Entscheidender Schritt? Dörbacher 4:1-Sieg gegen Föhren

Letztlich relativ entspannt kam der SV Dörbach am frühen Samstagabend zu einem verdienten 4:1 (3:0)-Heimsieg gegen den SV Föhren. Die Gäste entwickelten einfach zu wenig offensive Durchschlagskraft, um die Hausherren wirklich in Verlegenheit zu bringen und offenbarten bei den Gegentoren Schwächen im Defensivverbund. Dörbach nutzte seine Torchancen sehr effektiv und katapultiert sich mit dem Dreier vor dem letzten Spieltag in eine beruhigende Ausgangsposition für den Kampf um den Klassenverbleib.

Nach dreißig Minuten ließ das Geschehen auf dem Kunstrasen am Waldrand folgendes Zwischenfazit zu: Kampfbetonte Partie, 3:0 nach Chancen, 3:0 nach Toren. Dörbach effektiv, Föhren harm- und ideenlos.

Starkes Spiel und drei Torvorlagen: Dörbachs Rechtsaußen Michael Mayer (rechts)

Starkes Spiel und drei Torvorlagen: Dörbachs Rechtsaußen Michael Mayer (rechts)

Die Führung für die Hausherren besorgte dabei Julian Roderich in der siebten Minute. Nico Schneid legte rechts raus auf den lauf- und spielstarken Michael Mayer. Dessen kluge Hereingabe fand in der Mitte Roderich, der am Fünfmeterraum so viel Zeit hatte, dass er sich die Kugel noch zurecht legen konnte und dann eiskalt abschloss.

Traumtor zum 2:0, Torwartfehler ermöglicht dritten Treffer

Wenig später baute Stürmer Benedikt Koller mit einem Traumtor bereits auf 2:0 aus, als er sich nach Pass von Mayer wunderschön um seinen Gegenspieler drehte und den Ball aus knapp 20 Metern mit links in den Winkel schlenzte (12.). „Wir waren in den ersten Minuten sichtlich nervös, da haben uns die frühen Tore natürlich in die Karten gespielt“, bilanzierte Dörbach-Trainer Rudi Jung nach Schlusspfiff.

In der Folge verwaltete Dörbach den komfortablen Vorsprung geschickt, wurde allerdings auch sehr wenig gefordert – und kam nach einer guten halben Stunde sogar zum 3:0. SVF-Torwart Pascal Stockreiser sah bei einer Flanke von Christian Reuter schlecht aus und flog unter dem Ball hindurch. Nutznießer war Linksverteidiger Swen Thimm am zweiten Pfosten, der das Leder nur noch ins leere Tor bugsieren musste (33.).

Föhren ohne offensive Akzente

Föhren verbuchte bis zur Pause weiterhin keine gelungene Offensivaktion, die Jung-Elf dagegen hätte durch Mayer (36.) und Koller (44.) noch vor dem Seitenwechsel die endgültige Entscheidung herbei führen können.

So blieb für den zweiten Abschnitt wenigstens ein Fünkchen Spannung, das nach 15 ereignislosen Minuten zumindest noch einmal stärker zu glimmen begann.

„Nach dem 1:3 haben wir nochmal kurz gezittert“

„In der Phase um den Föhrener Treffer zum 1:3 schlichen sich plötzlich Nachlässigkeiten ein, und wir haben durchaus kurz gezittert, gerade mit den schlechten Erinnerungen vom letzten Wochenende gegen Ralingen im Hinterkopf“, blickte Coach Rudi Jung zurück.

SVD-Akteur Kai Edringer (l.)  im Zweikampf mit Gäste-Spieler Nico Schabio (r.)

SVD-Akteur Kai Edringer (l.) im Zweikampf mit Gäste-Spieler Nicola Weyer (r.)

Die bangen Momente währten diesmal allerdings nur wenige Minuten, während derer Föhren die einzig wirklich druckvolle Phase der Partie für sich beanspruchte: Zunächst hatte Carsten Lambrecht den ersten Treffer auf dem Fuß (61.). Dann brachte der eingewechselte Nicola Weyer einen Freistoß gefährlich aufs Tor, SVD-Keeper Dominik Henchen war allerdings noch mit den Fingerspitzen zur Stelle.

Bei der darauf folgenden Ecke setzte wiederum Weyer die Kugel per Kopf an die Latte, ehe Axel Meyer nach einer anschließenden Konfusion im Strafraum doch noch einnetzen konnte (65.).

Schneid bringt per Abstauber die endgültige Entscheidung

Die Föhrener versuchten nun, schnell den Anschluss herzustellen, wurden aber von den Platzherren ausgekontert. Wieder einmal war es Michael Mayer, der sich auf seiner rechten Seite schön durchsetzte und eine Flanke vors Gäste-Tor brachte. Dort war Schlussmann Pascal Stockreiser erneut nicht ganz auf der Höhe und der Ball landete über Umwege bei Nico Schneid, der entschlossen abstaubte (68.) „Da hat meine Mannschaft sehr gut erkannt, dass wir noch einmal nachlegen müssen und das dann auch super umgesetzt“, lobte Rudi Jung.

Mit dem 4:1 war der Drops gelutscht. Die Schlussviertelstunde trudelte langsam, aber nicht ohne unnötige Nickeligkeiten aus. Dörbach erarbeitete sich derweil durch Mayer (75.), Edringer (86.) oder Roderich (89.) noch drei Möglichkeiten, die allesamt ungenutzt blieben.

Auf Platz zehn der Bezirksliga-Tabelle hat der SVD damit nun 42 Punkte auf dem Konto. Diese Ausbeute wäre die sichere Rettung, sollten nur drei Mannschaften absteigen. Wenn vier Teams den Gang in die Kreisliga antreten müssen, wonach es angesichts des beinahe feststehenden Rheinlandliga-Abstiegs der SG Ellscheid momentan aussieht, könnte es bei einem Worst-Case-Szenario noch einmal eng werden. Denn den viertletzten Platz belegt momentan die SG Großkampen mit 40 Zählern. Rudi Jung blickte voraus: „Nächsten Samstag haben wir noch eine schwere Aufgabe in Landscheid. Für die geht es zwar um nichts mehr, aber sie werden uns mit Sicherheit nichts schenken.“ Nur wenn sein Team gewinnt, wäre man vor allen theoretischen Rechenspielen gefeit.

Der SV Föhren ist mit 43 Zählern Neunter und könnte damit auch noch in Bedrängnis geraten. Ein Remis im letzten Spiel zu Hause gegen Osburg würde jedoch in jedem Fall reichen, um den Erhalt der Bezirksliga in trockene Tücher zu bringen.

Statistik

SV Dörbach : SV Föhren 4:1 (3:0)

SV Dörbach (Trainer Rudi Jung):

Dominik Henchen – Florian Spang (68. Christoph Frohnen), Tobias Prüm (C), Christian Reuter, Swen Thimm – Kai Edringer – Michael Mayer (75. Maik Pinjuh), Sascha Kohr, Julian Roderich – Nico Schneid (84. Matthias Kranz), Benedikt Koller

SV Föhren (Spielertrainer Christian Esch):

Pascal Stockreiser – Philip Kordel, Christian Esch, Sebastian Pull (80. Benjamin Brettle), Stefan Wagner (C) – Nicolas Hayer, Thomas Wagner – Carsten Lambrecht (61. Nicola Weyer), Christopher Haubrich ( 46. Christian Enders), Daniel Kläs – Axel Meyer

Tore:

1:0 Julian Roderich (7.), 2:0 Benedikt Koller (12.), 3:0 Swen Thimm (33.), 3:1 Axel Meyer (65.), 4:1 Nico Schneid (68.)

SR: Sebastian Nicolay

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