Freizeit: Alaaf, Helau und Olé – „Die Weiberfastnacht is do – JUCHE!“

Fetter Donnerstag! Wer kennt ihn nicht – der Tag an dem sich der Hauptmarkt vor bunt verkleideten Närrinnen und Narren nicht retten kann. Ein Grund mehr die Korken der Sektflaschen knallen zu lassen – doch wieso überhaupt?

Luftschlangen und Konfetti dürfen an Karneval nicht fehlen. Foto: Silke Meyer

Die Fastnachtsfreunde und besonders die weiblichen Fans rüsten sich schon lange vor dem Donnerstag vor dem Fastnachtswochenende für dieses besondere Event. Mit knappen, ausgefallenen Kostümen und meist mit einem alkoholischen Begleiter im Arm, wird sich so auf das harte Fastnachtswochenende eingestimmt. Doch obwohl der Tag – dem Namen nach – den Frauen oder „Weibern“ gebührt, wollen es sich heutzutage die Männer nicht nehmen lassen, den Frauen den alleinigen Spaß zu überlassen. Also, da man heute wohl kaum nur noch von einer Weiberfastnacht sprechen kann, begeben wir uns mal auf die Suche nach der Namensgebung des so bejubelten Tages:

Wieso, Warum, Weshalb?

1824 – Das ganze Rheinland ist mit jecken Männern besetzt, die Wein, Witz und Wolllüste für sich entdeckt haben. Doch wenn man vom Ganzen spricht, fehlt doch noch die andere Hälfte der Bevölkerung. Richtig! Die unbeugsamen Waschweiber im Dorf Bonn-Beuel nahe Köln, taten es den Männern gleich und feierten die Geburt des Weiberdonnerstags – oder wie man es damals nannte: „Wieverfastelovend“. Man nehme ein Damenkomitee, das die Führung in die Hand nehmen konnte und auf ging es in die Rathäuser der Umgebung um dort, ganz im Sinne der Emanzipation, die Macht zu übernehmen.

Auch heute noch wird dieser Brauch in den umliegenden Dörfern Trierers und natürlich auch in der ältesten Stadt Deutschlands gefeiert. Schlipse werden abgeschnitten, Sekt wird getrunken, Gardemädchen zieren die Rathäuser und Prinzenpaare zeigen sich mit ihren prunkvollen Kleidern von ihrer besten Seite.

Eröffnet wird diese Übernahme mit einer öffentlichen Schlüsselübergabe durch den Ortsbürgermeister. Jedoch bleiben in diesem Jahr die Trierer Rathaustüren für das närrische Volk geschlossen, da der Oberbürgermeister Klaus Jensen aus persönlichen und familiären Gründen auf diesen Programmpunkt verzichten möchte. Alternativ wird jedoch die Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani den Schlüssel der Stadt an Prinz Ralf I. übergeben, damit die mit Vorfreude bepackte Schar am Hauptmarkt aus den richtigen Gründen feiern kann.

Und wieso spricht auch jeder vom „dicken Donnerstag“?

Auch auf diese Antwort haben die Kölner eine Antwort. Dem fetten oder dicken Donnerstag geht nämlich ein schmutziger Donnerstag voraus. Diesen Namen sollte man allerdings nicht fehlinterpretieren, da nämlich das Adjektiv von dem hochalemannischen „Schmotz“, was Fett bedeutet, kommt. Dieser Donnerstag erinnert an das letzte Schlachten der fetten Tiere vor der Fastenzeit.

Somit wäre auch die Frage nach den beliebten, süßen Berlinern geklärt, die man zwangsläufig auch mit der Fastnacht in Verbindung bringt. Dieses handgroße Gebäck wird nämlich in Fett ausgebacken.

Alles klar?

Ich hoffe die wichtigsten Fakten wurden von euch aufgesaugt und könnt diese im Falle eines Falles wie aus der Cowboypistole rausschießen.

Denn bedenke:

Fakt bleibt immer, dass Hass und Liebe sich im puncto Karneval nah gegenüberstehen und man weiß nie, wann man die Gelegenheit hat, einen Fastnachtsmuffel doch noch auf die richtige Seite zu ziehen.

Mit diesen Worten schicke ich euch in die 5. und für viele auch schönste Jahreszeit!!

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Kommentare (1)

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  1. Collie sagt:

    Wenn es denn so schön wäre. Heute kann man doch nur noch von einem Kommandobesäufnis sprechen. Mit feiern haben die Alkoholleichen auf dem Markt doch nichts mehr zu tun.

    Ich bin ein Freund von Karneval, aber wenn mit die 14jährigen in Nuttenkostümen und mit zwei Flaschen Vodka entgegenkommen – also muß das sein?

    Ich finde es arm, dass in allen großen Läden und Passagen inzwischen Security steht, damit kein Sachschaden entsteht. So macht Karneval keinen Spaß.

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