Freizeit: Humorprofi Piet Klocke kann mal eine Sache zu Ende

In der Reihe „Humorprofis“ (5vier berichtete unter anderem hier und hier) war am gestrigen Dienstag Piet Klocke in der Tuchfabrik zu Gast. Der vor allem durch Sendungen wie „RTL Samstag Nacht“ oder „7 Tage, 7 Köpfe“ bekannte Comedian las aus seinem aktuellen Buch „Kann ich hier mal eine Sache zu Ende?!“.

Foto: TUFA

Er überzeugte vor allem in seiner Paraderolle als zerstreuter Professor Schmitt-Hindemith, der ohne Punkt und Komma redet, und bei dem es wirklich ein Wunder ist, wenn er mal einen Gedanken zu Ende formuliert. Das war es, für das wohl die meisten Besucher gekommen waren, und naturgemäß hatte Klocke mit seinem Alter Ego die Lacher auf seiner Seite. Die TUFA war dabei gut besucht, jedoch nicht ausverkauft, was mit Sicherheit dem bis in den späten Abend sommerlichen Wetter geschuldet war.

Der Besuch lohnte sich aber auf jeden Fall, denn die Besucher hatten auch die Gelegenheit, die poetischere Seite des spürbar gut aufgelegten Klocke zu erleben: Unter den Texten in seinem neuen Buch finden sich auch lyrische Kleinode, Zitate, Gedanken und Aphorismen, die zwar immer humorvoll waren, jedoch oft auch einen tieferen Kern hatten und die Zuschauer nachdenklich zurückließen. Hier zeigt sich auch, dass der Künstler durchaus seine Sätze beenden kann, Zitat: „ Ich sage beim Bäcker morgens ja auch „Guten Morgen!“ und nicht „Guten…!““.

Moderator Dorian Steinhoff und Piet Klocke, Foto: Christian Simon

Ansonsten ging es bei der Auswahl der Texte gewohnt chaotisch zu, die Themen bewegten sich zunächst von der Physis des Menschen zu seiner Evolution, danach zu einigen autobiographischen Anmerkungen über Klockes Zeit als Gitarrist (der Comedian ist auch begabter Jazz- und Funkmusiker). Dann plötzlich eine Geschichte über Matratzengeschäfte. Dazwischen noch Erkenntnisse zum Verkehr auf deutschen Autobahnen und immer wieder kurze, manchmal nur einzeilige Bonmots. Wer dem hohen Tempo folgen konnte, der wurde in diesem ersten Teil hervorragend unterhalten.

Moderierter Monolog

Danach betrat dann, wie Freunden der „Humorprofis“ inzwischen bekannt, Dorian Steinhoff die Bühne, um mit dem illustren Gast über Gott und die Welt zu plaudern. Der Moderator hatte allerdings wenig zu tun, da sich Piet Klocke wirklich zu freuen schien, dem Publikum einmal außerhalb seiner Rolle präsentiert zu werden, und er nutzte jede schüchterne Frage Steinhoffs dazu, Anekdoten aus dem Showgeschäft und Persönliches am Fließband preiszugeben. So erzählte der begeisterte Dortmund-Fan nicht nur leidenschaftlich vom Fußball, und seinen Versuchen, selbst gegen den Ball zu treten, sondern auch von seinem Werdegang vom Amsterdamer Funkgitarrist zum Comedyauftritt bei „Otti´s Schlachthof“. Diese Geschichten waren wirklich hochinteressant, und hätten anstatt der etwas knapp bemessenen halben Stunde gerne auch den gesamten zweiten Teil einnehmen dürfen.

Als Entschädigung gab es jedoch eine ausführliche Zugabe, in der Glocke zu Höchstform auflief und noch einmal vermehrt Lachtränen im Saal produzierte. Den Abschluss bildete sein großartiges persönliches Motto, das hier nur unkommentiert stehen gelassen werden kann: „Wenn mal wieder etwas ist – Ja, warum denn nicht!“

Die „Humorprofis“ verabschieden sich damit in die Sommerpause, und melden sich am 25. September zurück. Zu Gast wird dann Kabarettist Frank Goosen sein.

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