Epic: Überragende Animationstechnik erweckt eine neue Welt

Fast unbemerkt von den Menschenblicken herrscht ein erbitterter Krieg im Wald. Der ewig junge Kampf Gut gegen Böse, des Lichts gegen die Mächte der Finsternis, wird in Epic, dem aktuellen Animationshit der Blue Sky Studios (Ice Age, Rio), auf zauberhafte Art und Weise und mit faszinierenden Bildern neu erzählt. Andreas Gniffke hat sich den Film im Trierer CinemaxX angesehen.

Es ist keine gute Zeit für die 17-jährige Mary Katherine. Nach dem Tod ihrer Mutter kehrt sie zu ihrem verschrobenen Vater Professor Bomba zurück, dessen Spleens die Ehe mit seiner Frau ruinierten und der besessen seiner Idee einer Parallelgesellschaft winziger Wesen in den Tiefen des Waldes hinterherjagt. Mary Katherine, die sich in der Coolness der Teenagerjahre nur noch MK nennt, erkennt schnell, dass ihr Vater wie ein Fremder für sie geworden ist, lediglich der dreibeinige Mops Ozzy schenkt ihr sabbernde Zuneigung. Doch dann kommt alles anders. Als Ozzy trotz seiner Behinderung erstaunlich schnell ausbüxt und MK ihm in den Wald folgt, wird sie urplötzlich auf wundersame Weise geschrumpft und mitten in den Krieg zwischen den grünen und guten Leafmen und den fiesen Boggans mit ihrem bösartigen Anführer Mandrake hineingezogen. Nach dem Tod der Leafmen Königin Tara liegt das Schicksal des Waldes in ihren Händen und unterstützt vom tapferen Kämpfer Ronin und dem jungen Nod, einem talentierten aber undisziplinierten Nachwuchskrieger, stellt sie sich ihrem Schicksal.

Gefahr droht den winzigen Waldbewohnern nicht nur von den Boggans, sondern auch von natürlichen Feinden. Mäuse entpuppen sich als zähnefletschende Ungeheuer, Maulwürfe zu alles zermalmenden Bulldozern, von den menschlichen „Stampfern“ gar nicht erst zu reden. Gut, dass diese so schrecklich langsam sind. Den Gefahren begegnen können die Leafmen nur im Kollektiv, denn erst die vielen grünen Einzelblätter bilden einen starken Baum, so die eindringliche Botschaft des Films.

Dass Team der Blue Sky Studios hat unter der Regie von Chris Wedge vor allem optisch herausragendes geleistet. Der Wald ist bis ins kleinste Detail als Mikrokosmos mit verschiedensten Lebewesen ausgestaltet, die 3D-Technologie wirkt nicht als Selbstzweck, sondern unterstützt die rasante Handlung ideal. Aber es sind vor allem die unterschiedlichen Charaktere, die den Charme des Films ausmachen. MK, Nod und Ronin stehen zwar im Mittelpunkt, doch sind die Nebenfiguren  ebenso liebevoll gezeichnet. Als humoristisches Highlight sorgen die beiden Schnecken Mub und Grub für die meisten Lacher, in der durchaus gelungenen deutschen Synchronisation gesprochen von Oliver Welke und Oliver Kalkofe. Josephine Preuss (Türkisch für Anfänger) und Raúl Richter (GZSZ) leihen den beiden Helden ihre Stimme, doch sticht einmal wieder Christoph Waltz (Django) besonders heraus, der Mandrake durch gewohnt feine Artikulation seine eindringliche Bösartigkeit verleiht. Auch die Musik von Danny Elfman trägt zur schönen Atmosphäre des Films bei. Dazu kommt noch die zeitlose, familiengerechte Botschaft des Films: Niemand ist allein, nur gemeinsam ist man stark, selbst Schnecken können tapfere Krieger in der Leafmen-Gemeinschaft sein. Und sogar der größte Professoren-Nerd kann ein guter Vater sein!

Fazit: Da das Frühlingswetter für Outdooraktivitäten im Moment wenig geeignet ist, wäre ein Kinobesuch mit der ganzen Familie sicherlich eine tolle Alternative. Epic bietet beste Unterhaltung für Groß und Klein und überzeugt mit atemberaubender Animationstechnik, einer spannenden Geschichte und viel Humor. Unbedingt ansehen!

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