Wie der Vater so der Sohn – 5:0-Party gegen Alzenau – VIDEO

Von Florian Schlecht (Text), Anna Lena Grasmück (Fotos), Alex Heinen und Holger Görgen (Video)

Eintracht Trier wollte seine Außenseiterchance auf einen Relegationsplatz zur 3. Liga mit aller Macht wahren. Der Fußball-Regionalligist hielt eindrucksvoll Wort und verdiente sich mit einem 5:0 den höchsten Saisonsieg.

Wenige Minuten nach dem Abpfiff spielte Torge Hollmann mit seinem Junior Fußball im leeren Moselstadion. Jona schnappte sich den Ball, schoss ihn ins Tor und lachte über das ganze Gesicht. Wie der Vater so der Sohn. Das galt zumindest für den 5:0-Erfolg von Eintracht Trier gegen Bayern Alzenau, das nach einer spielfreudigen Vorstellung der höchste Saisonsieg war. „Ich möchte mich beim Trainerteam und der Mannschaft für eine hervorragende Leistung bedanken. Wir haben uns mit dem Sieg selber belohnt, das freut mich für die Jungs“, strahlte Trainer Roland Seitz.

Und Torge Hollmann war es mit einem seltenen Glücksgefühl, der die Weichen für den deutlichen Triumph vor 1.179 Zuschauern stellte. Der 31-Jährige war der Torschütze, der in der zehnten Minute eine Freistoßflanke von Alon Abelski ins lange Eck zur Führung einköpfte. Zuletzt war der Innenverteidiger vor 3557 Minuten erfolgreich, als er am 13. Mai 2011 zum 4:0 in Mönchengladbach traf. Insgesamt war es erst das dritte Liga-Tor für Hollmann im Eintracht-Trikot. Immer war er mit dem Kopf zur Stelle. Im ersten Pflichtspiel in Kaiserslautern und in Mönchengladbach verwandelte Hollmann stets präzise Freistöße von Alban Meha, der mittlerweile für den SC Paderborn in der 2. Bundesliga spielt.

Torge Hollmann nach seinem Treffer zum 1:0.

Und stets, wenn Hollmann traf, siegte Trier. Das galt so auch gegen Alzenau, wo er sogar auf seinen ersten Treffer im Moselstadion in der Regionalliga Südwest kam. Das 1:0 von Hollmann entsprang einer Anfangsphase, in der Trier mit einem unbändigen Willen startete. Die Spielfreude und Schnelligkeit der Offensivabteilung mit den quirligen Christoph Anton und Erdogan Yesilyurt wurde den überforderten Gästen oft zum Verhängnis. Die genauen Hereingaben von Abelski taten ihr Übriges. Hollmann war zur Stelle, als er eine Vorlage des Regisseurs ohne Probleme einnicken konnte. „Mein letztes Tor war definitiv zu lange her. Das ist ein Gefühl, an das ich mich gar nicht gewöhnen will“, grinste er. Beinahe hätte der Innenverteidiger kurz darauf sogar nachgelegt, als er erneut von Abelski bedient wurde und knapp vorbei zielte. „Ich hatte die Möglichkeit noch auf dem Schädel, dann wäre das Ding wohl schon gelaufen gewesen“, monierte Hollmann.

Das größte Manko in der ersten Halbzeit war tatsächlich, dass Trier kein zweites Tor gelang, obwohl Alzenau große Schwächen im Zweikampfverhalten offenbarte. Abelski verpasste den zweiten Treffer, als er nach einer Rückgabe von Marco Quotschalla an Schlussmann Andreas Wagner scheiterte (34.). „Danach haben wir etwas nachgelassen“, so Hollmann. Mit dem Pausenpfiff verbuchten die Gäste so ihre einzige Chance – und beinahe das 1:1. Fabian Thiel köpfte eine Ecke von Özkan Ucar an den Außenpfosten. „Das war der richtige Weckruf für uns“, bekannte Michael Dingels.

Schützenfest in der zweiten Halbzeit

Trier zog sich zwar etwas zurück, lauerte aber auf gefährliche Konter und die Vorentscheidung. Die hatte dann Marco Quotschalla in der 59. Minute in Form einer hundertprozentigen Chance auf dem Fuß. Yesilyurt tankte sich über die rechte Außenbahn durch, flankte in die Mitte, wo Maximilian Watzka freistehend auf das Tor köpfte. Der Ball flog in Richtung Linie, wo Quotschalla beinahe im Weg stand und ihn nur dem Keeper in die Arme schob (57.).

Zum Verhängnis wurde Trier die Möglichkeit nicht. Fahrudin Kuduzovic sorgte für die Beruhigungspille zum 2:0, als er eine Flanke des zuvor energisch nachsetzenden Abelski in die Maschen schob (66.). Der Torschütze war erst Minuten zuvor eingewechselt worden. Das 3:0 bescherte dann Michael Dingels, der eine Ecke von Abelski per Kopf unter die Latte wuchtete (72.). Während Abelski sich über seine dritte Vorlage des Tages freute, rannte der Torjäger wie von der Tarantel gestochen auf die Laufbahn und kickte vor Freude ein paar Wasserflaschen um. Für Dingels war es das erste Tor seit dem 20. Mai 2011 und dem 2:2 gegen den 1. FC Köln II. „Ich habe mich riesig gefreut. Ich hatte eine harte Woche mit der Arbeit und Fußball hinter mir und war noch krank.“

Michael Dingels und Maximilian Watzka beim Torjubel.

Das war aber noch nicht das Ende der Glücksgefühle. Maximilian Watzka vollendete eine flache Hereingabe von Fabian Zittlau gar zum 4:0 (76.). Und auch Steven Lewerenz feierte ein gelungenes Comeback nach seiner aufgehobenen Suspendierung. Der Flügelspieler bediente Kuduzovic, der mit seinem Doppelpack den Torreigen abschloss (79.). „Heute hat sich bei beiden Mannschaften die Tabellenposition widergespiegelt“, befand Hollmann. „Wir haben gar nichts zugelassen. Alzenau hat nach dem zweiten Tor gemerkt, dass hier nix zu holen ist. Wir konnten kraftsparend spielen.“

Am Dienstag (19 Uhr) erwartet Trier nun den FC Homburg. Vorher widmete sich der Torschütze zur Führung aber noch weiter seinem Sohn Jona beim Fußballspielen.

Statistik und Noten

Eintracht Trier – Bayern Alzenau 5:0 (1:0)

Trier: Lengsfeld (3) – Brighache (2,5), Dingels (2), Hollmann (1,5), Zittlau (2,5) – Watzka (2,5), Kröner (2) – Abelski (1), Anton (2,5, ab 60. Kuduzovic 1,5) – Quotschalla (3, 81. Sözen), Yesilyurt (2, 66. Lewerenz 2).

Alzenau: Wagner – Maslanka, Thiel, Mueller, Steigerwald – Goldhammer (64. Lahyani), Grammel (68. Arslan) – Ucar, Odabas – Bystrek, di Maria.

Schiedsrichter: Philipp Schmidt (Rockenhausen)

Tore: 1:0 Hollmann (10.), 2:0 Kuduzovic (66.), 3:0 Dingels (72.), 4:0 Watzka (76.), 5:0 Kuduzovic (79.).

Zuschauer: 1.179.

Spieler des Tages: Alon Abelski. Der Regisseur bereitete die ersten drei Tore und noch weitere große Chancen vor. Abelski blüht nach seinem verletzungsbedingten Fehlen in der Wintervorbereitung immer mehr zur Hochform der Hinrunde auf.

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Zusammenfassung

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