Europapokal: Das Wunder von Düdelingen blieb aus, doch es geht weiter

Von Andreas Gniffke (Text und Fotos)

Wie schon im Vorjahr erwies sich NK Maribor als zu stark für den luxemburgischen Meister F91 Düdelingen. Nach der 1:4-Auswärtsniederlage zog der Außenseiter auch im heimischen Stade Jos Nosbaum den Kürzeren und verlor mit 0:1. Doch die europäische Reise ist noch nicht zu Ende, denn Düdelingen spielt nun in den Playoffs zur Europaleague und hofft auf einen Hochkaräter und/oder den Einzug in die Gruppenphase.

Wie schon im Vorjahr jubelten die Fans aus Maribor in Düdelingen

Die UEFA trifft manchmal merkwürdige Entscheidungen. Zwar erteilte sie F91 Düdelingen eine Sondergenehmigung für das eigentlich viel zu kleine Stade Jos Nosbaum, doch der Anstoß musste auf 17 Uhr vorverlegt werden. Kein Termin für Freunde des Ballsports, die einer geregelten Arbeit nachgehen. Doch nach dem 1:4 im Hinspiel sprach sowieso alles gegen den luxemburgischen Meister und Spannung kam auch während der 90 Minuten nicht wirklich auf.

NK Maribor war nicht wirklich darauf aus, nach dem klaren Sieg im Hinspiel auch im Rückspiel die eigene Klasse unter Beweis zu stellen, zu sehr vertraute man auf die eigene Überlegenheit. So entwickelte sich eine Begegnung mit Freundschaftsspielcharakter, von einigen kleinen Nickeligkeiten einmal abgesehen. Düdelingen verkaufte sich teuer und hätte nach einer Viertelstunde fast die Führung erzielt und neue Hoffnung geweckt. Doch ein herrlich angeschnittener Freistoß von Bryan Melisse klatschte nur an den Pfosten. Maribors Torwart Jasmin Handanovič wäre ohne Chance gewesen. Doch auch Maribor kam bei den seltenen Angriffsaktionen zu Torgelegenheiten. So verfehlte der starke Dejan Mezga mit einem Distanzschuss von der Strafraumgrenze das Tor nur äußerst knapp (32.). Mezga holte sich nach einer kniffligen Situation im Düdelinger Strafraum wenig später noch eine fragwürdige Gelbe Karte wegen einer vermeintlichen Schwalbe ab. Da hatten die Gastgeber durchaus Glück, dass Schiedsrichter Duarte Gomes aus Portugal nicht auf Strafstoß entschied. Und auch in der 39. Minute stand Mezga im Mittelpunkt. Bereits im Hinspiel sorgten seine Standardsituationen für große Gefahr vor dem Tor von Jonathan Joubert und auch diesmal konnte der Torwart den Freistoßhammer aus gut 20 Metern nur mit Mühe parieren.

Düdelingens Torwart Joubert zeigte im Rückspiel eine fehlerfreie Leistung

So blieb es beim torlosen Remis zur Pause und das Spiel plätscherte vor sich hin. Chancen blieben mit Ausnahme einer Großchance von Robert Beric für Maribor in der 52. Minute Mangelware. In der 72. Minute dann aber eine Szene für das Kuriositätenkabinett. Die Beine der Düdelinger wurden immer schwerer und es ergaben sich Räume für die spielstarken Gäste. Eine Hereingabe fand Marcos Tavares, der völlig freistehend im Fünfmeterraum zum Kopfball kam, aber aus kürzester Distanz lediglich in die Arme von Joubert köpfte. Nur eine Minute später glich Tavares das Spiel nun auch nach Pfostenschüssen aus, doch in der 79. Minute sorgte Maribor für die endgültige Entscheidung. Aleš Mertelj wurde auf der linken Seite herrlich freigespielt und ließ Joubert im Tor der Düdelinger mit einem überlegten Abschluss ins lange Eck keine Chance. Fünf Minuten vor dem Ende hatte der eingewechselte Nikola Komazec sogar die Chance zum 2:0, doch Joubert und Jean-Philippe Caillet retteten mit vereinten Kräften den 0:1-Endstand.

NK Maribor spielt in den Playoffs nun um den Einzug in die Champions League und auch F91 Düdelingen kann noch auf den Einzug in die Gruppenphase der Europaleague hoffen. Am kommenden Freitag werden in Nyon die Begegnungen der Playoffs ausgelost und Düdelingen kann auf Gegener wie den FC Liverpool, den VfB Stuttgart oder Lazio Rom hoffen. Die Spiele finden am 23. und 30. August statt. Lange sah es so aus, als ob Düdelingen hierzu ins Ausland ausweichen müssee, das das heimische Stadion nicht zugelasssen ist und das hauptstädtische Stade Josy Barthel nicht zur Verfügung steht. Nun wird das Spiel aber wohl im brandneuen Stadion in Oberkorn ausgetragen, auch wenn dort nur 1.800 Sitzplätze zur Verfügung stehen, was weit weniger ist, als ursprünglich von der UEFA gefordert.

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