Europa League: Differdingen verliert, darf aber dennoch hoffen

In der dritten Runde der Qualifikation zur UEFA Europa League zeigte der FC Differdingen 03 gegen den griechischen Vertreter Olympiakos Volou eine engagierte Leistung, musste sich aber am Ende mit 0:3 geschlagen geben. Doch trotz der klaren Niederlage besteht begründete Hoffnung, trotzdem in die Playoff-Runde einzuziehen, denn Volou ist tief in einen Wettskandal verstrickt und am gestrigen Donnerstag wurde der Zwangsabstieg aus der ersten griechischen Liga bekannt gegeben. Sollte die UEFA diesem Urteil folgen, dürften die Griechen auch aus dem Europapokal ausgeschlossen werden und der Weg für Differdingen wäre frei. Mit einer Entscheidung sollte in den nächsten Tagen zu rechnen sein.

Sollte dem FC Differdingen in der möglichen Playoff-Runde ein attraktiver Gegner zugelost werden, bleibt zu hoffen, dass der Zuschauerzuspruch etwas größer ist als gegen Volou, denn nur 753 Zuschauer fanden den Weg ins hauptstädtische Stade Josy Barthel. Nach dem etwas überraschenden Auswärtserfolg über Levadia Tallinn in der Vorwoche hätte die Mannschaft von Trainer Paolo Amodio etwas mehr Anerkennung verdient gehabt. Wie schon im Heimspiel gegen Tallinn vor zwei Wochen (5vier.de berichtete) fand Differdingen schwer in die Partie und die Gäste aus Volou kontrollierten das Spiel von Beginn an. Mit Efstathios Rokas hatte der spanische Trainer Javi Gracia lediglich einen Griechen in der Startformation aufs Feld geschickt. Große Torchancen oder gar Zählbares sprangen dabei allerdings nicht heraus. Die erste ernstzunehmende Torgelegenheit hatte Volou in der 13. Minute, als André Schembri nach einem Abwehrfehler der Gastgeber allein vor Torwart Julien Weber auftauchte, den Ball aber links am Tor vorbei schob. Nur eine Minute später hatte Schembri die nächste Chance, doch sein Distanzschuss flog über das Tor.

Nach etwa einer Viertelstunde fand Differdingen besser in die Partie und setzte auch offensiv erste Akzente. Zwar war man insgesamt eher defensiv aufgestellt und Stürmer Gauthier Caron war häufig weitgehend auf sich allein gestellt, doch wenn schnell über die Flügel gespielt wurde, kamen die Gastgeber auch zu Chancen. Ein harmloser Kopfball von Caron in der 19. Minute schien dem FC Mut zu geben, denn nun wurde häufiger und entschlossener der Weg nach vorne gesucht. Nach einem Fehler der griechischen Defensive hatte Geoffrey Franzoni eigentlich freie Bahn zum Tor, doch ihn verließ der Mut und er legte den Ball auf Caron zurück, dessen Schuss über das Tor ging. Am gefährlichsten war Differdingen über die linke Seite, wobei Gilles Bettmer den gebotenen Platz viel zu selten zu einem Flankenlauf nutzte. In der 24. Minute führte dies zur bis dahin besten Gelegenheit, Bettmers scharfe Hereingabe verpassten allerdings Caron und Philippe Lebresne, der gefeierte Siegtorschütze von Tallinn. Fast eine Kopie dieser Chance dann in der 42. Minute. Bettmer schickte Mathias Jänisch auf der linken Seite, seine Hereingabe verpasste Franzoni aber aus kürzester Distanz. So ging es torlos in die Kabinen, wobei Differdingen sich sogar ein Chancenplus erarbeitet hatte, obwohl die Griechen den insgesamt organisierteren und ballsichereren Eindruck machten.

Die Gastgeber begannen auch die zweite Hälfte engagiert und hatten durch Franzoni auch die erste Gelegenheit, doch er konnte das starke Zuspiel von Jänisch nicht unter Kontrolle bringen. In der 57. Minute dann eine Schrecksekunde für die Zuschauer. Volous Spielmacher Mário Breška war deutlich schneller als die Differdinger Abwehr und spielte den Ball scharf in die Spitze. Juan Martin rutschte mit langem Bein in Ball und Torwart, doch der Ball kullerte quälend langsam am linken Pfosten vorbei ins Aus. Torwart Weber blieb allerdings liegen und konnte mit einer Gesichtsverletzung nicht weiterspielen. Er wurde von Thomas Hym ersetzt, dem keine schönen Minuten bevorstanden. Kaum hatte er seinen Platz im Kasten eingenommen, konnte er auch schon den Ball aus dem Netz holen. Aus abseitsverdächtiger Position schnappte sich André Schembri den Ball und ließ Hym keine Abwehrchance. Differdingen wirkte geschockt und nur fünf Minuten später sorgte der eingewechselte Noé Acosta nach schöner Einzelleistung und einem satten Schuss aus 20 Metern für das 2:0. Das Spiel für Differdingen war damit gelaufen und auch Volou schien mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Den Endstand zum 3:0 erzielte der kurz zuvor eingewechselte Elias Solakis nach Vorarbeit von Vicente Monje in der 89. Minute. Differdingen war nach einer durchaus ansprechenden Partie am Ende um mindestens ein Tor zu hoch geschlagen worden, auch wenn sich die bessere Mannschaft durchgesetzt hat. Was der Sieg wert war, wird sich in den nächsten Tagen erweisen.

STATISTIK

FC Differdingen 03 (Trainer Paolo Amodio):
Weber (ab. 63. Hym) – Siebenaler (ab 71. May), Bukvic, Leoni, Rodrigues – Kettenmeyer (ab 74. Ribeiro), Lebresne, Jänisch, Bettmer – Franzoni, Caron

Olympiakos Volou (Trainer Javi Gracia):
Jakupović – Szélesi, Rokas, Doležaj, Tomas – Álvarez, Monje, Schembri, Darbion (ab 73. Cascio), – Breška (ab 67. Acosta), Martín (ab 85. Solakis)

TORE

0:1 André Schembri (66.)
0:2 Noé Acosta (71.)
0:3 Elias Solakis (89.)

Schiedsrichter: David Mckeon (IRL)

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