EMS-Training – Ein Selbstversuch – Teil 1

Zwei Redakteure in Triers erstem Microstudio é-Fit

Seit November gibt es neben vielen anderen neuen und exquisiten Geschäften nun auch ein Mikrostudio im Gebäude des neu gestalteten Trierer Posthofs. Dabei ist es nicht nur das erste Mikro-Fitnesstudio in Trier, welches Nathalie und Sascha Syré da aufgemacht haben, sondern bieten mit den Trainingsmethoden EMS Training und Functional Cross auch mal etwas andere Möglichkeiten der sportlichen Betätigung an. Unsere 5vier-Redakteure Lars Eggers und Stefanie Braun testeten in einem Selbstversuch das EMS Training.

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Foto: Nathalie Syré

Weihnachten rückt nun unaufhaltsam näher. Die Zeit der Besinnlichkeit, der Nächstenliebe, der liebevollen Familienzusammenkünfte. Aber vor allem die Zeit des Weihnachtsspecks. Plätzchen, Weihnachtsfeiern, gebratene Gänse, dazu die eine oder andere Nascherei, zusammen mit der einen oder anderen Tasse Glühwein stellen eine jährlich wiederkehrende Bedrohung für die gerade hart erkämpfte Bikini-Figur dar. Um nicht vollkommen aus den Formen zu gehen, muss geschwind ein Masterplan her. Da man um das viele und leider meistens auch sehr gute Essen nicht herumkommt, greift man schnell mal zu einer gängigen Methode: Mehr Bewegung, um wenigstens Schadensbegrenzung betreiben zu können.

Elektromuskuläre Stimulation…

Da zusammen mit Weihnachten meistens Kälte, Nässe und eventuell sogar Schneefall Einzug halten, erfreuen sich Fitnessstudios nun immer größerer Beliebtheit. Einfach drei Mal die Woche hin, die Hanteln stemmen, sich auf dem Laufband quälen und an ein paar Sit-Ups versuchen. Machen andere ja auch, kann also nicht so schwer sein und soll ja auch gut tun und gesund sein, vielleicht sogar Spaß machen? Diese und ähnliche Überlegungen stellen nicht nur andere des Öfteren an, auch ich zähle mich zu den Betroffenen der immer wiederkehrenden Idee, dass man ja mal was für seinen Körper tun könnte. Der Alltag eines Journalisten spielt sich ja nicht umsonst größtenteils vorm PC ab, mal von Außenterminen abgesehen, zu denen man hektisch hin spurten muss. Ein stressiger Job, das wissen Journalisten gleichermaßen wie Manager, Ärzte aber auch Lehrer und Handwerker, erfordert oft nicht ein strammes Nervenkostüm, sondern auch stramme Waden.

Redakteurin Stefanie Braun

Redakteurin Stefanie Braun, Foto: Lars Eggers

Sport, das ist auch schon zu mir durchgedrungen, soll da ja Abhilfe schaffen. Aber was? Und wie? Und vor allem wann? Nach einem langen Tag noch für eine Stunde Sport schnell ins Hallenbad oder ins Fitnessstudio? Und dann den ganzen Tag die Sportsachen mit sich herumschleppen? Klingt nicht nach Stressabbau, sondern nur nach zusätzlichem Stress und Zeitmanagement. Und ob es sich nach einer Stunde Sport wirklich so anfühlt, als ob man etwas getan hätte, geschweige denn etwas Gutes für sich und seinen Körper, sei auch mal dahingestellt. Ein Schwimmbadbesuch wird irgendwann zur Planscherei, bei Kursen kommt man nicht mit, sofern man es denn überhaupt regelmäßig zu den Trainingsterminen schafft, die Freiheit des Fitnessstudios zahlt man mit fehlender Anleitung. Alles nicht sehr befriedigend, geschweige denn effektiv.

In einem Selbstversuch testeten mein Kollege Lars Eggers und ich nun eine, in Trier, vollkommen neue Richtung. Das Mirkostudio é-Fit, das seit November seine Pforten im Postinnenhof geöffnet hat, bietet nämlich eine ganz andere Art des Trainings an. EMS Training, elektromuskuläre Stimulation, bei der mit niedrigfrequentem Reizstrom ganze Muskelpartien aktiviert werden. So wird beispielsweise nicht nur der Bizeps oder der Trizeps bei den Übungen beansprucht, sondern in einem Rutsch gleich der gesamte Muskel. Über den ganzen Arm, von der Schulter bis in die Fingerspitzen. Der Strom lässt den Muskel immer wieder kontrahieren, sodass er bei Bewegungen gegen einen zusätzlichen Widerstand angehen muss. Nämlich den Eigenen. „Das EMS gibt dem Muskel einen Reiz, den dieser annehmen muss“, so Nathalie Syré beim Training.

…macht Spaß…

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Steffi und Lars beim Training, Foto: Nathalie Syré

Klingt in der Theorie zunächst alles ganz spannend, aber da ich lange aus dem Training bin, schießen mir natürlich erst mal ein paar Fragen in den Kopf, die vorher dringend beantwortet werden wollen. Die Erste natürlich: Tut das weh? Mir kommen schmerzhafte Erinnerungen von einer Elektro-Behandlung am Knie in den Kopf, zudem steigt mir seltsamerweise der Geruch von gegrillten Journalistenfleisch in die Nase.

„Nein, die meisten Menschen erleben es eher als eine Art Kitzeln“, beruhigt mich Nathalie Syré. Und es stimmt, die erste „Schockwelle“ erinnert eher an das Kribbeln eingeschlafener Gliedmaßen. Nur, dass der Muskel alles andere tut als schlafen.

Über eine Weste mit Elektroden, spezielle Bänder mit Elektroden, die um Arme und Beine gebunden werden und eine Funktionswäsche, die den Strom leiten soll, kann selbiger direkt seine Wirkung erzielen. Dann noch Sportschuhe und es kann losgehen. Selbst Unterwäsche braucht man keine. Die muss leider in der Kabine bleiben, um die Leitfähigkeit der Funktionswäsche nicht zu stören. „Die Funktionswäsche wird sorgfältig desinfiziert.“ Selbst die Bänder und Westen werden desinfiziert und zudem mit Wasser eingespritzt, was wieder zugunsten der Leitfähigkeit sein soll. Dann muss man nur noch den Stecker anschließen und das Training kann beginnen.

In einer knackigen 20-minütigen Trainingseinheit werden Kniebeugen gemacht, Arme gestreckt, leichte Crunches im Stehen gemacht. Zehn Sekunden gehalten und dann wieder zurück in die Grundstellung gegangen. Nichts Kompliziertes, wenn es nicht so anstrengend wäre. Nach fünf Minuten läuft der Schweiß schon, glücklicherweise auch bei meinem Kollegen, der regelmäßig trainiert. Aber dessen EMS-Gerät ist auch etwas höher eingestellt als meines. Trotzdem beruhigend und anscheinend völlig normal. Der Muskel sei noch nicht warm, so Sascha Syré, sobald der warm wird, spürt man auch eine Veränderung, was das EMS anbelangt. Nach kurzer Zeit ist der Muskel dann soweit, die Dosis kann höher gefahren werden. Trainer Sascha fragt trotzdem immer wieder, ob es irgendwo zu viel oder zu wenig wird. Ein Handgriff später wird alles leichter oder eben alles schwerer, ganz wie gewollt. Für mich als Anfänger, in jedem sportlichen Gebiet, genau das Richtige.

…und tut nicht weh.

Die Trainingsräume

Die neu gestalteten Trainingsräume
im Gebäude der alten Post. Foto: Lars Eggers

Kribbelt es zu stark oder wird die Kniebeuge für den Muskel zu anstrengend, kann man die Dosis einfach herunterfahren, bis man sich wieder soweit fühlt. Ein Trainingseffekt ist trotzdem da. Die Übungen sind nicht kompliziert und trotzdem eine Herausforderung. Und vor allem fühlt man sich gut aufgehoben bei den beiden Trainern, die sich mit viel Sorgfalt um ängstliche Neugierige wie mich und sportliche Asse wie meinen Kollegen kümmern. Der Effekt ist sofort spürbar. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Trainingseffekt acht bis zehn Mal stärker ist als normal. Mit ein Grund, warum man nicht mehr als einmal in der Woche kommen sollte. „Der Muskel braucht in der Tat so lange, um sich von der tiefer gehenden Wirkung zu erholen. Nach einer Woche baut er immer noch auf“, so Sascha Syré.

Hier lautet die Devise, wie so oft, also nicht viel hilft viel. Stattdessen lieber gezielt vorgehen. Funktionell trainieren, weil man im Alltag auch meistens den ganzen Körper benutzt, nicht nur einzelne Muskelpartien.

Fazit für Anfänger und Sportmuffel: Ein ideales Training für all solche, die keine Stunden in der Woche Zeit haben fürs Training und trotzdem eine spürbare Wirkung erzielen wollen. Die Muskeln werden bis in die Tiefen angeregt, die Übungen sind auf den ersten Blick zwar einfach, aber keinesfalls leicht. Die variablen Einstellungen am Gerät erlauben eine individuelle Härtegrad-Einstufung. Und ganz nebenbei macht es sogar Spaß.

Teil 2 folgt am Dienstag, dann erzählt uns 5vier-Redakteur Lars Eggers von seinen Erfahrungen beim EMS Training. 

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Kommentare (1)

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  1. Nicole Schmidt sagt:

    Wenn Ihr schreibt „neben vielen anderen neuen und exquisiten (!!!) Geschäften“ schließe ich daraus, dass diese Art von Training nicht unbedingt zu den preisgünstigsten gehört. Es wäre super, wenn Ihr im 2. Teil auch auf diees Thema eingehen würdet, also Preise und sonstige Konditionen.

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