Eintracht Trier: Wiedersehen mit Baldo und Erinnerungen an ein 1:6

Eintracht Trier erwartet am Freitag (19 Uhr) Eintracht Frankfurt II - Trainer Seitz rechnet erst im Winter mit einem Neuzugang

Von Florian Schlecht

Eintracht Trier will am Freitag gegen Eintracht Frankfurt II die Tabellenspitze in der Regionalliga Südwest behaupten (19 Uhr). An den Gegner hat das Team von Roland Seitz keine guten Erinnerungen. Im Februar gab es bei der Bundesliga-Reserve, bei der seit dem Sommer Baldo di Gregorio spielt, ein 1:6-Debakel.

Zweibruecken - Eintracht TrierAn den 22. Februar denkt Roland Seitz nur mit Bauchgrummeln zurück. Mit einem 1:6-Debakel startete Eintracht Trier bei Eintracht Frankfurt II in das Fußballjahr 2013 – und erlebte einen herben Rückschlag für die Aufstiegsträume. „Wir haben uns doof angestellt, jeder Schuss war ein Treffer“, erinnert sich der Oberpfälzer ungerne an den schwarzen Abend. Vor dem Wiedersehen mit der Bundesliga-Reserve im Moselstadion (Freitag, 19 Uhr) verschwendet Seitz jedoch keine Gedanken mehr an die Niederlage. „Viele Jungs aus der Mannschaft waren noch nicht einmal dabei, die kann ich mit dem Spiel von damals nicht kitzeln.“

Warum auch? Acht Monate später lässt die Ausgangsposition keine schlechte Laune aufkommen. Trier ist Tabellenführer, seit zwölf Spielen ungeschlagen und will dem 3:3 in Mainz einen Sieg folgen lassen. In Selbstzufriedenheit soll die Mannschaft aber nicht verfallen. Jeder Erfolg, der nun bis zum Winter eingefahren wird, verbessert die Lage im Rennen um die beiden Relegationsplätze zur 3. Liga.

di Gregorio: „Wir wollen uns teuer verkaufen“

Baldo di Gregorio bildet mit Maximilian Watzka das neue dynamische Duo im Trierer Mittelfeld (Foto: Anna Lena Grasmück)

Frankfurt will dem Spitzenreiter das Leben dabei nicht leicht machen. „Wir wollen uns teuer verkaufen und uns dafür auch belohnen.“ Das sagt Baldo di Gregorio, der das düstere Februar-Spiel noch im Trierer Dress erlebte. „Das interessiert keinen mehr, beide Teams fangen wieder bei Null an“, betont auch der Deutsch-Italiener, den es im Sommer von der Mosel zurück zu seinem Heimatverein zog. Dort fühlt sich der 29-Jährige wohl, zumal er mit seinem Bruder Daniel in einer Mannschaft spielt und in der Nähe seiner Eltern wohnt. „Ich bin happy. Mein Ziel war es, wieder nach Hause zu ziehen, nachdem ich zwölf Jahre unterwegs war. Der Wechsel nach Frankfurt war das Beste, was mir passieren konnte.“

Obwohl der Vertrag von di Gregorio in Trier nicht verlängert wurde, blickt er auf das Jahr nicht im Groll zurück. „Ich habe mich sehr wohl gefühlt in der Stadt und mich mit den Jungs in der Truppe super verstanden. Schade war lediglich, dass wir Chance vergeben haben, noch etwas höher in der Tabelle zu stehen.“ Kontakte zu den alten Kollegen hat der Routinier nach wie vor. Befreundet ist er mit Chhunly Pagenburg, der beim benachbarten Zweitligisten FSV Frankfurt spielt und der zuletzt für die kambodschanische Nationalmannschaft debütierte. „Fouad Brighache sehe ich häufiger in Frankfurt, mit Alon Abelski und Marco Quotschalla telefoniere ich regelmäßig.“

Seitz fordert Geduld ein

Mainz II - Eintracht TrierVor dem Lauf seiner alten Kumpels hat di Gregorio großen Respekt. „Sie sind super eingeschlagen. Das habe ich nach der Auftaktniederlage gegen Kassel nicht erwartet.“ Die Favoritenrolle schiebt der Abräumer so Eintracht Trier zu. „Von der Qualität her müssen wir uns aber nicht verstecken. Wichtig ist nur, unseren jungen Spielern einzutrichtern, dass sie ohne Angst beim Tabellenführer und dem großen Publikum auflaufen.“

Frankfurt II hat sich nach zwei 1:5-Niederlagen gegen Ulm und Großaspach gefestigt. In den jüngsten beiden Spielen kassierte das Team kein Gegentor. „Sie arbeiten mit zwei Viererketten sehr diszipliniert in der Defensive, was für eine U23-Mannschaft eher untypisch ist“, weiß Roland Seitz. Das Mittel, um nach dem körperlich und mental anstrengenden Gipfeltreffen in Mainz ein wichtiges Erfolgserlebnis einzufahren: „Wir dürfen keine unnötigen Fehler machen, müssen in der Rückwärtsbewegung schnell arbeiten – und müssen nach vorne hin Geduld haben.“

+++Eintracht in Kürze+++

Kröner fällt weiter aus – Verzichten muss Eintracht Trier auch im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt II auf Steven Kröner, bei dem ein Bluterguss in der Wade nicht abklingt. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass das so lange dauert“, klagt Trainer Seitz, der im defensiven Mittelfeld weiter auf Christopher Spang vertraut. Torge Hollmann kehrt nach einer Grippe in den Kader zurück. Ungefährdet sind die Einsätze der zuletzt angeschlagenen Alon Abelski, Fouad Brighache und Matthias Cuntz. Bei Christoph Anton hofft Seitz nach der Länderspielpause auf ein Comeback. Diese steht nach den Spielen gegen Frankfurt II, Offenbach und Homburg an.

Neuzugang? „Mein Gefühl sagt: Im Winter“ – Nach der Vertragsauflösung von Moussa Touré beobachtet Eintracht Trier den Transfermarkt, da auf den Außenbahnen derzeit nur Fahrudin Kuduzovic und Kevin Arbeck als Alternativen parat stehen.„Einen Spieler, der links und rechts spielen kann – mit einem Schuss Torgefährlichkeit“, ist das Profil, das Roland Seitz ausgibt. „Mein Gefühl sagt, dass es erst im Winter klappt. Wir müssen erst mal jemanden finden, der sich dann im Training zeigt und anschließend noch mit uns verhandelt. Dann sind schnell wieder vier Spiele rum.“ In der Winterpause kämen auch wieder vertraglich gebundene Spieler aus der 3. Liga, der Regionalliga und U23-Teams für eine Verpflichtung in Frage, da vom 1. bis 31. Januar das Transferfenster geöffnet ist. Derzeit dürfen nur arbeitslose Profis wechseln.

Trainerfortbildung für Seitz – Am Donnerstag sprang Roland Seitz schnell ins Auto und düste nach Karlsruhe. Dort stand ein fünfstündiger Trainerlehrgang an. Fußballlehrer müssen solche Fortbildungen (Anforderung: 20 Stunden in drei Jahren) besuchen, damit ihre Lizenz verlängert wird. Für die Spielvorbereitung auf Freitag sah Seitz kein Problem darin, dass das Abschlusstraining bereits am Vormittag war. „Das haben wir schon häufiger gemacht. Die Jungs haben so mehr Luft zum Spieltag.“

Eintracht Trier lädt Studenten ins Stadion ein – Mit einer besonderen Aktion wartet Eintracht Trier zum Frankfurt-Heimspiel auf: Der Verein hat sich an der Erstsemester-Tüten-Aktion“ an der Universität Trier beteiligt und lädt so 500 Studenten mit einer Freikarte ein, dem Match des Regionalliga-Tabellenführers beizuwohnen.

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Kommentare (1)

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  1. Hans-Dietrich Monz sagt:

    Sehr geehrter Herr Schlecht,

    ich finde es bedauerlich, dass seit einiger Zeit keine
    Videos zu Spielen der Eintracht Trier bei 5VIER.DE gezeigt
    werden.
    Vor allen Dingen, die VIDEOS der Trainer zu den Spielberichten und anderer, waren nicht nur interessant, sondern auch aufschlussreich.
    Denn ein Trainer sieht das Spiel nüchtern, fachlich, und anders als ein Zuschauer !!!!
    Ich würde mich freuen, wenn das Ausstrahlen dieser VIDEOS bei 5VIER.DE wieder eingeführt würde.
    Es wäre eine Bereicherung zu Ihrer Berichterstattung !!!!

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