einem langen Ball aus den Abwehrreihen der Gastgeber spielt der für den gesperrten Josef Cinar in den Kader gerutschte Neuzugang gegen Bekim Kastrati nur den Geleitschutz, doch dessen Schuss geht über den Kasten von Andre Poggenborg.

Nach 33 Minuten dann die 2:0-Führung für die Eintracht. Lukas Mössner verlängert eine Hereingabe von Alban Meha auf Ahmet Kulabas, der seinen Gegenspieler wie eine Trainingsfigur stehen lässt und aus spitzem Winkel den Ball zum 2:0 für den SVE ins lange Eck zimmert. Der zweite Gegentreffer in Halbzeit eins für den Wuppertaler SV offenbarte klar und deutlich die Stellungsfehler im Defensivverbund der Gastgeber. Mit überhasteten Pässen brachten sich die Verteidiger häufig selbst in Bedrängnis, zu schnell ging der Ball verloren. Im Deckungsverhalten ähnliche Probleme, bei seinem zweiten Treffer stand Kulabas` Gegenspieler Felix Haas zu weit vom Trierer weg, konnte den Torabschluss nicht mehr verhindern.

Mit dem Halbzeitpfiff, der von den heimischen Anhängern mit einem gellenden Pfeifkonzert begleitet wurde, hätte Ahmet Kulabas nach einem Pass von Alban Meha sogar noch auf 3:0 erhöhen können, doch sein Torschuss verfehlte das Wuppertaler Tor um einige Meter.

Nach dem bei Minustemperaturen bitter nötigen Pausentee begann Durchgang zwei dann ähnlich ereignisreich wie der erste Durchgang, die Spieler schienen die bitterkalten äußeren Bedingungen mit läuferischer Stärke kompensieren zu versuchen.

Nach 60. Minuten entschied sich Roland Seitz dazu, zum ersten Mal zu wechseln. Für den bis dato überzeugend agierenden, aber vor dem Tor glücklosen Lukas Mössner kam Max Bachl-Staudinger in die Partie. Seitz stellte damit auch seine taktische Formation um, Kulabas agierte fortan als alleinige Spitze, Bachl-Staudinger und Kohler sollten als „doppelte Sechs“ die Räume im Mittelfeld für die Gastgeber noch enger machen und den möglichen Anschlusstreffer so bereits im Keim ersticken.

Bis zur 68. Spielminute schien diese taktische Neuerung auch Früchte zu tragen. Doch dann segelte eine Flanke der Wuppertaler in den Trierer Strafraum. Der Ball wurde länger und länger, ehe er schließlich mit dem völlig blank stehenden Silvio Pagano den passenden Abnehmer fand. Per Kopf überlupfte dieser den Trierer Torwart Andre Poggenborg zum 1:2-Anschlusstreffer für die Hausherren und erzielte damit Saisontreffer Nummer sechs.

Die bitterkalten Temperaturen wirkten sich auch auf den Rasen aus.

Auf dem steinhart gefrorenen Rasen entwickelte sich fortan ein Spiel auf äußerst mäßigem technischem Niveau, die Bewegungen der Spieler arteten mehr und mehr in eine einzige Rutschpartie aus, Spielfluss konnte so nicht mehr entstehen. So mussten genau diese widrigen Verhältnisse im Stadion am Zoo für die endgültige Entscheidung sorgen: Nach Abstimmungsproblemen zwischen Raschid El Hammouchi und Felix Haas und bedingt durch den rutschigen Rasen erobert Alban Meha mit einem schnellen Antritt den Ball und sprintet Richtung Entscheidung. Doch anstatt selbst abzuschließen, legt der Kosovare völlig selbstlosauf Kulabas ab, der den Ball aus 16 Metern nur noch einschieben muss.

Nachdem er mit aller Mühe die Trierer Jubeltraube um Doppeltorschütze Kulabas auflösen konnte, beendete der Unparteiische Dominik Nowak auch die Partie, die nach Beobachtung der zweiten Halbzeit eigentlich nicht hätte angepfiffen werden dürfen. Ein völlig fest gefrorener Rasen bot zwar beiden Mannschaften in Durchgang Zwei gleich schlechte Bedingungen, doch auch im Hinblick auf die mögliche Verletzungsgefahr wäre eine erneute Verlegung der Begegnung mit Sicherheit keine allzu schlechte Entscheidung gewesen. So fährt Eintracht Trier einen verdienten Auswärtssieg in Wuppertal ein und kann mit einem Sieg gegen Bielefeld am kommenden Samstag den vorzeitigen Klassenerhalt so gut wie perfekt machen.

Stimmen zum Spiel

Roland Seitz, Eintracht Trier:“Nachdem die vergangenen Wochen nicht ganz optimal verlaufen sind, tut der Sieg heute uns allen richtig gut. Es war ein schweres Spiel, vor allem wegen den Bodenverhältnissen. Aber der gefrorene Rasen kam eher Wuppertal entgegen, da wir uns mit ihren groß gewachsenen Stürmern sehr schwer getan haben. Nach der frühen Führung hätten wir in der ersten Halbzeit mit den Chancen von Kulabas und Meha den Sack eigentlich zumachen müssen, so wurde es nach dem Anschlusstreffer noch mal brenzlig. Aber ich bin sehr zufrieden und muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen.“

Michael Dämgen, Wuppertaler SV:“Es war heute nicht das, was wir uns vorgestellt haben, vor allem der frühe Rückstand hat uns nicht gut getan. Nach dem 0:2 wurde es dann nur noch schwieriger. Trotz der schwierigen Platzverhältnisse muss ich meiner Mannschaft heute einen Vorwurf machen, denn mit einem Dreier zu Hause hätten wir die Chancen gehabt, an Trier heranzurücken. Deswegen ist die Enttäuschung nach der Niederlage groß.“

Statistik

Wuppertaler SV Borussia: Samulewicz – van den Bergh (ab 46. Zent), Haas, Zinke, Moosmayer – El Hammouchi – Ernst (ab 77. Holt), Heppke, Trisic (ab 46. Pagano)– Assauer, Kastrati. Trainer: Michael Dämgen

Eintracht Trier: Poggenborg – Cozza, Hollmann, Karikari, Zittlau – Kohler, Kuduzovic, Meha (ab 88. Dingels) , Kraus (ab 83. Kempny) – Kulabas, Mössner (ab 60. Bachl-Staudinger)

Tore: 0:1 Kuduzovic (2., FE); 0:2 Kulabas (33.); 1:2 Pagano (68.); 1:3 Kulabas (87.)

Gelbe Karten: Samulewicz (2.), Haas (66.), Kastrati (81.)

Zuschauer: 1513

Weitere Fotos

VIDEO-Stimmen zum Spiel (Trainer Roland Seitz, Fahrudin Kudusovic und Stefan Kohler)

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Kommentare (1)

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  1. SVE... sagt:

    …ich freue mich echt schon voll auf Samstag! Das wird sicher ein super Spiel – wenn die Jungs da weiter machen, wo sie aufgehört haben und der Kulabas endlich mal die Dinger weg macht, wird das sicher ein prima Nachmittag. Und wer weiß, vielleicht lassen die Münsteraner ja auch mal wieder Punkte und zack…sind wir wieder oben dran! 🙂

    So ist das halt bei den Eintracht Fans – die Hoffnung stirbt zuletzt!

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