Freizeit: Kino – “Black Swan” – Terror und Tutus

In Darren Aronofskys neuem Film „Black Swan“ muss Natalie Portman als verzweifelte Balletttänzerin gegen ihre inneren Dämonen ankämpfen. 5vier.de-Redakteurin Silke Meyer hat sich den „Schwarzen Schwan“ angeschaut!

Für die einen ist es nur lächerliches Herumgehüpfe in engen Strumpfhosen. Für die anderen ist es ein harter Leistungssport und eine Kunstform zugleich. Die Welt des Balletts polarisiert, ebenso wie der neue Film von Darren Aronofsky, der in diesem Metier spielt. Die Hauptrolle in „Black Swan“ spielt Natalie Portman. Sie verkörpert Nina, eine aufstrebende Perfektionisten, die von der Rolle der Schwanenkönigin träumt. Und tatsächlich wird sie ausgewählt um den schwierigen Part zu verkörpern. Ihr Trainer, Thomas Leroy (Vincent Cassel), lässt jedoch keine Gelegenheit aus um sie zu kritisieren. In seinen Augen ist Nina zwar die perfekte Besetzung für den einen Teil der Rolle, den unschuldigen weißen Schwan, aber unfähig sein sinnliches Ebenbild, den verführerischen schwarzen Schwan, zu verkörpern.

Erfolgsdruck und Versagensängste

Nun plagen die arme Nina Versagensängste, insbesondere da ihre hübsche Konkurrentin Lily (Mila Kunis) genau die erotische Ausstrahlung besitzt, die ihr fehlt. Eine Mutter mit Kontrollzwang, körperliche Strapazen, eine hartnäckige Schuppenflechte an der Schulter und die unangebrachten Avancen ihres Trainers machen ihr das Leben zusätzlich schwer. Aber das, was Nina letztendlich zu zerstören droht, sitzt in Wahrheit tief in ihr drin. Und mit jedem Rückschlag scheint ihre dunkle Seite, und damit auch der Wahnsinn in ihr, an Macht zu gewinnen.

Darren Aronofsky schaffte den großen Durchbruch 2000 mit „Requiem for a Dream“. Schon damals beeindruckte er mit schonungslosen Darstellungen und bitteren Szenen, die so manchem Kinogänger lange im Gedächtnis blieben. Auch „Black Swan“ überzeugt durch seine erschreckenden Bilder und intensiven Eindrücke. Mit verwackelten (Hand-)Kameraaufnahmen und packender Musik erzeugt der Film eine bedrückende und zugleich reale Atmosphäre.

Natalie Portman ist brilliant

Foto: Silke Meyer

Die Eintrittskarte zum Balletthorror

Dass der Film so überzeugend ist, verdankt er aber vor allem auch Natalie Portmans grandioser Darstellung der Hauptfigur. Jede Emotion spiegelt sich auf ihrem Gesicht wieder, zugleich natürlich und dringlich. Ein gequältes Lächeln, sexuelle Erregung, tiefste Verzweiflung. Natalie verleiht ihrer Rolle eine beklemmende Zerbrechlichkeit, die im Laufe des Films Stück für Stück dem Wahnsinn weicht, dem Nina zu erliegen droht. Wer „Black Swan“ gesehen hat, versteht, warum ganz Hollywood fest mit einer Oscar-Nominierung für Portman rechnet.

Auch die anderen Rollen sind großartig besetzt. Mila Kunis kannte man bisher hauptsächlich aus der Sitcom „Die wilden Siebziger“. In „Black Swan“ darf sie als lebensfrohe und hemmungslose Lily glänzen. Vincent Cassel spielt die Rolle des strengen Trainers sehr gut, obwohl diese Figur schon fast etwas zu klischeehaft geraten ist. Barbara Hershey verdient ein großes Lob. Als Ninas Mutter scheint sie selbst psychisch labil zu sein, wechselt gekonnt zwischen übertriebener Fürsorge und manischer Fixierung. In einer Nebenrolle ist zudem Winona Ryder als Ninas Vorgängerin Beth zu sehen.

Mein Fazit: Black Swan spielt gekonnt mit Wahn und Wirklichkeit. Ein faszinierender Film mit herausragenden schauspielerischen Leistungen, den sich all jene anschauen sollten, die fernab vom Mainstream-Allerlei eine ungewöhnliche Kinoperle entdecken möchten!

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Kommentare (1)

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  1. White Swan sagt:

    Klingt wirklich gut. Ich mag Natalie Portman sehr…bin mal gespannt, ob es was mit dem Oscar wird! Werde mir den Film in jedem Fall ansehen!!!

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