Freizeit: Armut als Schicksal? Historische Perspektiven im Karl-Marx-Haus

Im Rahmen des Begleitprogramm zur Trierer Ausstellung „Armut – Perspektiven in Kunst und Gesellschaft“ lädt die Friedrich-Ebert-Stiftung zu einem Vortrag ins Museum Karl-Marx-Haus Trier ein. Am 16. Juni 2011, 19.30 Uhr, referiert der Tübinger Historiker Dr. Jörg Neuheiser zum Thema „Von Proletariern, Lumpen und Entfremdung – Armut und Arme in sozialistischer Sicht“.

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Aus sozialistischer Perspektive war Armut in Europa im 19. Jahrhundert ein Skandal, der zur Basis einer neuen Gesellschaftsanalyse wurde. In der Bewertung konkreter Formen von Armut blieben Sozialisten allerdings lange Zeit traditionellen moralischen Maßstäben der Unterscheidung zwischen „ehrlicher“ und „unehrlicher“ Armut verbunden.

In welcher Weise Armut und Arme im Werk der klassischen sozialistischen Texte von Karl Marx und Friedrich Engels diesen Traditionen verpflichtet waren und wie weit sich Sozialisten in der Folge davon zu entfernen vermochten, beschreibt Jörg Neuheiser in seinem Vortrag. Darin wird er auch einen Blick auf die historische Weiterentwicklung dieser Debatte werfen – bis heute ist die Unterscheidung zwischen selbst verschuldeter und „unschuldiger“ Armut virulent im gesellschaftspolitischen Diskurs.

Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Anja Kruke, Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter Tel. 0651/97068-0 oder per Email an info.trier@fes.de.

 

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