Was fürs Herz – Big Band „Art of Music“ – Emotion Vol.5

Am Samstag, 8. Dezember, wird die Big Band „Art of Music“ in der Europahalle zu sehen sein. Die Benefizkonzertshow „Emotion – Great Ballads & Love Songs Vol.5“ findet zugunsten der integrativen Kindertagesstätte „Haus Tobias“ statt. 5vier.de sprach im Vorfeld mit dem musikalischen Leiter Christian Botzet und den beiden Sängern Daniel Bukowski und Thomas Kiessling.

Nachdem mit Allerheiligen einer der letzten Feiertage vor dem Fest aller Feste vorbei gegangen ist, kann nur noch eines folgen: Weihnachten. Pünktlich mit dem Kürzer-Werden der Tage öffnen sich nicht nur die Herzen, sondern auch die Brieftaschen. Gerade um die Weihnachtszeit herum sprießen Charity-Veranstaltungen und Benefizen geradezu aus dem Boden; da wird gerührselt, dass die vorweihnachtliche Stimmung nur so überkocht. Erfrischend zu wissen, dass es auch anders gehen kann.

„Wir wollten uns, wie viele andere, ebenfalls mit unserer Musik engagieren. Allerdings wollten wir das etwas anders als gewohnt machen“, so hat es sich auch Christian Botzet, musikalischer Leiter der Big Band „Art of Music“ auf die Fahne geschrieben. Einmal im Jahr widmet die sich einem wohltätigen Zweck, aber wenn, dann auch richtig. Der Erlös des Benefizkonzerts „Emotion – Great Ballads & Love Songs Vol.5“ geht auch in diesem Jahr wieder komplett an die integrative Kindertagesstätte „Haus Tobias“. Dabei wurden in den letzten vier Jahren nicht nur fast 40.000 Euro für die Kindertagesstätte eingespielt, sondern das jährliche Konzert auch zu einem festen Bestandteil für die Trierer Kulturszene und natürlich für die Musiker selbst.

Für jeden Einzelnen ist es ein fixer Punkt im Jahr geworden, an dem auch andere Veranstaltungen nicht rütteln können. So legte Thomas Kiessling die Karten auf den Tisch, als er einem Veranstalter in Berlin für den 9. Dezember zusagte. Er könne erst am selben Tag anreisen, vorher wäre „Emotion“. Nicht nur an solchen Statements erkennt man die Wertigkeit für alle Beteiligten: die Besetzung ist von Anfang an dieselbe, alle Musiker und Sänger musizieren „für lau“. Dabei werden die verschiedenen Liebeslieder aller Arten und Gattungen nicht einfach nur abgespielt.

Respekt und Achtung voreinander haben

„Unsere Solisten sind keine Auftragsbuchungen“, so Botzet. Keine abgehobenen Künstler, keine Stars mit Allüren betreten hier jährlich die Bühne, alles ist freundschaftlich gehalten, fast familiär. „Ich komme zu Proben auch gerne mal eine halbe Stunde früher, einfach um mit den Kollegen zu reden“, erzählt Kiessling. „Wenn wir zusammen zu Auftritten fahren, erinnert das meist eher an eine Klassenfahrt“, so Bukowski. Das merken auch die Zuschauer. So ist sich keiner der Solisten zu schade einem Kollegen als Chor zu dienen.

Gemeinsam Spaß haben und einen schönen Abend genießen, aber auch Respekt und Achtung voreinander haben, sind hier die Zauberwörter. Da lernt auch ein alter Hase wie Thomas Kiessling noch etwas von seinem jungen Kollegen: „Wir haben ja dasselbe Liedgut, aber seine Art und Weise Lieder zu interpretieren, finde ich unglaublich spannend.“ Und auch Daniel Bukowski muss gestehen: „Wenn ich Tenor lernen wollte, dann nur bei Thomas.“ Doch auch Botzet ist voller Achtung für seine singenden Kollegen: „An Thomas finde ich so bewundernswert, dass er völlig allürenfrei geblieben ist. Außerdem beeindruckt mich seine Präsenz: Wenn er die Bühne betritt, gehört sie ihm. Bei Daniel ist es wiederum sehr faszinierend seine stimmliche Entwicklung und vor allem seinen Werdegang zum Solokünstler zu beobachten.“

Eine Entwicklung musste auch das Konzept von „Emotion“ erleben. In der jetzigen Form spielen sie das fünfte Mal, das zweite Mal in der Europahalle. Vorher traten sie in einer Halle in Kenn auf, die mit 550 Plätzen noch nicht halb so viel Platz bot wie die Europahalle. Doch der Umzug war ein großer Schritt. Immerhin fühlte man sich verbunden, mit dem Ort, den Leuten, den vielen schönen Erinnerungen. Und nicht zuletzt war gerade die Größe der Europahalle ein Wagnis. Würde man einen solchen Raum füllen können? Man konnte und das in kurzer Zeit; innerhalb weniger Wochen war die Halle komplett ausverkauft. „Es gibt Zuschauer, die jedes Mal dabei sind. Die Altersspanne reicht von zwei Jahren bis ins hohe Rentenalter. Dieses Jahr feiert sogar jemand seinen runden Geburtstag bei uns, eigens dafür hat er 30 Karten für sich und seine Gäste gekauft.“

Eine Pralinenschachtel der Liebeslieder

Die Anziehungskraft machen nicht nur die beliebten Sänger aus, sondern besonders der Mix aus dem, was geboten wird. Die „balladenaffine“ Band, wie Botzet selbst so schön sagt, mischt Lovesongs aus Musical, Film und Popmusik mit unterschiedlichen Stilrichtungen und den jeweiligen charakterstarken Stimmen zu einem Paket, was alle Geschmäcker abdeckt. Eine Pralinenschachtel der Liebeslieder: Man weiß nicht, was man kriegt, aber es ist für jeden etwas dabei. Das lässt sich die Big Band „Art of Music“ auch schon mal was kosten: „Der Big Band Arrangeur Peter Mocha bearbeitet für uns jedes Jahr sechs bis sieben neue Songs, die wir in das Programm einfließen lassen können. Allein das macht unser Konzert unique.“

Jedes Jahr probt und spielt man zudem eine Musical-Ballade, die zu den weniger bekannten unter ihrer Gattung gehört. Letztes Jahr war das „Du bist meine Welt“ aus dem Musical „Rudolf – Affaire Mayerling“; was den Zuschauer dieses Jahr erwarten wird, soll verständlicherweise noch unter dem Mantel des Schweigens verborgen bleiben. Diese Überraschung will sich die Band nicht nehmen lassen. Eine Musical-Überraschung kann man aber getrost verraten: Die Nachwuchskünstler der Cabaret-Produktion aus der Tufa werden sowohl stimmlich, als auch szenisch einige Highlights aus ihrem Programm wiedergeben. „Das wird ein vollkommen neues Element in der Show. Wir wollen diesen jungen Kollegen eine Plattform geben, vor allen Dingen, weil sie wirklich gut sind“, so Botzet.

Nächstes Jahr feiert die Band, die einst aus einem Schulprojekt entstanden ist, ihr 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass sind bereits Planungen für ein Konzert früher im Jahr angedacht. Für das kommende Konzert am 8. Dezember sind aktuell noch Karten zu haben. Nähere Infos findet man hier.

Mit von der Partie werden dieses Jahr auch die Sänger Shirley Winter, Stefan Becker und Tobias Rössler sein. 5vier.de wünscht allen Beteiligten und Gästen nicht nur einen schönen Abend, sondern auch eine schöne Spendensumme für das „Haus Tobias“.

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