Entscheiden Rauch und Pyro wer gewinnt?

Eintracht Trier übergab das 2:1 in den vier letzten Minuten an die Saarbrücker mit 2:3

„Macht dieses Spiel nicht kaputt“ mahnte der Stadionsprecher nach fast zwanzig Minuten Spielpause. Nach dem Saarbrücker Tor in der 62. Minute durch Sven Sökler konterten die Trierer in der 70. Minute mit dem 1. Saisontor von Daniel Hammel. Und danach kippte im Moselstadion die Freude zu einem Schuss nach hinten. Am heutigen 26. September 2015 wurde die Begegnung Eintracht Trier : 1. FC Saarbrücken mit einem 2:3 abgepfiffen.

Trier. Schon mit Beginn der zweiten Halbzeit rauchte es im Saarbrücker Block – wurden einige Böller gezündet – und die Spieler werden zurück in die Kabinen geschickt. – Nach einer Minute hatte sich die Situation gelegt.

Der Wahnsinn beginnt in der 70. Minute

In der 62. Minute steht es 0:1 für Saarbrücken und gleich darauf in der 70. Minute 1:1. Damit fing der Wahnsinn an: Im Trierer Block wird zu deutlich und zu sichtbar Pyro abgebrannt. Der Schiedsrichter Nicolas Winter schickt die Mannschaften ein zweites Mal in die Kabine. Es folgen knappe 20 Minuten des Wartens. Bis zur mahnenden Lautsprecher-Durchsage „Macht dieses Spiel nicht kaputt“.
Der Eintracht gelingt das 2:1 in der 78. Minute (5. Minute der Nachspielzeit) – Saarbrücken kontert in der 88. Minute zum 2:2 (17. Minute der Nachspielzeit) und gewinnt in der 92. Minute (21. Minute der Nachspielzeit) durch Filip Luksik mit 2:3.

„Alles wäre für die Eintracht glatt gelaufen“

Der Trierer Trainer spricht von den überlegenen Saarbrückern. Andere Stimmen im Stadion können nicht umhin – und das mit einem Zähneknirschen – den Sieg der Saarbrücker daran fest zu machen, dass die durch Trierer Fans hervorgerufene Verlängerung des Spiels zu dem Endergebnis führte. „Ein Spiel, das kurz davor war – wegen der Pyro-Vorfälle – abgebrochen zu werden“, äußert sich kopfschüttelnd ein enttäuschter Moselstadion-Besucher. „Alles wäre für die Eintracht heute glatt gelaufen, da bin ich mir sicher.“

Die Sicht des Trierer Koordinators für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit der Eintracht Trier, Alexander Heinen, stellt sich das heutige Derby wir folgt dar:

„Fußball kann grausam sein“

Fußball kann grausam sein. Diese Erfahrung musste Eintracht Trier beim Südwest-Derby gegen den 1.FC Saarbrücken machen. Fast über die gesamten 90 Minuten dominierten die Hausherren im Moselstadion und erspielten sich Chance um Chance. Am Ende genügten den Saarländer vier gute Minuten, um das Spiel zu drehen. Peter Rubeck trauerte der Chancenverwertung hinterher. „Das ist Qualität, die wie noch nicht haben. Der FCS hat uns vorgemacht, wie es geht.“

Vor der Partie musste Trainer Peter Rubeck umstellen. Die erfolgreiche Flügelzange Christoph Anton und Dennis Gerlinger fehlte beim Derby. Gerlinger laborierte die gesamte Trainingswoche über mit Brustkorbschmerzen und nahm zunächst nur auf der Bank Platz. Christoph Anton sah beim Auswärtssieg in Bahlingen die gelb-rote Karte. Zu allem Überfluss brach sich der Pechvogel auch noch die Hand und wird drei Wochen ausfallen. Für die Außenspieler rückten Julian Bidon und Robin Garnier in die Startelf. Michael Dingels führte die Mannschaft nach abgesessener Sperre als Kapitän aufs Spielfeld.

Rein in die Partie, die für die Eintracht schwungvoll begann. Bereits nach zehn Minute verbuchten die Moselstädter die erste Großchance. Bidon spurtete über die linke Seite alleine auf FCS-Torhüter Hohs zu, der vor die Füße von Benedikt Koep klatschen ließ. Doch Koep konnte die Vorlage nicht nutzen und verfehlte das 1:0 nur um Zentimeter. Auch die zweite Chance des Spiels gehörte der Eintracht. Robin Garnier machte den Robben, zog von der rechten Seite nach innen und setzte einen satten Schuss ab. Mit größter Mühe konnte der Schuss von Torhüter Hohs über die Querlatte gelenkt werden (36.). Die Gäste aus dem Saarland kombinierten sich auch einige Male geschickt in den Trierer Strafraum. Wirklich gefährlich wurden sie jedoch nicht. Mit einem aus Saarbrücker Sicht glücklichen 0:0 ging es in die Kabinen.

Die zweite Halbzeit explodiert

In Halbzeit zwei entwickelte sich die Partie endgültig zum Spitzenspiel. Denn nun kam auch der FCS zu Torgelegenheiten. Unmittelbar nach Wiederanpfiff musste die Eintracht eine Schrecksekunde verdauen. Ein Freistoß von Sven Sökler fand Peter Chrappan, der völlig frei zum Kopfball kam und neben knapp neben den Pfosten köpfte (48.). Auf der Gegenseite entwickelte sich zwischen Patrick Lienhard und der Saarbrücker Defensive ein Privatduell. Immer wieder tauchte der Trierer Offensive gefährlich im Strafraum auf. Doch entweder scheiterte er an David Hohs (52. und 58.) oder an einem Verteidiger, der seinen Schussversuch abblockte (60.). Wie aus dem Nichts dann die Führung für den FCS. Alexandre Mendy setzte sich auf der rechten Außenbahn durch und fand in der Mitte Sven Sökler, der sicher einschob (62.). Eine bittere Pille, die der SVE schlucken musste. Doch verdaut wurde sie schnell.

Wie schon in den vergangenen Spielen zeigte die Elf von Peter Rubeck Moral und kämpfte sich zurück ins Spiel. Benedikt Koep köpfte einen Eckball in der 67. Minute an den Innenpfosten. Der Torschrei war im Moselstadion schon zu hören, aber Torhüter Hohs warf sich auf den Ball. Kurz darauf durfte dann doch gejubelt werden. Benedikt Koep wurde von Patrick Lienhard in den Strafraum geschickt und legte auf den eingewechselten Daniel Hammel ab. Endlich konnte der starke Hohs bezwungen werden (70.). Ausgleich! Das Moselstadion stand Kopf. Nach einer zehnminütigen Spielunterbrechung wegen des Abbrennens von Pyrotechnik ging die Jubelarie weiter. Wieder Koep auf Hammel. 2:1 (78.)! Der Derbysieg war zum Greifen nahe.

Zur Realität wurden jedoch null Punkte. Der 1.FC Saarbrücken stellte in vier Minuten die Partie auf den Kopf. Der eingewechselte Felix Luz besorgte in der 89. Minute den Ausgleich. Sekunden vor dem Schlusspfiff stellte Filip Luksik den glücklichen Endstand her. „Ich habe hier in Trier noch nie ein Spiel so bitter verloren wie heute“, bedauerte Peter Rubeck. „Nach dem 2:2 gingen bei der Mannschaft die Köpfe nach unten. Wenn man so ein gutes Spiel abliefert, muss man sich belohnen.“ Gäste-Trainer Falco Götz erkannte die starke Trierer Leistung an. „Wir sind hier der glückliche Sieger. Das weiß auch jeder in der Mannschaft.“

Statistik:

Eintracht Trier: Keilmann – Hollmann, Fiedler, Dingels, Müller – Garnier (57. Gerlinger), Telch, Spang, Bidon (65. Hammel) – Lienhard – Koep (83.Karpuz)

1.FC Saarbrücken: Hohs – Fiesser, Hahn, Chrappan, Lusik – Rohracker (68. Amin), Kiefer (78. Luz), Doeringer (79. Wilsch), Mendy – Sökler – Okoronkwo

Tore: 0:1 (62.) Sökler, 1:1 (70.) Hammel, 2:1 (78.) Hammel, 2:2 (88.) Luz, 2:3 (92.) Luksik

Zuschauer: 5384

Schiedsrichter: Nicolas Winter

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln