Fankultur: Fußballanhänger fordern Legalisierung von Pyrotechnik

Mehr als 50 Fangruppen aus ganz Deutschland unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung zur Legalisierung von Pyrotechnik in Fußballstadien. Auch Fans der Trierer Eintracht beteiligen sich an der Initiative. Bislang ist das Abbrennen von Bengalischen Feuern und sonstigen Feuerwerkskörpern streng verboten und bei entsprechenden Vorfällen werden die betroffenen Vereine zur Kasse gebeten und den Fans drohen Stadionverbote oder strafrechtliche Verfolgung. Im Wiederholungsfalle sind auch Geisterspiele oder weitere Sanktionen möglich, unter denen letztendlich alle Zuschauer des betroffenen Vereins zu leiden haben.

Am vergangenen Bundesligaspieltag war es sehr auffällig: In zahlreichen Stadien ‚brannte‘ es in den Fanblöcken, die Medien berichteten wieder über die ‚kriminellen Chaoten‘, die auf der Bühne des Fußballsports ihre Lust an Randale und Feuerwerk auslebten, in vollem Bewusstsein, ihrem Verein dadurch mindestens einen finanziellen Schaden zuzuführen. Hier offenbart sich bereits die Doppelzüngigkeit vor allem der Fernsehmedien. Bei entsprechenden Vorfällen im Rahmen internationaler Begegnungen wird gerne die ’südländische Atmosphäre‘ oder der obligatorische ‚Hexenkessel‘ gelobt. Die Aktionen am vergangenen Wochenende waren allerdings keine zufällige Häufung eines weit verbreiteten Phänomens, sondern standen in Zusammenhang mit dem Start einer Initiative, die von zahlreichen Gruppierungen aus dem ganzen Land unterstützt wird. Die Kampagne ‚Pyrotechnik legalisieren‘, deren Programm in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde und die nun auch im Internet präsent ist, setzt sich differenziert mit der Problematik auseinander und fordert neben der Legalisierung stimmungsunterstützender Feuerwerkskörper auch von den Fans einen verantwortungsvollen Umgang mit den zum Teil gefährlichen Gegenständen. Dazu gehört der Verzicht auf  Böller, Kanonenschläge und sonstige Knallkörper sowie auf Leuchtspurgeschosse. Eine weitere Selbstverpflichtung besteht darin, dass Pyrotechnik in die Hand gehört, „auf keinen Fall in die Luft und nach Möglichkeit nicht auf den Boden.“ Die ‚Entsorgung‘ von Bengalischen Feuern in den Innenraum, auf das Spielfeld oder in Nachbarblöcke ist tabu. Die Legalisierung von Pyrotechnik könnte die Voraussetzungen schaffen, die bestehenden Gefahren zu minimieren, da die Angst vor Bestrafung das verdeckte und heimliche Zünden von Feuerwerkskörpern nötig macht und so die Gefahr von Verletzungen enorm verstärkt wird.

Für viele Fußballfans ist Pyrotechnik neben Bannern, Fahnen und lautstarken Gesängen ein wichtiges Element einer gelebten Fankultur. Immer härtere Strafen und Kontrollen konnten diese nicht aus den Fanblöcken verbannen, die Politik der Kriminalisierung muss als gescheitert betrachtet werden.  Das kontrollierte Abbrennen von Bengalischen Feuern oder Rauchtöpfen könnte helfen, Gefahren zu minimieren, auch wenn absehbar ist, dass es immer wieder Vorkommnisse mit nicht legalisierten Feuerwerkskörpern oder dem unverantwortlichen Umgang mit diesen geben wird.

Den gesamten Aufruf sowie eine Presseschau findet man unter www.pyrotechnik-legalisieren.de

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Kommentare (28)

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  1. steuerfuzzi sagt:

    um eines an dieser stelle klarzustellen. ich bin weder eindeutig pro pyro, noch eindeutig gegen pyro.
    halten wir doch mal die „fakten“ fest – oder die sachen, die ich als langjähriger stadiongänger national wie international als solche sehe.

    1.) pyrotechnik sieht, wenn man es richtig macht, einfach super aus. ich habe hunderte selbstgeknipste von fotos aus deutschland und dem ausland, die eben jenes beweisen. flutlicht, draußen dunkel, kontrolliertes bengalo. es ist und bleibt ein schönes fotomotiv.
    2.) es gibt in dieser diskussion kein „gut“ und „böse“, kein „richtig“ oder „falsch“. wir bewegen uns wie immer in einer grauzone. beispiel alkohol. ist alkohol schlecht, nur weil man damit „komasaufen“ betreiben kann? weil man die kontrolle über sich verlieren kann? sind tempolimits auf der autobahn sinnvoll, weil man damit die verkehrssicherheit sicherstellen kann? oder provoziert man dadurch einige, über die strenge zu schlagen? sind soziale netzwerke sozialschädigend? oder fördernd? na? schon mal dran gedacht, dass es bei allen möglichkeiten beides sein kann? worauf ich hinauswill: ob etwas „gut“ oder „schlecht“ ist, hängt einzig und alleine am eigenen empfinden, in der eigenen verantwortung und der einstellung zur sache. wenn ich verantwortungsbewusst mit alkohol umgehe, wirkt es befreiend, hemmungslösend. wenn ich mich an tempolimits halte, kassiere ich keine knöllchen und komme sicher von a nach b. wenn ich nicht stundenlang vor dem pc hocke und mich mit wkw, facebook usw beschäftige, habe ich auch ein soziales leben neben dem sozialen netzwerk. der quell des übels und die gute kehrseite, sie schließen sich nicht wirklich aus.
    und genauso ist das hier auch: fakt ist, dass pyros gefährlich sein KÖNNEN. fakt ist, dass sie momentan verboten sind. aber warum? denkt an den alkohol, denkt an die tempolimits. weil es in der vergangenheit menschen gab, die mit diesen aktionen nicht verantwortungsbewusst umgegangen sind. es ist ja nicht so, dass das verbot ein seit jeher ungeschriebenes gesetz ist. das verbot war eine folge, nicht die ursache. dennoch gibt es nach wie vor fans/ultras, die die pyros benutzen. es gibt jene, die sie mit rücksichtnahme zündeln, und jene, denen alles scheiß egal ist was um sie herum passiert (siehe nürnberg in bochum). was ich sagen will: das verbot wird solange bestehen bleiben, bis nicht IN DEN KÖPFEN der fans ein wandel vollzogen wurde, der für alle anderen sichtbar ist. stichwort verantwortungsbewusstsein.

    DAS ist der ansatz – und kein anderer.

    @ radfahrer:

    etwas muss ich noch loswerden. sicher hatte das feuer in bradford damals fatale folgen. sicher ist ein feuer in einem fussballstadion schrecklich. sicher sind dabei menschen umgekommen. aber bevor du hier andere darüber belehren möchtest, was ein feuer in einem fussballstadion anrichten kann, bringe dies auch in den richtigen kontext:

    pyortechnik hatte damit NICHTS zu tun!
    1.) die tribüne in bradford war eine – wie man es heute sagen würde – „oldschool-tribüne“
    2.) sie war komplett aus holz – heute in deutschland in den höheren ligen noch eine komplette holztribüne bekannt?
    3.) die holzbohlen waren in bradford teilweise mit mehreren zentimetern freiraum, sodass sich seit jahren unter den sitzen und in den zwischenräumen müll, alte zeitungen, papier und was weiß ich nicht alles angesammelt hatte.
    4.) ausgelöst wurde es durch eine zigarette, wie du richtig sagst, die in diesen zwischenraum fiel.
    5.) das dach war mit einem besonderen material umhüllt, welches besonders leicht feuer fing. es „regnete“ praktisch auf die zuschauer herab, wie heißer teer oder pech.

    nochmal. das hatte NIX mit pyro zu tun. das ist in etwa so wie wenn ich sage, dass der einsturz des WTC mit der hausexplosion in brühl gleichzustellen wäre. zwar handelt es sich bei beiden um gebäude, menschen kamen um, aber es ist nicht dasselbe.

  2. 11 Freunde sagt:

    Zu diesem Thema gibt es auch einen Beitrag bei http://www.11freunde.de.

    http://www.11freunde.de/bundesligen/134772/ein_stilmittel_der_kurve

    Dahingehend bemerkenswert finde ich übrigens einen Kommentar dazu von einem „Ballantis“ – der ist nicht von schlechten Eltern. Dem ist nur noch wenig hinzuzufügen.

    Anm.d. Red.: Der entsprechende Kommentar (der sich nicht unmittelbar auf die Pyro-Diskussion bezieht), kann an der oben genannten Stelle nachgelesen werden und muss hier nicht noch einmal im Volltext zitiert werden.

  3. Radfahrer sagt:

    Kann ich mal bitte ne Quelle für diese 99 % haben? Das würde mich jetzt mal interessieren.

    Und wenn bekannt ist, dass schnell Unfälle passieren können, wenn man die Pyros im verdeckten anzündet… warum werden sie dann trotzdem angezündet?

  4. Logikbruch sagt:

    Pyrotechnik hat nichts mit Würsten zu tun. Und welche Studie behauptet, dass die Sicherheit bei 99 % liegt? Bitte Quellenangabe mit angeben. Darüber hinaus – wie ist NBG denn damit umgegangen? Wer waren die Personen, was waren Ihre aussagen dazu… und was waren die Aussagen der Opfer dazu? Bitte Quellenangaben.

  5. Mein Gott sagt:

    Pyrotechnik war nicht Schuld, sondern die Verantwortungslose art und weise wie NBG damit umgegangen ist. Das waren aber komplett andere Vorraussetzungen, eine Legalisierung nimmt der Pyrotechnik 99% der Gefahr. Die Aussage das es kaum verletzt gab, weiss nicht wie man sich darüber aufregen kann. Ja es gab verletzt, sowie es verletzte gab weil Leute zu viel Alkohol getrunken haben, die Treppen runtergefallen, ja bei uns ist sogar schon mal einer an seiner Wurst erstickt. Legalisierte Pyrotechnik, wie ihn die Kampagne will, ist bei weitem risikoärmer als alkoholisierte Menschen beim Fußball.

  6. Logikbruch sagt:

    Seh ich das richtig? Die Unfälle durch Pyrotechnik sind nicht entstanden, weil sich jemand an Pyrotechnik verbrannt hat, sondern weil es illegal war, sie überhaupt ins Stadion rein zu schmuggeln?

    Das ist wohl das DÜMMSTE, was ich im Jahr 2010 gehört habe. Sowas nennt man Täter zum Opfer machen. Unfälle durch Pyrotechnik entstehen, weil Pyrotechnik mit ins Stadion gebracht wird, TROTZ bestehender Verbote UND dann auch noch abgefeuert wird. Denn man kann von den Veranstaltern nicht erwarten, dass sie kontrollieren, wer im Stadion befähigt ist, Pyros abzufackeln und wer nicht. Es gibt ja keinen Pyro-Führerschein.

    Daher: Pyro ist keine Sache Sache von Statistik. Und diese Aussagen hier noch viel mehr eine Beleidigung für die Opfer von Pyrotechnik. Sogar die Leute pro Pyro sagen, dass es „kaum“ Verletzte gibt. Das bedeutet – es gibt Verletzte. Dieses dann in einem Satz als nichtig zu erklären und zu bagatellisieren zeigt, dass Radfahrer und Sievo die Diskussion nicht fortsetzen zu brauchen. Sie werfen die Perlen nur vor die Säue, denn die Gegenseite arbeitet nicht mit stichhaltigen Argumenten und ist auch nicht willens, Meinungen anderer gelten zu lassen. Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Initiative schnellstmöglich ein Ende in der Bedeutungslosigkeit findet und Pyros dahin gehen, wo sie hin gehören. Ins Klo!

  7. Kurios sagt:

    @Sievo & Radfahrer:

    Ihre Kommentare scheinen auf Grundlage von purer Unwissenheit zu basieren. Die von ihnen angeführten Vorkommnisse sind Folgen des Verbots! Die Vorkommnisse in Bochum waren durch das Einschmuggeln von Magnesiumpulver bzw. nicht lizenzierter Feuerwerkskörper entstanden, weil man Bengalische Feuer mit BAM-Nummer nicht mehr so leicht ins Stadion bringen kann. Bei einer Legalisierung wäre dieses Schmuggeln gar nicht mehr nötig! Sie stellen Theorien auf, die überall in Europa widerlegt werden, wo Pyrotechnik gestattet ist. In Österreich oder Griechenland gibt es kaum bis gar keine Verletzungen durch Pyrotechnik. Es stellte sich sogar heraus, dass z. B. in Wien noch nie ein Zuschauer durch den Einsatz von Pyrotechnik verletzt wurde. Sie gehen von „Was wäre wenn“-Szenarien aus, die so in der Realität nicht vorkommen.

  8. Schlappensappel sagt:

    Wie sehen denn die Garantien aus, dass da nix passieren kann?

  9. Hautz sagt:

    Ich find Pyro auch gut. Wenn man das unter Aufsicht macht das keiner verletzt wird ist das doch super für die Stimmung! Früher hat das auch keinen gestört und es war immer cool!

  10. Mein Gott sagt:

    Leute mal ein bisschen informieren un den Kopf einschalten,

    Zuersteinmal kann man festhalten das Pyrotechnik schon seit Ewigkeite in den Stadien benutzt wird. Leider gab es auch verletzte, allerdings nur in extremen einzelfällen, da haben sich in Deutschen Stadien mehr Leute verletzt weil sie im Suff die Treppen runtergafllen sind. Ich will es jetzt nicht verharmlosen, aber Pyrotechnik ist fast nur dadurch gefährlich das es verboten ist.

    Worauf ich eigentlich hinaus wollte. Diese Legalisierung wie sie die Kampagne erreichen will, bedeutet nicht das jeder einfach mit Feuerwerkskörpern ins Stadion laufen darf und einfach so zünden darf, das wäre sehr gefährlich. Angedacht ist bspw. (je nach Verein kann und muss das auf grund der gegebenheiten variieren) ein Modell wie es bei Rapid Wien gemacht wird. Dort gibt es vorne im Fanblock einen markierten Bereich, also in der ersten Reihe sozusagen, wo gezündet werden darf. Dieser Bereich befindet sch somit auch bei den Verantwortlichen Fangruppen. Nur ein bestimmter Personenkreis darf Pyrotechnik zünden und nur Pyrotechnik mit TÜV Sigel welche nach Vorschriften abgebrannt werden. In Chemnitz funktioniert ein ähnliches Konzept im übrien einwand frei. So reduziert man ein Mögliches Risiko einfach auf ein minimales. Desweiteren verpflichten sich diese Gruppen natürlich auch, Pyrotechnik weder in andere Fanblöcke noch auf dem Spielfeld zu entsoregn. Somit dient es AUSSCHLIEßLICH einem optischen Effekt.

  11. Tillsen sagt:

    So hat unsere Westkurve in den 90ern regelmäßig ausgesehn, damals gab es auch Hass,Gewalt (mehr als heute),Alkohol und Dummköpfe und es hat auch geklappt. [url]http://www.der-betze-brennt.de/archiv/fotos/aeltere_fotos/saison_unbekannt_anfang90er/fotos02.shtml[url]

  12. Normaldenkender sagt:

    Wenn ich hier einiges lese, sträuben sich mir die Haare! Wie kann man denn nur für diese Feuerspielchen in einem Stadion sein? Das ist einfach gefährlich!! Gut, man braucht ja nicht in einen Block zu gehen, wo sowas stattfinden kann, aber ich glaue einige von den übermutigen Fans muß man vor sich selbst schützen.Diese Feuerspielchen sind verboten und so sollte es auch bleiben.

  13. Radfahrer sagt:

    Was hat denn Kommerz mit Pyrotechnik zu tun? Rein gar nichts. Auch die Vergleiche zu anderen Sportarten spielen hier keine Rolle, es geht um Pyromanie als solches. Hier wird auf sehr plumpe Art und Weise versucht, die Diskussion auf eine emotionale Ebene zu ziehen. Es geht hier aber nicht um Verbot von Stimmungsmache und Anfeuerung, sondern darum, gefährliche Brandsätze aus engen Menschenmassen raus zu halten! Wer glaubt, dies hätte etwas mit genereller Stimmungsmache zu tun, vergleicht nicht mehr Äpfel mit Birnen, sondern vielmehr die Sonne mit Dentalchirugie. Mit solchen Aussagen disqualifiziert man seine eigene Aussage nur um so mehr. Also bitte zurück kommen auf eine argumentative Ebene!

    Und das Problem mit dem Begalischen Feuer ist auch nicht, dass man es „aus Angst“ nicht hoch halten darf, sondern dass es nun mal eine Temperatur von 2000 Grad Celsius entwickelt! Das braucht einer nur mal fallen zu lassen oder das Ding wird einem beim Torjubel aus der Hand gepogt, dann liegt das Ding auf jemand anderem! Dann würde es auch wieder keiner gewesen sein wollen. Wo sind die Garantien, dass so etwas nicht passieren könnte?

    Weiter, wenn jemand kein Bengalisches Feuer zünden wollen würde, müsste er auch keine Angst haben, dabei erwischt zu werden. Es ist verboten, aus Sicherheitsgründen. Daran hat man sich also dann auch zu halten. Man kann auch mit Fangesängen Stimmung machen, es braucht dafür kein Bengalisches Feuer.

  14. brosebaskets sagt:

    Pyrotechnik legal zu zünden hat für mich einen ganz klaren Vorteil: Ein bengalisches Feuer braucht nicht aus Angst erkannt zu werden auf den Boden gefallen zu lassen werden sondern kann bis es vollständigt abgebrannt ist in der Luft gehalten werden. Und solang es in der Luft ist schadet es keinen einzigen Menschen weil bei diesen Feuern kaum Funken auf eine etwas weitere Distanz sprühen. Hier werden ständig alte Themen geschrieben bei denen es um Verletzugnen durch Pyrotechnik ging. Hierzu möchte ich auch etwas sagen. Bei Georg Koch war es damals ein Knallkörper, bei der Initative wird sich von Knallkörpern klar distanziert! Und was damals bei Bochum Nürnberg passiert ist wäre nicht passiert wenn man das Feuer einfach nur hochhalten dürfte.

    Und wieso regen sich eigentlich alle nur beim Fußball auf? Wenn man Skispringen sieht oder Abfahrten im Wintersport, wenn da 50 bengalische Feuer brennen, dann is es geil oder wie?

    Einmal ist es Geil und einmal ist es ein Verbrechen…Ich versteh das Verhältnis nicht in dem immer wieder gerechnet wird wenn uns um Pyrotechnik geht.

    Meine Meinung ist PRO PYRO weil es einfach eine unvergessliche Stimmung schaffen kann.

    P.S. @ Radfahrer: Wie du so schreibst würdest du natürlich am liebsten ein Stadion haben in dem nur noch der Kommerz herrscht und jeder brav auf seinem Platz sitzen bleibt. England lässt grüßen…

  15. Sievo sagt:

    Lieber blubb78,

    nimm doch mal an, ich bin geistig etwas minderbemittelt und habe aus irgendwelchen Gründen irgendwelche Hassgefühle auf den Verein, eigene oder andere Fans. Da nehme ich mir mal ein paar von diesen Fackeln jedweder Art mit ins Stadion (was ich ja nach einer evtl. Legalisierung darf) und werf sie dann „kontrolliert“ (denn kontrolliert soll ja straffrei werden) in die Zuschauer. Hat dann „Pro Pyro“ versagt, die Politik, der Verein oder wer vielleicht sonst?

  16. blubb78 sagt:

    Sorry was ich noch vergessen habe, die Gewalt für die ich angeblich sympatisiere hat nicht im Rahmen von Fussball stattgefunden.

  17. blubb78 sagt:

    komisch das der Radfahrer dann auf meine Meinung eingeht…

    Wenn man eine Umfrage starten würde, unter den Leuten die wirklich ins Stadion gehen, ob man Pyro unter der Vorraussetzung das die Sicherheit beachtet wird erlauben sollte würde mit Sicherheit die Mehrheit dafür sein.

    Wie schon mal gesagt zum Glück darf jeder seine Meinung haben…

    Für mich ist Pyro wunderschön anzusehen ist und bringt erst so richtig die Stimmung, die unser Sport verdient. Bei kontrolliertem Umgang mit bengalischen Fakeln und Rauchbomben ist die Gefahr auf ein Minimum reduziert. Für mich gehört ein bisschen dieser Fankultur zu einem packenden Spiel dazu auch in Deutschland.

    Im übrigen sehr geehrter Radfahrer dann stell dich im Fall Trier einfach in die Ostkurve oder einfach nur etwas abseits des Stimmungskerns und du kommst nicht in Gefahr später ein Brandloch in der Kleidung zu haben.

  18. Radfahrer sagt:

    Dann hat Kaiserslautern eben die ganze Zeit Glück gehabt. Deswegen ists noch lange nicht ungefährlich. Und als Fan will ich auch nicht das Stadion mit einem Brandloch verlassen. Ich will da hin, um Fußball zu gucken!

    Und die Argumentation, dass man ja, weil man es einfach nicht durchgesetzt bekäme, Pyro aus den Stadion zu verbannen diese einfach zu legalisieren ist auch wenig glaubwürdig bis scheinheilig, wer sich auch nur halbwegs mit den Fankurven auseinandersetzt, wird wissen, wie gerne die Fans diese Sachen abfackeln würden, nun zu sagen, dass man damit der Ermittlungspolitik entgegen kommen will ist nichts anderes als ein Mittel zum Zweck. Ich wette, wenn da mal was passieren würde, würde keiner die Verantwortung dafür tragen wollen… die trägt bis dahin übrigens der Verein, weil der ja auch für eine ausreichende Sicherheit der Leute Gewährleistungen trägt. Daran denkt bei sowas keiner.

    Von daher – die einzige echte Chance, Pyros restlos aus den Stadion zu vertreiben sind einfach noch härtere Kontrollen. Da die aber keiner finanzieren kann und Fans abschrecken würde, ist da kaum was zu machen. Wenn eine Faninitiative – als scheinbar organisierte Vereinigung – wirklich daran interesse hätte, Pyros aus dem Stadion zu verbannen, würde sie dies am ehesten durch Fanclub-restriktionen erreichen. Null Tolleranz. Wer als Mitglied eines Fanclubs Pyros zündelt fliegt aus dem Club, zahlt ne Konventionalstrafe von X Euro und wird von anderen Fanclubbesitzern geächtet. So ein Zündler soll merken, dass es für ihn ECHTE Nachteile hat, Pyro im Stadion zu zünden. Dann hört man damit auf. Aber für eine solche Initiative, da hat natürlich kein Fan Eier für in der Hose. Komisch, dass in Schottland sowas inzwischen klappt.

    Davon abgesehen, dass Blubb für Pyros ist wundert kaum. Die Meinung ist spätestens nach der offenen Sympathisanterei für Hooligans und Gewalt beim Fußball ziemlich zu vernachlässigen… ganz ehrlich…

  19. Sievo sagt:

    Träumer!

  20. blubb78 sagt:

    Da bin ich mit dem Lautern-Fan einer Meinung und mit Verlaub, was manche Leute hier als Schreckensbeispiele nennen ist aberwitzig, eine abgebrannte Tribüne in England vor 100 Jahren…, natürlich ist das Bsp. Koch oder die Sache der Nürnberger eine Warnung aber genau so etwas soll halt mit einem Verantwortungsvollen Umgang unterbunden werden.

    Also auch PRO PYRO und das mit Verantwortung und Achtsamkeit!

  21. Sievo sagt:

    Na dann brennt mal schön weiter eure Fackeln ab. Ich bin jetzt wieder etwas klüger geworden:

    Wenn man Verbotenes nicht verhindern kann, dann sollte man es legalisieren. Wenn man kein Mittel gegen Verstöße findet, dann muss man eben resignieren.

    So was ähnliches hatten wir schon einmal vor etwa 77 Jahren.

  22. Tillsen sagt:

    Natürlich wird man mehr Contra- als Proagumente finden,DOCH sollte man sich fragen, ob es möglich ist die Pyrotechnik komplett aus deutschen Kurven zuverbannen! Und die Antwort wird euch, so denke ich leicht fallen: NEIN. Also wie kann man nun verhindern, dass besoffene Idioten ihr Magnesium-Pulver anstecken und von irgendwo hinter einem Doppelhalter versteckt das zeug in die Menge, auf den Platz oder auf vermeidlich ,,freie“ Fläche werfen?
    Ich sage: Lieber kontrolliert und legalisiert (mit gewissen Einstränkungen) anstatt unkontrolliert und kriminalisiert!

    Früher hat’s doch auch geklappt, ohne irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen -siehe Betze 1998- die Westkurve in Lautern hat jedes Spiel ,,gebrannt“ ohne das jemand größere Schäden hinnehmen musste (für das ein oder andere Branntloch leg ich nicht die Hand ins Feuer^^).

    Also ein lautes ,,PRO PYRO“ von mir aus Lautern

  23. Andreas Gniffke sagt:

    Wie auch die Kommentare zu meinem Artikel zeigen, gehört das Thema Pyrotechnik zu den am intensivsten diskutierten Fragen der Fankultur in deutschen Stadien.
    Ich begrüße die Initiative vor allem dahingehend, dass hier wieder der Weg des Dialogs und nicht die Konfrontation gesucht wird. Dies scheint auch der DFB zu honorieren, zumindest hat der Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn Bereitschaft signalisiert, sich mit Fanvertretern an einen Tisch zu setzen.
    Um eins klarzustellen: Pyrotechnik in Stadien ist gefährlich, vor allem weil sie zur Zeit vor allem im Schutz der Masse gezündet wird und so nicht zu kontrollieren ist. Entsprechende Vorkommnisse wie z.B. die schweren Verletzungen von Anhängern aus Nürnberg beim Spiel in Bochum in der vergangenen Saison haben dies deutlich vor Augen geführt. Sollte es möglich sein, hier einen Kompromiss zu finden und sich die Fanszenen verpflichten, von allen Seiten getroffene Regeln zu befolgen, wäre dies in meinen Augen ein riesiger Schritt, von dem letztendlich alle Zuschauer im Stadion profitieren könnten. Ich bin aber auch ein wenig skeptisch, ob diese Selbstverpflichtung langfristig von Erfolg gekrönt sein wird. Unverantwortliches und wildes Abbrennen von Feuerwerkskörpern oder die Verwendung von Pyrotechnik als Waffe (bspw. durch das Werfen in Nachbarblöcke) muss natürlich weiter illegal bleiben und entsprechend verfolgt werden.
    Noch ein paar Worte zu mir, bevor Missverständnisse entstehen: Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit Fankultur(en) des In- und Auslands, bin aber kein Mitglied einer Ultràvereinigung und stehe auch zu keiner in einem engeren Verhältnis.

  24. blubb78 sagt:

    Sehr geschätzte Mitkommentatoren, in diesem Artikel geht es um die neue Faninitive und der Text stammt mit großer Wahrscheinlichkeit zu großen Teil aus der Meinung dieser.

    Es ist wie das Treffen zur Auseinandersetzung, ein heißes Thema wo es vermutlich mehr Contra- als Pro Meinungen gibt dennoch steht jedem das Recht zu seine Meinungen und Ansichten zu veröffentlichen und zu begründen. Weiter gehört es sich für ein Onlinemagazin der Region das es über eine deutschlandweite Aktion an der auch eine ortsansässige Gruppe sich beteiligt über so etwas zu berichten.

    Meine persönliche Meinung ist ist klar Pro Pyro, solange das Risiko durch kontolliertes Abbrennen auf ein Minimum reduziert wird. Dies ist aber nur möglich wenn es nicht mehr verboten ist. Ich glaube es ist weitaus gefährlicher an Silvester über unseren schönen Hauptmarkt zu gehen als in ein Stadion zu gehen in dem kontrolliert Bengalen gezündet werden.

    Natürlich gibt es negative Beispiel abergerade diese will diese Initiative verhindern.

  25. Sievo sagt:

    Ich möchte über die Kommentierung zu meinem Kommentar nochmal nachtreten:

    Genausowenig wie irgendeine Politik auf dieser Erde die Kriminalisierung verhindern kann, können in Stadien kontrolliert Bengalische Feuer abgebrannt werden. Es sei denn, man macht dies während der Halbzeitpause im Mittelkreis oder in einem leeren Stadion, unter Beobachtung von dafür ausgebildeten Spezialisten.

  26. Radfahrer sagt:

    Diese Iniative hat nicht den Hauch einer Chance. Und das ist gut so. Bengalische Feuer gehören in die Hände von Leuten, die im Abbrennen solcher Gegenstände geschult sind. Aber ganz sicher nicht ins Stadion. Schon traurig, wenn Fans der Meinung sind, ohne Pyrotechnik keine gute Show abliefern zu können. Vor allem sind diese Fans ja nicht mal in der Lage, ihre eigenen Reihen im Griff zu haben (Siehe diverse Themen zu Stadionverboten und Prüglereien mit anderen Fanverbänden) – und dann soll man Pyrotechnik erlauben? Lachhaft.

    Der Bericht erscheint mir so einseitig, er wirkt wie von der Fanbase abgeschrieben. Aussagen wie „Die Politik der Kriminalisierung muss als Gescheitert ansehen“ in einem Zeitungsartikel sind ein dicker dicker Griff ins Klo! PFUI, Herr Gniffke, PFUI! Ich hatte mir etwas mehr recherchearbeit und neutralität erhofft. Denn wenn man schon über Pyrotechniklegalisierung schreibt, sollte man auch die Risiken und Gegenstimmen mit in den Bericht schreiben, statt der Initiative frei nach Schnauze nachzuplappern und ihnen so für ein solches Unding damit auch noch eine Plattform zu liefern.

    Unfälle mit Pyrotechnik wie das des schwerverletzten Ordners in Bochum letzte oder vorletzte Saison, dem beinahe-Karriere-Aus des Torhüters Georg Koch sind aber manchen scheinbar nicht Warnung genug. Vielleicht sollten Sie mal einen Blick auf http://www.stop-fireworks.org/unfaelle.htm werfen. Wenn sie fertig sind mit Lesen sprengt das den Leuten vielleicht ja die Flausen aus dem Kopf. Und wem das nicht langt – der kann sich ja über http://de.wikipedia.org/wiki/Valley-Parade-Feuerkatastrophe informieren, was so ein Feuer in einem Fußballstadion anrichten kann. Und da wars nur eine Zigarette.

  27. @ Sievo sagt:

    Der Text trifft den Nagel auf den Kopf. Und zum Kommentar von Sievo:
    Das „Kontroliert“ soll heissen, dass keiner in irgendeiner Weise verletzt werden kann.
    Diese Vergleiche sind mehr als unpassend und gehen total am Thema vorbei.

  28. Sievo sagt:

    Richtig stark, der Bericht von Herrn Gniffke. Er hat logisch kombiniert und die Lösung gefunden:

    „die Politik der Kriminalisierung muss als gescheitert betrachtet werden. Das kontrollierte Abbrennen von Bengalischen Feuern oder Rauchtöpfen könnte helfen, Gefahren zu minimieren“

    Also auf ihr Sittenstrolche, vergewaltigt kontrolliert (mit Kondomen); auf ihr Schläger, tretet nun kontrolliert gegen eure Widersacher (nur noch in die Eingeweise, nicht mehr gegen den Kopf); auf ihr Bankräuber, überfallt jetzt nur noch kontrolliert reichere Banken; auf ihr Diebe, beklaut kontrolliert nur Reiche usw. usw.

    Ich war jedenfalls vor zwei Jahren hilflos daneben gestanden, als ein Bengalisches Feuer einem neunjährigen Jungen das Gesicht verbrannt hat. Die häßlichen Narben und Blicke der Passanten wird er sein Leben lang ertragen müssen.

    Manchmal kann man sich nur noch wundern, was für gequirlte Sch…. heute ein jeder von sich geben darf.

    Aber vielleicht war dieser Bericht ja auch nur ein Denkanstoß für die Unverantwortlichkeit solchen Tuns, was ich vermute. Dann hat Herr Gniffke den Nagel natürlich auf den Kopf getroffen.

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