Elodie Lanotte gewinnt Robert-Schuman-Kunstpreis

Performance- und Fotokünstlerin aus Metz erhält Robert-Schuman-Kunstpreis

Der Vortragsraum der Stadtgalerie Saarbrücken war am vergangenen Freitagabend zum Bersten gefüllt, als die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz die mit Spannung erwartete Entscheidung der Jury verkündete: Die Preisträgerin des elften Kunstpreises Robert Schuman ist die Fotografin und Performance-Künstlerin Elodie Lanotte aus Metz. Dies teilte die Stadt Trier in einer Pressemeldung mit. 

„Der Kunstpreis Robert Schuman steht für gelebte grenzüberschreitende Zusammenarbeit, denn er fördert den Austausch zwischen Künstlern der Region. Schon seit Anfang der 90er-Jahre vergeben die Städte Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier diesen hochdotierten Kunstpreis, der in der Großregion einmalig ist. Die Werke der beteiligten Künstler zeigen, wie hoch die Vielfalt und Qualität des künstlerischen Schaffens in der Region sind“, sagte Britz.

Unter dem zufriedenen Lächeln des Namensgebers Robert Schuman im Hip-Hopper-Outfit, dessen Porträt der Graffiti-Künstler Laurent Steinmayer aus Trier auf die Stirnwand des Saales gesprayt hatte, begründete die Direktorin der Stadtgalerie, Dr. Andrea Jahn, die Entscheidung der Jury für die 1988 in Nancy geborene Elodie Lanotte: „In ihrer Fotoserie ‚Vêtements‘ (Kleidungsstücke) und der Videoarbeit ‚Plis‘ (Falten) schafft sie es, in verdichteten poetischen Bildern die komplexe Auseinandersetzung um den Körper einzufangen. Dabei geht es um die Offenheit seiner Identität, seine Vielgestaltigkeit und seine emotionale Kraft, die hier in sehr subtiler und konzentrierter Form ihren Ausdruck finden.“

Sowohl die diesjährige Kuratorin des Preises, Dr. Ingeborg Besch aus Saarbrücken, als auch die an der Auswahl und der Bewertung beteiligten Vertreter der vier QuattroPole-Städte hegten den Anspruch, im Rahmen des Wettbewerbs die aktuellen künstlerischen Tendenzen in der Großregion mit ihren unterschiedlichen Inhalten und formalen Lösungen zu reflektieren. Dieses Ziel wurde in den vergangenen Jahren immer konsequenter verfolgt und steht auch 2013 im Fokus der Ausstellung. Neben teilweise sehr aufwändigen, raumfüllenden Positionen finden sich poetische, eher leise Werke wie die des Trierer Malers Sebastian Böhm, der sich mit Themen wie Verletzung und Bedrohung, Angst und Isolation beschäftigt. Seine Arbeiten harmonieren überraschend gut mit den großformatigen, farbstarken und zwischen Impression und Dokumentation angesiedelten Fotografien Florian Luxenburgers, die er während einer achtmonatigen Weltreise aufgenommen hat. Nicht so leise sind hingegen die beiden aus klingenden Grußkarten und piepsenden Schlüsselfindern bestehenden Installationen der in Trier geborenen Künstlerin Judith Spang. Ihre Objekte reagieren akustisch und visuell sowohl aufeinander als auch auf den Betrachter und vernetzen auf spielerische Weise gleich mehrere Sinnesebenen.

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