Football-Boom in Deutschland

Was steckt dahinter?

Lange Zeit war American Football ein rein amerikanisches Phänomen. Ein Sport, der außerhalb der Vereinigten Staaten kaum Anklang gefunden hat. Doch diese These gehört mittlerweile längst der Vergangenheit an. American Football ist so beliebt wie nie in Deutschland und nicht nur der Super Bowl, das alljährliche Finale der National Football League (NFL) Saison, wird von Fans regelmäßig verfolgt. Doch woran liegt das? Wir versuchen der Sache auf den Grund zu gehen.

Wer zum ersten Mal ein Spiel der NFL anschaut, dem wird das ganze Spektakel wahrscheinlich relativ wenig sagen. Denn kaum eine Sportart hat so viele und komplexe Regeln wie American Football. Selbst eingefleischte Fans haben den Überblick über das gesamte Regelwerk, das regelmäßig angepasst wird, verloren. Die Gründe für den Boom der in Amerika so beliebten Sportart liegen also vermutlich woanders begraben.

Mehr als nur ein Sport

Häufig liegt der Erfolg einer Sache nicht nur im „Was“ sondern auch im „Wie“. Wie bei vielen anderen Sportarten geht es auch (und vor allem) beim American Football um das gesamte Spektakel. Jedes noch so unwichtige Match der NFL, sei es Vorbereitungs- oder Saisonspiel, wird von den Amerikanern gefeiert wie ein Großereignis. Die monumentalen Stadien der Teams sind nahezu bei jedem Spiel bis auf den letzten Platz von fanatischen Fans besetzt. Es ist mitunter die Inszenierung eines jeden Spiels, vom Singen der Nationalhymne über die Halbzeitshow bis hin zur Feier der Sieger, die ansteckt und so viele Anhänger ins Stadion oder vor die Fernsehgeräte lockt. Auch den Zuschauern, denen die Regeln nicht immer bekannt sind, wird unglaublich viel geboten was vermutlich auch ein Grund dafür ist, dass viele Deutsche und Europäer einen Zugang zum „amerikanischen Kult“ gefunden haben.

Nicht zuletzt tragen auch die Spieler selbst dazu bei, warum die Menschen rund um den Globus sich einer Sportart erfreuen, die vom Regelwerk her ziemlich anstrengend zu sein scheint. Denn die Akteure der NFL demonstrieren nicht selten ihren Lebensstil und polarisieren wie kaum andere Sportler. Sei es der Vorzeigesportler Tom Brady, seines Zeichens Quarterback der New England Patriots, der aktuelle Sieger des Super Bowls, und seine Lebenspartnerin und Topmodel Gisele Bündchen oder Cam Newton, der seine Touchdowns traditionell mit einem „Dab“ feiert. Solche Beispiele begeistern die Menschen weltweit und könnten einen großen Anteil daran haben, warum das Interesse am American Football weiter steigt.

Berichterstattung als Publikumsmagnet

Mit dem steigenden Interesse am Sport sind natürlich auch TV Stationen auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, American Football in ihr Programm aufzunehmen. Auf innovative Art und Weise tuen das ProSieben MAXX und Sat1, welche zusammen abwechselnd jedes Wochenende einige Spiele der NFL übertragen. Sowohl die Expertise der Kommentatoren als auch die Interaktion mit den Zuschauern macht den Sonntagabend bzw. Montagmorgen zu einem Erlebnis. Football-Partys sind mittlerweile häufige Events in Deutschland und sorgen dafür, dass der Sport immer populärer wird.

Auch Internetriese Amazon ist längst auf den Geschmack gekommen. Unlängst veröffentlichte das amerikanische Unternehmen die zweite Staffel der preisgekrönten Dokumentation „All or Nothing“, in der ein Fernsehteam die „Los Angeles Rams“ ein Jahr lang begleitet hat und somit Einblicke in die Welt eines NFL-Teams liefert wie nie zuvor. Für alle, die sich grundsätzlich für American Football begeistern und auch für diejenigen, die noch keine Erfahrung mit dem Sport haben, lohnt sich das Reinschauen.

Es gibt also vermutlich viele Gründe, warum der Sport gerade jetzt so viel Zustimmung in Deutschland findet. Was glaubt ihr? Warum interessiert ihr euch für den Sport oder könnt ihr mit dem Hype um die amerikanische Sportart vielleicht gar nichts anfangen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Wir werden euch mit dem Start der NFL Saison am 7. September 2017 auf dem Laufenden halten und jedes Wochenende einige Highlights präsentieren.

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