Freizeit: KGB – Kunst gegen Bares – (Klein-)Kunst mal anders

Nein, der Titel unseres Artikels ist kein Scherz. Denn wenn Kultur Raum Trier am Werke ist, ist KGB kein Kürzel für den sowjetischen Geheimdienst, sondern steht für „Kunst gegen Bares“. 5vier war am Freitag mit dabei.

Das Konzept dahinter ist so einfach wie genial. (Klein-)Künstler aller Art bekommen die Möglichkeit sich und ihre Kunst auf einer Bühne zu präsentieren. Aber damit ist es noch nicht getan: Denn seine Kunst für lau zu verbreiten ist vielen Künstlern und solchen, die es werden wollen, bekannt. Bei KGB bekommt jeder der teilnehmenden Künstler am Anfang des Abends ein kleines rotes Sparschwein in das die Zuschauer am Ende 50 Centmünzen nach Gusto einwerfen können. Der Künstler mit den meisten Einnahmen wird feierlich zum „Kapitalistenschwein des Abends“ gekürt.  Selbstverständlich dürfen alle ihren Lohn mit nach Hause nehmen.

Peter Stablo - Vorstand von KulturRaumTrier

Am Freitag, 2. September, lud Kultur Raum Trier zum dritten Mal ins Broadway Trier ein, um jungen und alten Künstlern eine Bühne zu geben. Neun an der Zahl waren es an diesem Abend und alle warteten mit den unterschiedlichsten Programmen auf: von Komik über Gedichte bis hin zu Gitarrenklängen. Mit schwarzem Humor, sogenannter Friedhofskomik, trat Alfred Wiesenmann alias Volker Bringmann auf und erzählte von seinem Dienst auf dem Friedhof als sogenannter MFA, was nicht „Mädchen für alles“ sondern „Männlicher Friedhofsangestellter“ heißen soll. Im Leben hinter der Bühne ist er übrigens freier Trauerredner, kennt sein Metier also durch und durch und weiß daher, dass Komik und Trauer oft sehr nah beieinander liegen. „So kann man viel verarbeiten“, erklärt er.

Einer von Bringmanns Künstler- Kollegen an diesem Abend ist Andreas Galliardt, der auf seiner Gitarre selbstgeschriebene Texte und Gedichte vortrug; relativ unvorbereitet wie er gesteht. Er ist das erste Mal dabei und hat erst kurz vorher von KGB erfahren. Ein Kumpel hat ihm seine Gitarre geliehen. Bühnenerfahrung konnte er schon in der Tufa und bei „Bühne 1“ sammeln.

Mit politischem Kabarett wollte Gunnar Schade sein Glück versuchen, auch er hat schon in einigen Städten Bühnenerfahrung sammeln können. Der freiberufliche Autor, Lektor und Kaberettist aus Berlin konnte nicht einschätzen wie seine Siegeschancen standen, aber das war ihm auch egal. „Hauptsache das Publikum hat Spaß!“

"Kapitalistenschwein des Abends"

Peter Stablo, ein Vorstandsmitglied des Kultur Raum Trier e.V. ist davon überzeugt, dass das Konzept gut ankommen wird. Er ist einer von drei Vorstandsmitgliedern und stellvertretender Vorsitzender. Neben ihm war auch seine Kollegin Kerstin Rubas vor Ort, die Vorsitzende ist.  Als „direkteste“ Form der Kleinkunstföderung kommt es aus Köln, wo es von Gerd Buurmann, seines Zeichens selbst Schauspieler, entwickelt und ins Leben gerufen wurde. Auf die Frage hin, wie dieses Konzept denn nun nach Trier gekommen ist gibt Stablo zurück: „Man kennt sich eben in der Szene.“

Auf dem Treppchen standen letzten Endes zwei Musiker und ein Krimiautor: Martin Wonde (der mit seinem Sprechgesang den dritten Platz belegte) und Valentin Henning (der sich mit Coversongs und seiner Gitarre ins Herz der Zuschauer spielte), er erreichte den zweiten Platz. Der Sieger und damit das Kapitalistenschwein des Abends war Krimiautor und Wortspielkünstler Marco Leitner. In Köln ist er schon seit drei Jahre immer mal wieder Gast bei KGB, in Trier war er nun das erste Mal dabei und bekam gleich gutes Feedback vom Publikum. „Ich hab den Leuten angemerkt, dass ich schon recht gut stehe“,meint er. Der studierte Mathematiker arbeitet in Köln übrigens bei einer Versicherung und fand das KGB- Prinzip in Köln schon „richtig gut“. Nun möchte er sich deshalb selbst einmal auf diesem Gebiet ausprobieren.

5vier.de gratuliert Marco Leitner und allen anderen Künstlern.

 

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