Freizeit: „One Night Stand“ des Theater Trier – Klappe die Dritte

Vom Kleintierdarsteller in Oberhausen zum Entertainer und Marika Rökk-Imitator: Michael Ophelders. Ausgerechnet am Freitag, den 13. Januar, musste er sein moderatorisches Talent unter Beweis stellen. Ob der dritte One Night Stand des Theaters Trier unter einem ungünstigen Stern stand wollte Redakteurin Stefanie Braun herausfinden.

Ophelders als Entertainer

Der Abend schwankte rein stimmungsmäßig zwischen einer gemütlichen Kneipenrunde und Wetten-Dass???-Atmorsphäre. Michael Ophelders, Schauspieler, Regisseur und Musicaldarsteller im Theater Trier, war der Moderator des dritten One Night Stands in der Geschichte des Theaters Trier und schlug sich mehr als gut.

Während die Veranstaltung bisher unter einem eher schlechten Stern stand (die eigentlich erste Veranstaltung musste wegen Krankheit beider Moderatorinnen abgesagt werden, die darauffolgende „erste“ Show wurde vom Publikum nicht gerade begeistert aufgenommen und die zweite kurz vor Weihnachten so gut wie gar nicht besucht) scheint sich das Blatt nun zu wenden. Michael Ophelders, den man aus der letzten Spielzeit noch als Frank’N’Furter oder Henry Higgins kennt, sorgte mit seiner lockeren und spontanen Art für Lacher und einen rundum gelungenen Abend.

Thema: „Musik ist Trumpf“

Nicht zuletzt wegen seiner illustren Gäste und seinem schön gewählten Thema „Musik ist Trumpf“. Der studierte Musiker lud sich neben Kollegen wie Chordirektorin Angela Händel, Saxophonquartett „Reed Bulls“ und Ferry Seidl, noch Sängerin Julia Reidenbach und den ehemaligen Kulturdezernenten Ulrich Holkenbrink ein um mit ihnen nicht nur über Musik zu reden, sondern auch gleich welche mit ihnen zu machen.

Damit die Diskussionen dabei keine Überhand nahmen, betreute Ophelders bereits zu Anfang einen der Zuschauer mit der Aufgabe, alle fünf Minuten eine Glocke ertönen zu lassen um die nächste Musiknummer anzukündigen. Schließlich sollte doch an diesem Abend die Musik und ihr direktes und am besten kurzweiliges Erleben im Mittelpunkt stehen.

Kneipenstimmung und Saalwetten

Ein besonderes Schmankerl des Abends lieferte ein kleines Verständigungsproblem der Pressestelle des Theaters mit der Anfrage einer hießigen Zeitung: Als besagte Zeitung wissen wollte wer denn nun alles dabei sein würde an eben diesem Freitag den 13., kündigte die Pressestelle des Theaters einen weiteren Gast an, der bis dahin gar nichts von seinem Glück wusste: Helmut Leiendecker.

Wie gut, dass Herr Leiendecker und Herr Ophelders seit der Rocky Horror Show miteinander befreundet sind. So rief Leiendecker am Mittwoch bei Ophelders an um ihn mal eben zu fragen, was er am Freitag eigentlich machen sollte. Moderator Ophelders wusste bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nichts von einem weiteren Gast, doch eine Lösung war schnell gefunden: Leiendecker versprach nach seinem eigenen Auftritt in Feyen noch im Ritterkostüm ins Astarix zu k0mmen um dort eine kleine Premiere seines neuen Textes für die Trierer Karnevalsgesellschaft „Heuschreck“ zum Besten zu geben. Motto war diesmal: „Tausend und eine Nacht“, dementsprechend handelt der neue Ohrwurm von einem Scheich, der in Zurlauben auf Öl gestoßen ist. Doch mehr wird erstmal nicht verraten.

Hochkarätige Musik und interessante Diskussionen

Ferry Seidl am Klavier

Mehr kann man aber vom Rest des Abends verraten, denn es wurde nicht nur hochkarätige Musik gemacht, sondern auch viel geredet. Darüber wie die einzelnen Gäste zur Musik oder auch nach Trier kamen; darüber wie Ferry Seidl, der in jungen Jahren noch mit Marika Rökk zusammen sang, von ihr jeden Tag eine Multivitamintablette verabreicht bekam, aus Angst, dass wegen ihm die Show platzen könnte. Mit welchem Instrument sie angefangen haben (selten war es die obligatorische Blockflöte) und darüber wie sie aus ihrer Leidenschaft einen Beruf machten.

Oder warum sie der Musik nur neben einem anderen Job frönen können, wie etwa bei Julia Reidenbach, die nur nachts Sängerin ist und tagsüber musikalische Erziehung an einer integrativen Schule in Trier-West unterrichtet. Ehemaliger Kulturdezernent Holkenbrink sprach sich besonders für den Erhalt der Kultur in Trier aus und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die über die Musik ein ganz neues Gefühl der Gemeinschaft und des selbstständigen Schaffens gewinnen können.

Ausverkauft

Erstmalig fand der One Night Stand in einem ausverkauften Astarix statt, teilweise mussten die Gäste sogar stehen um etwas von dem bunten Treiben mit zu bekommen, doch die müden Beine wird keiner von ihnen bereut haben. Alles in allem haben wir es hier mit einem One Night Stand zu tun, an den man mit Freuden zurückdenken wird. Liebes Theater Trier, gerne weiter so!

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Kommentare (1)

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  1. Meike sagt:

    Ich fand es sehr gut und fühlte mich sehr gut unterhalten. Michael Ophelders hält was sein Name verspricht.

    Gruss

    Meike

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