Freizeit: Jacques Offenbach – „Ba-ta-clan die ganze Wahrheit“

Mit seiner Operette Ba-Ta-Clan entfachte Jacques Offenbach 1856 einen Plagiats- und Politskandal, der bis in unsere Tage nachwirkt. Denn bei echten Franzosen als falschen Chinesen in einem falschen China inmitten des echten verliert die chinesische Geheimbehörde „Raub & Kopie“ jede Contenance. Ba-Ta-Clan in der Version von Opera Mobile präsentiert erstmals die ganze Wahrheit! Jetzt läuft das Stück am 15. April um 20.00 Uhr in der Tufa Trier.

Noch denkt in China niemand daran, Bohrmaschinen, Turnschuhe und Armbanduhren zu kopieren, da entfacht Jacques Offenbach 1855 einen Plagiats- und Politskandal, der bis in unsere Tage nachwirkt: in seiner Operette Ba-Ta-Clan präsentiert er dem Pariser Publikum echte Franzosen als falsche Chinesen in einem falschen China inmitten des echten. Einem gewissen Fe-ni-han sei es so mir nichts, dir nichts gelungen, zum gefürchteten Herrscher über drei rote Seidenkissen, zwei rätselhafte Goldfische und 47 Untertanen auf einer Insel im Südchinesischen Meer zu werden. Dort hätte er samt seinem Gefolge (Ko-ko-ri-ko, Ké-ki-ka-ko und Fé-an-nich-ton) aus unterschiedlichsten Gründen unter falschen Identitäten gelebt und mit stümperhaft geklauter Sprache („Maxalla chapallaxa rapataxa rafaxa“) zu unverhohlen abgekupferter Musik (italienische Oper!) agiert. – Infolge dieser Unterstellung schwelt bis heute ein immer unübersichtlicher werdender Streit um Original und Kopie der Herzstücke hiesiger Kultur. Auf fast alles erhebt Fernost urheberrechtliche Ansprüche! So erweist sich das französische Idiom als originalgetreue Kopie eines kleinchinesischen Dialekts und der Eiffelturm, ein unübersehbares Plagiat einer uralten original-chinesischen Pagodenform, steht kurz vor seiner Demontage…

  • Inszenierung: Liquid Penguin Ensemble (Katharina Bihler, Stefan Scheib, Marcus Droß)
  • Musikalische Leitung: Jonathan Kaell
  • Komposition: Jacques Offenbach, Stefan Scheib
  • Text: Ludovic Halévy, Katharina Bihler
  • Ausstattung: Oliver Oppert
  • mit: Anne Kathrin Fetik (Sopran), Hervé Huyghues Despointes (Tenor), Kenneth Godbille (Tenor), Marjan Krejcik (Bass), sowie Katharina Bihler, Stefan Scheib und Marcus Droß (Performance) und Orchester

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