Gute Nachrichten für Trierer Fußgänger

Gefahren werden gebannt

Wer kennt sie nicht, die Situation, das man auf den Zebrastreifen zugeht, und nach dem überqueren sich fragt, warum dieses blöde Auto eben nicht angehalten hatte. Vielen wird dieses beinahe-überfahren-am-Zebrastreifen-Szenario bekannt vorkommen. Doch nun gibt es für Trier gute Aussichten, denn es soll sich in puncto Zebrastreifen und Sicherheit in Trier etwas tun.

Trier. Der Zebrastreifen feierte vor kurzem seinen 50. Geburtstag und ist aus dem Stadtverkehr längst nicht mehr wegzudenken. Eine Novelle der Straßenverkehrsordnung führt nun dazu, dass das Rathaus alle Trierer Fußgängerüberwege erfassen und überprüfen muss. Ziel ist, diejenigen Zebrastreifen ausfindig zu machen, die nicht den aktuellen Sicherheitsanforderungen entsprechen.

Über die Jahre haben sich die Richtlinien für Fußgängerüberwege immer wieder verändert. In Trier gibt es daher wie in vielen anderen deutschen Städten in puncto Beleuchtung und Beschilderung der Zebrastreifen große Unterschiede. Der bisher geltende Bestandsschutz für ältere Fußgängerüberwege ist nun aber weggefallen. Unzureichend beleuchtete Überwege sind grundsätzlich nicht mehr zulässig. Laut Richtlinien muss die Beleuchtung exakt auf die Geometrie des Überwegs ausgerichtet sein und soll sich hinsichtlich der Leuchtstärke von der umgebenden Straßenbeleuchtung unterscheiden. Eine zufällig neben dem Zebrastreifen stehende normale Straßenleuchte reicht hierfür nicht aus.

Die sehr zeitintensive Erfassung der circa 400 Trierer Fußgängerüberwege ist bereits angelaufen. Momentan geht die Stadt davon aus, dass mehr als 200 von ihnen nicht den derzeitigen Beleuchtungskriterien entsprechen. Die genaue Zahl soll innerhalb der nächsten sechs Monate ermittelt werden. Die Überwege mit mangelhafter Beleuchtung werden anschließend bei einer Verkehrsschau mit Experten des Tiefbau- und des Straßenverkehrsamts, der Polizei und des Landesbetriebs Mobilität noch einmal unter die Lupe genommen. „Dabei gibt es jeweils nur zwei Handlungsalternativen: Entweder der Fußgängerüberweg bleibt erhalten und muss dann nachgerüstet werden oder man entscheidet sich, den Fußgängerüberweg aufzuheben, sofern die Verkehrssicherheit es zulässt“, informiert Wolfgang van Bellen, Leiter des Tiefbauamts der Stadt Trier.

Anhand der Empfehlungen der Verkehrsschau werden eine Prioritätenliste und ein Finanzierungsplan für die Installation neuer Beleuchtungsanlagen erstellt. Die Nachrüstung eines Fußgängerüberwegs kostet circa 20.000 bis 25.000 Euro.

Wenn eine Straße nach Bauarbeiten neu markiert wird, kann es sein, dass Zebrastreifen schon vor der anstehenden Verkehrsschau wegfallen. Beispiel Friedrich-Wilhelm-Straße: Hier hatte das Tiefbauamt die Fahrbahndecke erneuert. Da die zuvor vorhandenen Fußgängerüberwege nicht beleuchtet waren, durfte deren erneute Markierung nicht erfolgen.

Nicht immer bedeutet der Wegfall eines Fußgängerüberwegs einen Verlust an Sicherheit. Es kann sogar das Gegenteil der Fall sein: „Ein schlecht oder gar nicht beleuchteter Zebrastreifen gaukelt dem Fußgänger insbesondere bei Dunkelheit eine scheinbare Sicherheit vor. Wenn er sich zu sehr darauf verlässt und die Straße überquert, ohne groß auf den Verkehr zu achten, kann es passieren, dass er von einem herannahenden Autofahrer zu spät wahrgenommen wird“, betont van Bellen.

Oft ist eine Verkehrsinsel in der Mitte der Fahrbahn, die Fußgängern Schutz bietet, die bessere Alternative. Sie müssen dann eine womöglich viel befahrene Straße nicht in einem Zug überqueren. Hilfreich sind auch Fahrbahnverengungen zugunsten von Warteflächen für Fußgänger, wie sie zum Beispiel in der Friedrich-Wilhelm-Straße anstelle von Zebrastreifen eingebaut wurden.

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